Orientierungslauf in Deutschland


Drei Meister auf zwei Strecken

Das war ein Saisonabschluss, wie er nicht besser hätte sein können: Die Deutschen Meisterschaften im Ski-Orientierungslauf auf der Tauplitz-Alm in der österreichischen Steiermark hatten alles, was nötig war: Anspruchsvolles Gelände, ideale Witterungsbedingungen, perfekte Schneeverhältnisse, gut präparierte und gelegte Loipen, kurze Wege und schließlich eine makellose Organisation, für die die Naturfreunde Linz einstanden. So gab es spannende Wettkämpfe mit nicht immer erwarteten Ergebnissen. Während sich Bernd Kohlschmidt (SV Robotron Dresden) Gold auf der Langdistanz sicherte, teilten sich Sebastian Bergmann (SV TU Ilmenau) und Andrej Sonnenberg (Osnabrücker TB) den Titel auf der Mitteldistanz. Bei den Damen wurde Anne Heinemann (SV Robotron Dresden) Deutsche Meisterin über die Mitteldistanz.

Das rund 1700 Meter hoch gelegene Gelände der Tauplitz-Alm hatte mit seinem Dolinen-reichen Gebiet gute Voraussetzungen für anspruchsvolle Wettkämpfe. Und die Organisatoren rund um Alois Mair nutzten das vor zwölf Jahren Weltcup-erprobte Gelände ideal. Entsprechend groß war der Zulauf bei den Wettkämpfen, die gleichzeitig Alpencup und Österreichische Staatsmeisterschaften waren, aus verschiedenen Ländern. Nationalmannschaftsläufer aus der Schweiz, aus Lettland, Bulgarien und Rumänien waren zugegen. Um so höher war die Zeit von Bernd Kohlschmidt zu bewerten, der am Samstag auf der Langdistanz bei seiner erfolgreichen Titelverteidigung die zweitbeste Zeit hinter Lokalmatador Johann Kugler überhaupt ablieferte. Auch die anderen deutschen Läufer hielten im internationalen Vergleich sehr gut mit. Silber ging nahezu erwartungsgemäß an Andrej Sonnenberg (Osnabrücker TB), der sich knapp vor Eike Bruns (MTK Bad Harzburg) durchsetzte. Der wiederum holte sich Bronze etwas überraschend und ebenso knapp vor dem sicheren Medaillenkandidaten Sebastian Bergmann (SV TU Ilmenau).

Allerdings ließ sich Sebastian Bergmann nicht lange bitten und schlug am Sonntag auf der Mitteldistanz zurück. Mit einem beherzten Lauf lieferte er sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Titelverteidiger Andrej Sonnenberg, das am Ende keiner der beiden für sich entscheiden konnte. So gab es schließlich wegen Zeitgleichheit zwei Deutsche Meister auf dieser Strecke. Bronze ging an Bernd Kohlschmidt. Bemerkenswert war die Leistung der Junioren Florian Bergmann (SV TU Ilmenau) und Bojan Blumenstein (OSC Kassel). Sie hatten die selbe Strecke wie die Elite und hätten mit ihren Zeiten Bronze beziehungsweise Rang fünf geholt. Auf der etwas ungewöhnlich als Postennetz-Orientierungslauf ausgetragenen Mitteldistanz kam auch eine Damen-Meisterschaft zustande. Anne Heinmann holte sich den Titel vor den beiden Juniorinnen Lucca Blumenstein (OSC Kassel) und Anne Ziemke (SV Robotron Dresden).

Insgesamt waren die Nachhol-Wettkämpfe für die im Februar wegen Schneemangels ausgefallenen Deutschen Meisterschaften sehr gelungene Titelkämpfe, die Lust auf mehr machten. Und mehr wird es bald geben, denn die Meister haben nur eine sehr kurze „Amtsperiode“. Bereits am 31. Januar und 1. Februar stehen die Deutschen Meisterschaften 2009 im Ski-Orientierungslauf an. Dann stehen wieder die Naturfreunde Linz für kombinierte Deutsche und Österreichische Titelkämpfe ein, die sie dann in der Nähe von Passau ausrichten werden.


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Autor: Eike Bruns
Eingestellt am 28.12.2008

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