Orientierungslauf in Deutschland


DM Lang 2008 - mit Laserscanning Höhendaten

Die Teilnehmer der Deutschen Einzelmeisterschaft über die Langdistanz laufen am 27. September wohl auf der ersten OL-Karte, die in Deutschland mit Laserscanning Höhendaten als Aufnahmegrundlagen erstellt wurde.


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Beispielausschnitt: Höhenkurven, Hillshading, fertige OL-Karte
Beispielausschnitt: Höhenkurven, Hillshading, fertige OL-Karte

Mit ein Grund für diese Premiere war der Umstand, dass es dem ausrichtenden SV Baindt gelang, mit dem Schweizer Kartenaufnehmer Urs Steiner einen international anerkannten Profi-Aufnehmer gewinnen zu können, der bereits mehrere Kartenprojekte mit Laserscanning-Daten absolvierte und dieser Technik erhebliche Vorteile zuspricht.


Beim Airborne Laserscanning wird das Gelände überflogen und punktgenau abgetastet. Jeder Geländepunkt wird dabei durch dreidimensionale Koordinatenwerte definiert, das Gelände damit mit sehr hoher Präzision aufgenommen. Diese vorhandenen Punktdaten, wurden von der OCAD AG zu einer Höhenbildkarte und einem Hillshading, einem Geländereliefbild, ausgewertet. Diese Grundlagen bildeten, neben dem klassischen Luftbild die Grundlagen für Urs Steiners Aufnahmearbeiten.

Der Hauptunterschied zur klassischen Vorgehensweise mittels topographischer Grundlagenkarte liegt darin, dass das Höhenbild mit 1m Höhenkurven das Gelände extrem fein und vor allem sehr viel präziser als klassische Grundlagenkarte darstellt.

Aus dem Reliefbild können zusätzlich Geländeformationen mit hoher Auflösung und Lagegenauigkeit erkannt werden. So können selbst Wege und Pfade, die über das Luftbild nicht erkennbar sind vorab in die Zeichengrundlage eingearbeitet werden.

Auch wenn die Höhenkurven zunächst viel zu fein sind, so dienen selbst kleinste Höhenunterschiede als Lageinformation. "…somit weiß ich meist immer, wo ich mich im Gelände befinden, die Position stimmt exakt was vor allem in steilerem Gelände ein erhebliche Zeitvorteil darstellt…" meint Urs Steiner.


Wettkampfleiter Lothar Halder und Bahnleger Florian Schädler sind von der Qualität der Grundlagen und Urs Steiners Aufnahmearbeit begeistert. Beide haben das DM-Gelände ausgewählt und dabei ein glückliches Händchen bewiesen. Die ständigen Geländewechsel machen es physisch anspruchsvoll, die teilweise extrem detailreiche Karte fordert höchste Konzentration beim Orientieren.

Ein ausgeprägtes Höhenbild mit vielen Hügeln und Senken ist das Überbleibsel eines großen, eiszeitlichen Endmoränenzuges und führt mit dem "Heißer Forst" zu einer OL-Karte, die man in Deutschland nicht erwarten würde. „So ein Gelände haben wir selbst in der Schweiz nicht, so etwas vermutet man eher in Dänemark“ spricht Urs Steiner begeistert vom "Heißer Forst", ein Name der treffender nicht sein könnte.

Der Schweizer weiß wovon er spricht. Seine erste OL-Karte nahm er im Alter von 15 Jahren auf. Heute, mit 35-jähriger Berufserfahrung ist er mit Kartenprojekten voll ausgelastet und ist als Aufnehmer und Bahnleger international anerkannt. Auch wenn er für Weltmeisterschaften (z.B. WM 2003/Schweiz) und Weltcupläufe (z.B. Stein am Rhein 2007) schon Karten aufgenommen und Bahnen für die Weltbesten gelegt hat, so ist es für den ehemaligen Nationaltrainer der Schweizer Damen doch auch eine Premiere: nämlich seine erst Kartenaufnahme in Deutschland!

OL-Gruppe Baindt


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Autor:
Eingestellt am 17.08.2008

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