Orientierungslauf in Deutschland


Die deutsche OL-Elite hautnah, Teil 2: Esther Doetsch

In dieser Ausgabe vom "Orientierungslauf.de-Profil", möchten wir Euch Esther Doetsch vorstellen. Esther ist seit 2004 festes Mitglied der deutschen Nationalmannschafts-Auswahl. Zur deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz wird Esther sicherlich eine tragende Rolle in der weiblichen Juniorenklasse spielen und wie wir wissen, hat sie sich auch für die Junioren-Weltmeisterschaften in Litauen Anfang Juli qualifiziert. Viel Spass beim Lesen


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Hallo Esther, um erst mal einen besseren Eindruck zu bekommen, um wen es sich in dieser Ausgabe handelt, stelle dich doch mal kurz vor.

Ich bin eine 17 Jahre alt und wohne in Dietzenbach, was in der Nähe von Frankfurt a.M. ist. Als ich 5 Jahre alt war ist meine Familie von Frankfurt nach Dietzenbach gezogen und ich laufe seit 1997 für den OLV Steinberg. Im Verein koordiniere ich die Trainings und mache mit zwei Freundinnen die Vereinszeitschrift.

Du kommst ja aus einer richtigen OL-Familie die in der ganzen Welt verstreut ist und versucht deutschen OL zu verbreiten. Wie kamst du zum OL und wer ist „Schuld“ an deinem „dabei bleiben“?


Meine Brüder kamen irgendwann durch Nachbarn zum OL und sind dann außer ein paar kleinen Ausrutschern auch dabei geblieben. Durch meine Brüder war unsere ganze Familie in den Verein eingetreten und 1997 machte ich einen meinen ersten OL. Seitdem bin ich nicht mehr davon losgekommen. Ich denke, dass das mal abgesehen von dem Spaß den ich dabei hatte, das auch daran lag, dass im Verein viel für uns „Kleine“ angeboten wurde. Außerdem wollte ich natürlich das Gleiche wie meine großen Brüder machen und da der Spaß da war, blieb ich dabei.

Deine Saison 2005 verlief ja sehr erfolgreich mit mehreren Deutschen Meistertiteln. Sicherlich hast du dir als Ziel für diese Saison gesetzt, dass ganze in 2006 wieder zu erreichen. Wie sahen dein Wintertraining und deine Saisonvorbereitung aus, um genau das zu erreichen?


Ich startete mein Wintertraining bewusst relativ spät um Verletzungen wie letztes Jahr zu vermeiden. Das Training wurde langsam aber kontinuierlich aufgebaut und auch immer wieder auf die Gesundheit geachtet. Neben den langen Einheiten versuchte ich möglichst viele Trainings mit Karten zu machen.
Meine Zielsetzung für dieses Jahr sind jedoch nicht deutsche Meistertitel, sonder die Junioren WM in Litauen. Langfristig gesehen ist es mein Ziel gut in die Damenelite einsteigen zu können. Auf dem Weg zur JWM würde es mich natürlich sehr freuen, wenn ich Meistertitel „mitnehmen“ könnte, jedoch ist dies nicht der Schwerpunkt.
Mit den Trainingslagern in Portugal und auf Usedom trainierte ich noch mal die O-Techniken, die ich voraussichtlich auch bei der JWM brauchen werde und versuchte noch möglichst viel aus dem JWM-relevanten Wald mitzunehmen.


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Welche Disziplin liegt dir am Besten und welche magst du überhaupt nicht?


Ich mag vor allem Mitteldistanz und Staffel. Die Mitteldistanz gefällt mir insofern gut, dass man versuchen muss, wirklich ständig die Kontrolle zu haben und trotzdem teilweise ein hohes Tempo gehen muss. Bei der Staffel fasziniert mich der ständige Gegnerkontakt, ein sehr eindrucksvolles Erlebnis war da der Spring Cup 2006, bei dem ich Start lief.
Mit der Langdistanz hadere ich manchmal noch ein wenig.

Die Junioren-Weltmeisterschaften finden dieses Jahr in Litauen statt und nächstes Jahr in Australien. Beides sind zwei total unterschiedliche Geländetypen, wie wirst du dich gezielt vorbereiten?


Dieses Jahr haben wir die einmalige Chance vor der JWM in einem relevanten Gelände in Litauen zu trainieren. Ich werde natürlich diese Chance nutzen um mich mit dem auf der Karte doch sehr grünen Gelände auseinander zu setzen und vor allem auf die Zeichnung der Höhenlinien (sind eher Täler oder Hügel gezeichnet) zu achten. Auch die Trainingslager in Portugal und auf Usedom werden mir hoffentlich helfen mit dem Höhenbild in Litauen zu recht zu kommen.
Ein relevantes Gelände für Australien zu finden wird sicher um einiges schwerer werden als dieses Jahr, aber ich denke, dass man die verschiedenen Techniken auch hier üben kann. Ich werde versuchen möglichst auf vielen Karten zu trainieren um einfach die verschiedenen Geländetypen kennen zu lernen und auch zu lernen mit diesen umzugehen. Außerdem werde ich mich, wie auch schon dieses Jahr für Litauen, mit Karten von Australien beschäftigen.

Wie sieht eine normale Trainingswoche bei dir aus?


Ich trainiere in vier Wochen Blocks, wovon drei Wochen wirkliche Trainingswochen sind und sich die Belastung immer steigert. Die vierte Woche ist dann eine Regenerationswoche, in der Ausgleichssport ansteht. In einer Woche trainiere ich ca. 3-6-mal, wovon 1-2 der Trainings OL-Trainings sind.

Orientierungslauf ist in Deutschland eher eine Randsportart, doch wie könntest du dir vorstellen mehr Menschen in deiner Umgebung für den OL zu werben?


Ich finde man sollte noch mehr an Schulen gehen und Kinder auf leichte OL-Strecken schicken. Der OLV Steinberg praktiziert das seit vielen Jahren und auch wenn es meistens nicht viele sind die ernsthaft weiter machen, so steigert es doch den Bekanntheitsgrad von OL.
Auch Wettkämpfe wie „Jugend trainiert für Olympia“ für Jüngere sind meiner Meinung nach sehr wichtig, da sie viele Schüler erreichen und diese dann gleich die schöne Stimmung eines Wettkampfs mitbekommen und vielleicht Interesse an der Sportart bekommen.
Artikel in den regionalen Zeitungen erregen doch häufig Aufmerksamkeit und vielleicht sollte man genau deswegen immer wieder versuchen kleine Artikel beizusteuern, so dass OL immer präsent ist.


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Jetzt noch einige Stichwortfragen:


Daumenkompass (r/l) oder Plattenkompass ? Daumenkompass
Deutsche Staffel- oder Deutsche Mannschaftsmeisterschaften? Staffel
Pizza oder Pasta? Beides
Ein Zitat deiner Wahl? Wende dich stets der sonne zu, dann fallen die schatten hinter dich.
Welchen OL-Schuh trägst du? Integrator
Technischer- oder „Heizer“-Wald? Am Besten eine Mischung.
Massenstart oder Einzelstart? Einzelstart
OL steht persönlich für dich für Spaß, Freunde, Höhen und Tiefen, Verbindung zwischen Kopf und Laufen

Ich danke dir für das wirklich interessante Interview und wünsche dir eine erfolgreiche Saison 2006. Als Abschluss hast du noch das freie Wort:

OL ist für mich einfach die schönste Sportart, die zwei wichtige Dinge verbindet: Das Denken und das Laufen. Deswegen möchte ich einfach an dieser Stelle dem OLV Steinberg danken, vor allem Elfi Coppik, die mich in meinen Anfängen sehr unterstützt hat und immer noch eine sehr wichtige Stütze des Vereins ist.

Das Interview führte Torben Wendler
Kritik und Anregung bitte an hskdancer@gmail.com


Autor: Tim Schröder
Eingestellt am 08.06.2006

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