Orientierungslauf in Deutschland


Welt-Cup und O-Festivalen

Am Wochenende fand in Norwegen nicht nur der Welt-Cup, sondern auch das Sport-Festival (wie der Name schon sagt) statt, der letzte Test vor der Junioren-WM für Philipp Müller. Mit über 7000 Anmeldungen hat das O-Festivalen sich als einer der größten Wettkämpfe neben Tiomila, Jukola und O-Ringen etabliert. Dieses Jahr fand es direkt südlich von Oslo statt, nächstes Jahr westlich von Oslo, immer am Mittsommer-Wochenende.

Neben Welt-Cup war der Wettkamp auch Ranglistenlauf (CraftCup) für die norwegischen Junioren. Am Start dort auch ein Deutscher, Philipp Müller für Halden SK (in Deutschland startend für Post Dresden). Am Mittwoch fährt er nach Göteborg, um Deutschland bei der JWM zu repräsentieren. Wir haben ihn gefragt, wie der letzte Test vor der JWM war.

Nationalteam (N): Am Freitag war Mitteldistanz. Du warst 14., mit 4:40min Rückstand. Im darauf basierenden Langdistanz-Jagdstart am Samstag hattest du die viertbeste Zeit und hast dich bis auf Platz 5 hochgelaufen. Bedeutet das, dass du in Form bist vor der JWM?

Philipp (P): Hmm, ich denke schon. Sie wird auf jeden Fall immer besser, die Form, und mit meinen Läufen am Wochenende bin ich sehr zufrieden. Mein bestes CraftCup-Resultat bisher. Jetzt bin ich zuversichtlich für das, was kommt.

N: Die Ergebnisliste sagt auch, dass du näher und näher an die norwegischen JWM-Läufer heran kommst. Bedeutet das, dass es bei der JWM auch für einen Deutschen möglich sein wird, die Skandinavier in Skandivanien zu schlagen?

P: Das wird nicht einfach werden, aber wir werden es zumindest versuchen. Und schaffen. Es werden ja nicht alle Skandinavier bei allen Wettkämpfen super Läufe machen.

N: Heute bei der O-Festival-Staffel machtest du für Halden Skiklubbs drittes Team 14 Plätze gut. Unter anderem hast du die polnische [und neuseeländische und australische] Juniorenmannschaft und Italia 1 passiert. Du warst in der Siegermannschaft beim Deutschland-Cup und beim JJVLK. Heißt es, dass du auch in Göteborg die JWM-Staffel laufen wirst, und welche Möglichkeiten hat die deutsche Mannschaft?

P: Wer von uns vier Jungs – alle gut in Form - bei der JWM die abschließende Staffel für Deutschland laufen wird, entscheidet sich höchstwahrscheinlich erst kurz vorher. Bundestrainer Tim Schröder wird seine Entscheidung sicherlich hauptsächlich auf Grundlage der voran gegangenen JWM-Ergebnisse treffen.

N: Du bist dieses Jahr auch Jukola gelaufen. Wie ist O-Festivalen als O-Fest im Vergleich und macht es Sinn für einen Deutschen, dorthin zu fahren?

P: Also ich fand beide Veranstaltungen herrlich, mit toller Atmosphäre, wirklich guten, anspruchsvollen Karten und Bahnen. Was für O-Festivalen spricht ist, dass es nicht bloß ein Lauf ist, sondern drei. Und man braucht nicht zu siebt zu sein; die Jukola ist ja eine 7-Mann- beziehungsweise 4-Frau-Staffel. Es lohnt sich auf jeden Fall, zum O-Festivalen zu fahren: So schönes Gelände gibt es bei deutschen OL`s nunmal leider nicht. Und auf dem Weg kann man einen Zwischenstopp und eine OL-Einheit in Halden einlegen und zum Beispiel die geschichtsträchtige Vereinshütte von Halden Skiklubb, Høiås, oder die berühmte Festung anschauen, den einzigen Ort, wo ein schwedischer König allem Anschein nach von Norwegern getötet wurde...

N: Du hast nun fast ein Jahr in Halden als Au-pair gearbeitet. Außer dass du die Stadt magst, was hat dieses Jahr dir als OL'er gegeben?

P: Ich habe eine Menge gelernt! Bei vielen qualitativ hochwertigen Trainings mit einigen der weltbesten Orientierungsläufern glaube ich, mir einiges an Wissen und Erfahrungen angeeignet zu haben. Ich habe viel über skandinavisches Gelände gelernt – das Orientieren dort ist ein völlig anderes – und auch über Staffel-OL, denke ich. Und, nicht zu vergessen, hatte ich jede Menge Spaß beim OL und viele schöne und unvergessliche Augenblicke und Erlebnisse mit Halden Skiklubb.

N: Wir wünschen Philipp viel Spaß und Glück bei der JWM, und danken ihm für die Antworten.

P: Bitteschön.


Autor: Nationalteam
Eingestellt am 23.06.2008

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