Orientierungslauf in Deutschland


Dramatische Staffel-WM

Beim heutigen Staffellauf ereigneten sich mehrere kleine und große Dramen. Das größte Drama betraf den schwedischen Schlussläufer Martin Johansson, der sich in Führung liegend schwer verletzte. Nach dem letzten Informationsstand rammte er sich einen Ast ins Bein und blutete stark. Die Nachrichten aus dem Krankenhaus sind zum Glück positiv.

Herrenstaffelstart
Herrenstaffelstart

Für die Zuschauer war lange Zeit nicht klar, was wirklich passierte. Die Informationen aus dem Wald waren insgesamt sehr schlecht und die vier führenden Nationen (Schweden, Frankreich, Norwegen, Tschechien) verschwanden plötzlich von der Bildfläche. Der Sprecher vermutete einen Fehler. Doch wenn Martin Johansson, Thierry Gueorgiou, Anders Nordberg und Michal Smola zusammenlaufen, ist ein Fehler von 15 min trotz der harten Bahnen, der Hitze und der in Teilen umstrittenen Kartierung, extrem unwahrscheinlich. So war die Stimmung auf der Zielwiese sehr angespannt und der Jubel beim Einlaufen der plötzlich in Führung liegenden Schweizer eher verhalten. Erst etwas später wurde bekannt, dass die drei vermissten Läufer den verletzten Schweden versorgten und Hilfe holten.

Das deutsche Herrenteam startete mit großen Hoffnungen und sehr motiviert. Aber ein gutes Staffelergebnis blieb heute verwehrt. Alexander Lubina machte auf der Startstrecke mehrere große Fehler und verlor früh den Anschluss an die Spitze. Torben Wendler, welcher Leif Bader aufgrund dessen Knöchelverletzung kurzfristig ersetzte, lief hingegen auf der zweiten Position ein couragiertes und gutes, wenn auch nicht ganz fehlerfreies Rennen. So startete Christian Teich zumindest zwischen starken Läufern, wenn auch mit großem Rückstand. Doch auch ihm unterliefen leider größere Fehler, so dass das deutsche Team am Ende auf Platz 20 einlief.

Das Damenrennen war auf den ersten beiden Strecken sehr ausgeglichen, so dass die besten sechs Nationen mit ihren Weltklasseläuferinnen innerhalb von gut 2 min auf die Schlussstrecke gingen. Orientierungsfehler aller Läuferinnen sorgten für einen ständigen Führungswechsel und ein extrem spannendes Rennen. Am Ende gewann Norwegen mit Marianne Andersen knapp vor Schweden und Finnland. Eine deutsche Damenstaffel war leider nicht am Start.

Am Sonntag findet zum Abschluss der Weltmeisterschaften die Langdistanz statt. Die einzige deutsche Starterin Karin Schmalfeld startet um 11.36 Uhr.

Text: Karin Schmalfeld


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Autor: Kirsten König
Eingestellt am 21.08.2009

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