Orientierungslauf in Deutschland


WM in Ungarn - Bestandsaufnahme des deutschen Teams

„Ein Traum wird wahr!“ – Mit einem Augenzwinkern spricht Bundestrainer Andre Kwiatkowski das aus, was so manche deutsche OLer in diesen Tagen denken: Die Rückkehr von Karin Schmalfeld auf die internationale Bühne wurde vielerorts mit Vorfreude und Begeisterung aufgenommen. Doch bei aller Euphorie – was ist denn realistisch drin für Karin und unsere Männer nächste Woche bei der WM in Ungarn?

Karin Schmalfeld ist zurück
Karin Schmalfeld ist zurück

Gut motiviert ist unser Team, das ist klar. Die Vorbereitung der deutschen Mannschaft stand ja unter dem Motto „Hung(a)ry for success!“ Dass es schwer wird, eben diese Erfolge zu erreichen ist auch klar. Jeder weiß um die Stärke der Konkurrenz und dass die Deutschen bei der Vergabe der Medaillen in diesem Jahr wohl eher nicht mitreden werden. Aber nur zum „Auffüllen“ des Starterfeldes reisen sie auch nicht in das ungarische Miskolc. „Erst mal ins A-Finale kommen und dann angreifen!“ Das könnte die Marschroute für die WM sein.

Hier eine Bestandsaufnahme unserer Mannschaft im Schnelldurchlauf:

Für Karin Schmalfeld begann die Saison leider nicht optimal. Von Januar bis April konnte sie aufgrund von Knieschmerzen so gut wie gar nicht laufen. Erst zusammen mit ihrem Physiotherapeuten Rupert Motyczka bekam sie das Problem in den Griff. Umso überraschender dann die super Resultate bei der Tiomila und den deutschen Hochschulmeisterschaften, wo sie in der Staffel sogar einigen Eliteherren erfolgreich Paroli bot. Danach reifte dann auch ihre Entscheidung, bei der WM an den Start zu gehen. „Ich habe mich zwar relativ kurzfristig für die WM entschieden, aber dennoch gut überlegt.“ sagt Karin. „Das Leistungszentrum Ostwestfalen, mit Patti und mir als WM-Teilnehmer, hat ein paar richtig gute OL-Einheiten gemacht und dazu Intervalltraining mit Ungarn-Routenwahl-Memos. So freue ich mich auf Ungarn und die Herausforderung, auch wenn ich gar nicht einschätzen kann, wo ich im Moment stehe.“

Aber wir müssen keine Angst haben, dass alle deutschen Hoffnungen dieses Jahr nur auf zwei Schultern ruhen. Im Gegenteil, Herrentrainer Andreas Lückmann traut seinem Team einiges zu: „Ich hoffe, dass die Jungs im Trainingslager noch einmal einen richtigen Motivationsschub und auch Trainingsreiz bekommen haben. Und vor allem, dass sie am Ausmerzen der dort zum Teil haarsträubenden Fehler gearbeitet haben. Wenn das klappt, kann es jeder von ihnen in sein A-Finale schaffen. Leif und Alex können auf jeden Fall in die Top 20 laufen. Christian wird die fehlende OL-Praxis spüren. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass er durch seinen Hunger auf OL und auf Erfolg ein richtig gutes Ding landet. Und auch die Herrenstaffel kann ganz vorn mit dabei sein.“

Diese Einschätzung teilen die Aktiven. Christian Teich gibt als Ziel vor: „Ich gehe optimistisch rein, da ich weiß was mich erwartet. Ich denke schon, dass ich ein A-Finale erreichen kann und da auch eine gute Platzierung möglich sein könnte. Die größten Chancen sehe ich im Sprint. Die Geschwindigkeit ist da. Das schnelle Entscheidungsvermögen auch - jetzt muss ich es nur noch umsetzen. Ich will schon gern unter die ersten 30 kommen.“

Alex Lubina legt nach: „Ich bin heiß und freue mich auf die WM! A-Finale sollte schon drin sein im Sprint und dann mal schauen. Waldsprint ist vielleicht nicht ganz optimal für mich, aber im Bereich des letzten Jahres möchte ich schon landen... Für die Staffel wünsche ich mir ein spannendes Rennen, in dem alle drei deutschen Läufer viel Gegnerkontakt haben.“

Leif Bader hatte letztes Jahr aufgrund seiner Verletzung viel Trainingsausfall zu beklagen und ist daher trotz hervorragender Staffelergebnisse dieses Jahr eher vorsichtig optimistisch: „Ziel ist, endlich den Einzug ins Mittel-Finale zu schaffen und dann dort alles so umzusetzen wie bei den Staffel-Startstrecken. Auf der Langstrecke ist es für mich ein Erfolg, wenn ich das Ergebnis aus der Ukraine wiederholen kann.“ – Das war damals immerhin ein 22. Platz!

Patrick Hofmeister musste wieder viel auf alternatives Training setzen, da die Achillessehnenbeschwerden noch nicht auskuriert sind. Trotzdem die klare Ansage: „A-Finale ist das große Ziel!“

Das gilt auch für Torben Wendler, der vielleicht sogar mit zwei A-Finals liebäugeln darf, wenn der Kopf "mitmacht".

Neu ist, dass die Höhe der finanziellen Zuwendungen für den OL im nächsten Jahr zum Teil auch von den bei dieser WM erbrachten Leistungen abhängt. Für die dafür notwendige Top-8-Plazierung müsste aber wirklich alles ideal passen. Ein Puzzlestein ist immerhin schon gelegt: Dank der Zuwendungen des Fördervereins begleitet ein Physiotherapeut unser Team bei der WM und sorgt hoffentlich für optimale Regeneration zwischen den Läufen.

An alle Fans geht die Bitte der Läufer: „Feuert uns frenetisch an, dann werden wir auch gut sein!“

Zur Erinnerung hier noch einmal das komplette WM-Programm:
Sonntag, 16.8.2009: WM Mitteldistanz Qualifikation
Montag, 17.8.2009: WM Langdistanz Qualifikation
Mittwoch, 19.8.2009: WM Mitteldistanz Finale
Donnerstag, 20.8.2009: WM Sprint Quali + Finale
Freitag, 21.8.2009: WM Staffel
Sonntag, 23.8.2009: WM Langdistanz Finale


Mehr:
Webseite der WM OL 2009

Autor: Nationalteam
Eingestellt am 12.08.2009

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