Orientierungslauf in Deutschland


Staffelsilber beim Junior European Cup

Ein erfolgreiches Wochenende hat die deutsche Mannschaft beim Junior European Cup verbracht. Die Wettkämpfe in den Altersklassen 18 und 20 über die Mittel- und Langdistanz mit abschließender Staffel fanden in diesem Jahr im belgischen Arlon statt. Höhepunkte aus deutscher Sicht sind ganz sicher der dritte Platz auf der Mitteldistanz von Bjarne Friedrichs sowie die Silbermedaille der deutschen Staffel.

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Der Junior European Cup (JEC), der jedes Jahr abwechselnd in den sechs Gründernationen (neben Belgien und Deutschland sind das Frankreich, Österreich, die Schweiz und Großbritannien) statt findet, lockte in diesem Jahr nur 11 Nationen in die belgischen Ardennen. Ein Grund dafür war sicher der ungewohnte Zeitpunkt Ende August - einige Nationen richteten an genau diesem Wochenende ihre nationalen Meisterschaften aus. So fehlten neben Großbritannien auch Dänemark und Norwegen. Traditionell wird beim JEC gerade in den so genannten A-Nationen Nachwuchsläufern eine Chance gegeben, so dass die absolute Weltspitze nicht anwesend war. Dennoch - das Niveau ist mit Sicherheit hoch.

Gleich am ersten Wettkampftag konnte die deutsche Mannschaft ein erstes Ausrufezeichen setzen. In der H18 musste Bjarne Friedrichs nur die Franzosen Basset und Ringot ziehen lassen und konnte nach einer durch viele Grünposten geprägten Strecke den dritten Platz belegen. Christoph Brandt fand in der Klasse H20 gut ins Rennen, verlor aber leider an einigen Posten Zeit, so dass am Ende ein siebter Rang heraussprang. Gut verkaufen konnte sich in dem Feld der 18-jährigen auch Christoph Prunsche, eigentlich noch H16-Läufer. Er wurde unter 37 Athleten 16..

Auf der physisch fordernden Langdistanzbahn am Sonntag konnte Christoph Brandt trotz verletzungsbedingtem Trainingsrückstand einen akzeptablen vierten Platz erreichen, 24 Sekunden vom Bronzerang entfernt. Bjarne musste seinem kraftraubendem Lauf vom Vortag Tribut zollen und wurde nur elfter. "Das war heute einfach nicht drin" sagte er nach dem Rennen zu der 6 Minuten besseren Siegerzeit vom Schweizer Florian Howald.

Mit hohen Erwartungen ging das Team in die abschließende Staffel. Zwar war allen klar, dass sich Schweizer, Tschechen und Franzosen nicht unter Wert verkaufen würden, dennoch peilte die Mannschaft auf eine Top-3 Platzierung an. Startläufer Christoph Brandt lieferte - im Gegensatz zu vielen Favoritenstaffeln wie der Schweiz oder Frankreich - ein sicheren Lauf ab und konnte in der Verfolgungstram ca. 90 Sekunden nach den führenden Tschechen auf Bjarne Friedrichs wechseln. Der lief ein starkes Rennen und konnte den Rückstand in einen ebenso großen Vorsprung verwandeln, so dass Matthias Kretzschmar als Führender auf die Schlussstrecke ging. Als auch auf der zweiten der beiden am Ziel vorbeiführenden Pflichtstrecken die verfolgenden Österreicher und Tschechen noch einen möglicherweise ausreichenden Rückstand hatten, keimte natürlich die Hoffnung auf den Sieg. Leider unterlief Matthias auf den letzten 900 Metern noch ein kleinerer Fehler, so dass Österreich auf- und schließlich knapp überholen konnte. Was blieb war ein zweiter Platz - und der Sieg über als stark einzuordnende Staffeln wie der Schweiz, Frankreich und Tschechien. Trotz des relativ schwachen Teilnehmerfeldes ein äußerst respektabler Erfolg. Die guten Läufe von Franz Cruse und Christoph Prunsche, die in einer Mixed-Staffel auf dem 5. Platz gelandet wären, rundeten einen aus deutscher Sicht sehr erfolgreichen Tag ab. Die Messlatte für die im Oktober stattfindenden Jugend-Europameisterschaften liegt jetzt hoch!


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Autor: Tim Schröder
Eingestellt am 03.09.2008

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