Orientierungslauf in Deutschland






Moritz Döllgast   Foto:Fred Härtelt

Nationalteam Orientierungslauf 2019


Umbruch und Aufbruch

Wenn im Juni die Elite zur ersten Weltcuprunde startet, liegen hinter den Athleten bereits vier Trainingswochen, welche sie zusammen in kürzeren und längeren Maßnahmen absolviert haben. Das Trainingsjahr hat für die meisten Athleten anfangs November begonnen, so dass dem ersten internationalen Wettkampf bereits mehr als ein halbes Jahr Vorbereitung vorangegangen ist.

Der Kader hat neue Strukturen erhalten. In einem Nachwuchskader werden neue DC- und C-Kader zusammengefasst. Der neue Nachwuchskader umfasst 12 Juniorinnen und 14 Junioren zwischen 15 und 20 Jahren. Die Leitung des Nachwuchskaders hat Nina Döllgast als Bundestrainerin Nachwuchs übernommen, sie wird weiterhin von Karsten Leideck und Anne-Katrin Klar unterstützt.

Der Elite-Kader gliedert sich in A-Kader, Perspektivkader und Ergänzungskader. Wie bis anhin soll der A-Kader Athletinnen umfassen, welche in der erweiterten Weltspitze Fuß gefasst haben. Nach einigen Jahren ohne A-Kader ist das 2019 Susen Lösch (USV Jena / Ärla IF). Im Perspektivkader sollen junge Athletinnen an den A-Kader herangeführt werden, wobei eine obere Altersgrenze von 26 Jahren besteht. Dem Perspektivkader gehören 5 Damen und 4 Herren an. Weitere 3 Herren bilden den Ergänzungskader, als über 26-jährige müssen sie in absehbarer Zeit ebenfalls den Sprung ins A-Kader schaffen.

Während verschiedene langjährige Kaderathleten die Nominierung nicht mehr geschafft haben, prägt die Jugend, angeführt vom amtierenden Juniorenweltmeister Colin Kolbe, den neuen Kader. 6 der 13 Mitglieder des Elitekaders sind zu Beginn des Jahres noch keine 22 Jahre alt. Sie haben schon an den ersten Testwettkämpfen im April gezeigt, dass sie nicht gewillt sind, nur dabei zu sein, sondern sich mit ehrlicher Trainingsarbeit auch in der Elite einen Platz in der internationalen Spitze sichern wollen.

Geführt wird der Elitekader von Bundestrainer Thomas Meier. Er wird unterstützt von Jan Birnstock, der sich weiterhin schwerpunktmäßig um die Betreuung der Damen kümmern wird. Mit Roman Schulte-Zurhausen und Alex Lubina sind zwei ausgewiesene Laufspezialisten neu im Trainerteam, welche ihre Expertise vor allem in zwei spezifischen Laufcamps einbringen. Pepa Neumann und Sven Hommen unterstützen an verschiedenen Maßnahmen, letzter vor allem an den Juniorenweltmeisterschaften und deren Vorbereitung. Aus fördertechnischen Überlegungen wird die Junioren-WM dem Elitekader zugewiesen, so kann auch hier durch Förderung mit Bundesgeldern profitiert werden.

Für 2019 ist das Ziel einen großen Schritt in Richtung Qualifikation World Games 2021 zu machen. Das heißt, die besten deutschen Athleten müssen im World Ranking einen deutlichen Sprung nach vorne machen. In dieser speziellen Rangliste der je 2 besten Damen und Herren liegt Deutschland zu Beginn des Jahres auf Rang 17, gefordert für die World Games ist Rang 12. Im Hintergrund wird versucht, die Strukturen deutlich zu verbessern. DOSB und DTB sind dabei gewillt, den Orientierungslauf organisatorisch und finanziell besser zu unterstützen. Dabei gilt allerdings immer, dass jeder Euro Fördergelder auch mit gleichen Eigenmitteln aus dem OL ergänzt werden muss. Dass dies nur beschränkt mit Eigenbeteiligungen der Athleten geschehen kann und soll, wird mit steigenden Fördermitteln noch verstärkt.

Thomas Meier
Bundestrainer Orientierungslauf

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