Orientierungslauf in Deutschland


Wilfried Holthoff verstorben

Am 2. September verstarb nach kurzer schwerer Krankheit der OL-Pionier Wilfried Holthoff. Er war seit über 40 Jahren unermüdlich für die Weiterentwicklung des Orientierungslaufs in Deutschland im Einsatz.

Wilfried wurde Mitte der sechziger Jahre durch den Kontakt mit schwedischen OLern, die versuchten im Westdeutschen Skiverband die Sportart zu etablieren, mit dem OL-Virus infiziert. Seit dieser Zeit war er regelmäßig zusammen mit seiner Familie in vielen Startlisten im In- und Ausland zu finden. Dabei standen immer der Spaß am Orientieren und der Aufenthalt in der Natur im Mittelpunkt, weniger Platzierungen und Ranglistenpunkte.

Zusammen mit der OLG Kamen und später mit der Sport-Union Annen organisierte er dutzende von OL-Wettkämpfen, darunter über 10 Bundesranglistenläufe, drei Deutsche Meisterschaften und verschiedene Länderkämpfe. Seine Karten und Bahnen fanden Beachtung weit über die Grenzen Westfalens hinaus.
Ein Glücksfall für den Deutschen OL war, dass Wilfried, durch eine günstige Vorruhestandregelung bereits mit 55 Jahren in den (Un-)Ruhestand gehen konnte. Seit 1988 konnte er sich nun noch intensiver seinem Hobby widmen. In diese Zeit fällt sein über 10-jähriges Engagement als Landesfachwart OL in Westfalen sowie seine Tätigkeit als Kartenzeichner und Wettkampfleiter beim Deutschen Turnfest 1990, der WM 1995 und den Deutschen Meisterschaften Klassik 1996.

Der breiten OL-Öffentlichkeit wurde er in den letzten Jahren durch eine Reihe von Karten- und "Entwicklungshilfeprojekten" bekannt. Zusammen mit seiner Frau Christa erstellte er hochwertige OL-Karten in Hessen, Westfalen, in der Pfalz, in Brandenburg und Schleswig-Holstein. Dabei ließ er es nicht bei der Kartenaufnahme bewenden, sondern unterstützte unerfahrene Vereine tatkräftig mit seiner großen Erfahrung bei der Organisation von Bundesveranstaltungen.

Mit Wilfried Holthoff verlieren wir einen Verfechter für das wirklich Wichtige beim OL: Qualitativ hochwertige Karten und altersgerechte Bahnen. Faktoren, die im Zeitalter von SI, Internetforen und TV-Übertragungen manchmal verloren gehen. Seine Erfahrung und seine direkte Art Probleme anzugehen werden uns fehlen. Wilfried wurde 74 Jahre alt.

Seinem Wunsch entsprechend wurde er in dem sauerländischen Dorf Meinkenbracht mit Blick auf den Höhenrücken der Homert (DM Klassik 1996) und drei seiner OL-Karten beigesetzt.


Autor: Uwe Dresel
Eingestellt am 20.09.2007

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