Orientierungslauf in Deutschland


Neue Wege im deutschen Orientierungslauf

Die Lage des Orientierungslaufs in Deutschland und mögliche Wege in die Zukunft waren der Schwerpunkt des TK-Treffens in Bad Harzburg am vergangenen Wochenende. Nach einhelliger Meinung des TK gehen diese Wege in Richtung auf einen noch in diesem Halbjahr zu gründenden Verband (Arbeitstitel: DOSV – deutscher Orientierungssport-Verband), für den in Sachsen bereits wesentliche inhaltliche Vorarbeiten geleistet wurden.

TK-Treffen in Bad Harzburg
TK-Treffen in Bad Harzburg  Foto: Eike Bruns

Allerdings – und das ist das Wesentliche – soll dieser Verband nicht gegen den DTB gegründet werden, also die Mitgliedschaft dort ersetzen, sondern in Absprache mit dem DTB. Wie kann so etwas möglich sein? Muster ist die Deutsche Faustball-Liga (siehe Link unten). Diese Liga hat einvernehmlich mit dem DTB die Arbeit des TK Faustball übernommen und regelt den Spielbetrieb. Vergleichbar soll auch unser Verband nur die zentralen Aufgaben des TK wie die Verantwortung für die Bundeswettkämpfe und für den Leistungssport übernehmen. Der Vorstand des Verbandes soll dem TK mit seiner jetzigen Aufgabenverteilung mit einigen Erweiterungen (Schatzmeister, Beauftragter für Umweltfragen) entsprechen. Die Arbeit und die Funktion der Landesverbände bleiben völlig unberührt. Es wird seitens TK für den Verband an einen Wahlmodus gedacht, der die Landesfachwarte nach wie vor berücksichtigt. Gerade dies ist wichtig, da ja in einer Reihe von Landesturnverbänden (LTV) der Orientierungslauf fest verankert ist und wesentliche Unterstützung erhält. Die Arbeit könnte deshalb, je nach LTV, in der bisherigen Art und Weise fortgeführt werden. Eine Lösung angelehnt an die der Faustballer hätte noch einen Vorteil: Sie wäre zunächst durch Vertrag mit dem DTB zeitlich begrenzt und könnte je nach Fortentwicklung in unserem Sport angepasst werden.

Das TK bittet um Verständnis, dass das jetzt ein sehr konkretes Vorhaben ist, das aber sowohl Abstimmung innerhalb des OLs als auch Verhandlungen mit dem DTB bedarf. Beides soll zeitnah angegangen werden. Um alle Fragen zu klären, sind im Rahmen von zentralen Wettkämpfen zwei außerordentliche Bundestagungen geplant. Parallel dazu wird der TK-Vorsitzende das Gespräch mit dem DTB suchen.

Das TK weiß, dass die angestrebte Lösung einigen nicht weit genug geht. Schließlich wurde über einen eigenen Verband, der vollständig selbständig ist, schon vor Jahrzehnten diskutiert, aber das Vorhaben aus rein pragmatischen Gründen nie angegangen. Anderen wird die geplante Lösung zu weit gehen. Insgesamt stellt sich aber immer die Frage, was machbar und zukunftsfähig ist. Eine gewisse Eigenständigkeit erscheint nach dem jetzigen Stand der Dinge das Beste zu sein. Sie wird uns vorwärts bringen, kann weitere Optionen eröffnen und die eine oder andere Schwierigkeit aus dem Weg räumen, die sich durch die Sonderstellung einer Natursportart in einem vom Hallensport geprägten Verband ergibt.

Sehr, sehr viele Orientierungssportler äußern im Gespräch immer wieder den Wunsch nach einer größeren Selbständigkeit unseres Sports und betonen, dass sie einen OL-Verband tatkräftig unterstützen würden. Darauf bauen wir!


Mehr:
Homepage Deutsche Faustball-Liga e.V.

Autor: Hans Joachim Bader
Eingestellt am 09.04.2014

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