Orientierungslauf in Deutschland






Sören Lösch   Foto:B. Friedrichs

Nationalteam Orientierungslauf 2014


Beim Blick auf das diesjährige Nationalteam fällt sofort die große Zahl der Athleten im D/C-Kader bzw. in der D/C-Infogruppe auf. Das ist das Ergebnis von dem Bestreben, mehr Jugendliche einzubinden und dadurch eine größere Breite im Jugendbereich zu fördern. Diesem Ziel diente im vergangenen Jahr auch die Qualifikation zur Jugend-Europameisterschaft. Alle Landesverbände wurden ermuntert, ihre Jugendlichen zu diesen Qualifikationsläufen zu schicken, auch wenn teilweise eine Nominierung noch nicht in Reichweite war. Von erfreulich vielen jungen Athleten wurde aber die Chance genutzt, sich zu zeigen und auf sich aufmerksam zu machen. So wurde tatsächlich das eine oder andere Talent entdeckt. Zum Glück konnte auch auf Trainerseite Verstärkung für die Jugendarbeit gefunden werden: Nina Döllgast aus dem Saarland unterstützt nun den Jugend-Trainer Thomas Rewig.

Im Gegensatz dazu ist der C-Kader sehr klein. Es bleibt zu hoffen, dass der Nachwuchs nach und nach auch den C-Kader wieder anwachsen lässt.

Relativ unverändert ist der B-Kader bei den Damen. Neu im Team– aber im Kader-Zusammenhang alles andere als ein Neuling – ist Susen Lösch, die ab 2014 in der Elite antreten muss.

Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Herren. Auch hier findet man die gleichen Namen wie im Vorjahr, verstärkt durch den „Aufsteiger“ Bojan Blumenstein.

Während bei den Jugendlichen die üblichen Meisterschaften, also Junioren-WM und Jugend-Europameisterschaft im Fokus stehen, ist das Jahr bei den Erwachsenen extrem voll: Neben der WM und dem Welt-Cup stehen auch die Europameisterschaften und die Studenten-WM im Wettkampfkalender - beides Wettkämpfe, die alle zwei Jahre auf dem Programm stehen. Aus Zeit- und Finanzgründen werden aber die Weltcup-Läufe nur vereinzelt besucht werden können, und auch bei der EM wird nur ein kleines Team am Start stehen.

Die geplanten Trainingsmaßnahmen kann man in drei Gruppen einteilen: Trainingslager zum Verbessern und Verfestigen der O-Technik allgemein, Trainingslager zur speziellen Wettkampfvorbereitung im spezifischen Gelände und Trainingswochenenden mit dem Schwerpunkt im läuferischen Bereich.

Für die Jugendlichen findet das erste Trainingslager im zeitigen Frühjahr in Bad Kreuznach statt. Es folgt das Ostertrainingslager, diesmal in Regensburg geplant und offen auch für die Erwachsenen. Im Sommer soll es dann nach Slowenien gehen, wo auch reichlich Fein-Orientierung gefordert ist.

Für die Erwachsenen umfasst das Programm ein Sprint-Trainingslager in Italien, alternativ nehmen einige auch das Portugal-O-Meeting als technischen Einstieg in die Saison wahr. Natürlich folgt im Sommer ein spezielles Trainingslager in WM-relevantem Gelände. Zur Verbesserung der läuferischen Fähigkeiten stehen drei Lauf-Wochenenden mit Leistungsdiagnostik auf dem Programm, bei denen teilweise auch Nachwuchsathleten teilnehmen. Ferner soll wieder der Indoor Trail und – ausschließlich von Erwachsenen – neu auch der Wild-Forest-Trail besucht werden, da letztes Jahr in puncto Motivation und Öffentlichkeitswirksamkeit mit diesen Events gute Erfahrungen gemacht wurden.

Die Zielstellung bei den Erwachsenen ist klar: Erhalt der Division 2 im Divisionenranking. Ferner sollen beide Staffeln bessere Plätze als bei der vergangenen WM erreichen. Für die Herren wird Rang 15-20 ins Visier genommen, für die Damen Rang 12-15. Bei der neuen Sprint-Mix-Staffel wird ebenfalls Rang 15 angestrebt.

Schwieriger ist die Zieldefinition bei den Junioren und bei den Jugendlichen. Bei den Junioren haben mit Susen Lösch und Bojan Blumenstein zwei Leistungsspitzen den C-Kader verlassen. Dennoch wird man versuchen, an die Leistungen der vergangenen Saison anzuknüpfen. Die Jugendlichen konnten 2013 bei den Europameisterschaften mit zwei Medaillen und weiteren guten Platzierungen stark auftrumpfen. Hier darf man aber deshalb die Erwartungen nicht zu hoch hängen, aber die Jugendlichen haben gezeigt, dass sie international sehr gut mithalten können. Wichtig ist aber, dass die jungen Athleten Erfahrungen sammeln und langsam auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet werden. Und wichtig ist, dass sie weiter mit Spaß und Motivation ihr Training und ihre Wettkämpfe bestreiten.

Autor: Heidrun Finke, Januar 2014


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