Orientierungslauf in Deutschland


Junioren-WM: Langdistanz der Extreme

Eine enorme Hitzeschlacht mit Temperaturen um 32°C war das heutige Rennen auf der Langdistanz. Dazu kamen noch die zu langen Bahnen, so dass bei vielen Teilnehmern der Akku gegen Ende einfach leer war. Dennoch, die deutsche Mannschaft lieferte ein Spitzenergebnis ab. Von den sechs Startern liefen fünf in die erste Hälfte des Feldes – beachtlich! Hervorstechend sind hier die beiden Top30-Platzierungen von Jitka Kraemer (25.) und Patrick Hofmeister (28.). Weltmeister wurden die beiden Norweger Olav Lundanes und Mari Fasting.


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Platz 25 für Jitka Kraemer
Platz 25 für Jitka Kraemer

Bei heißen Temperaturen wurden die überlangen Bahnen für einige zur Qual. Insbesondere auf der Damenstrecke haben sich die Veranstalter deutlich verschätzt. Statt 55 Minuten wie es geplant war brauchte die Siegerin Mari Fasting 63:14 min. für die 6,5 km lange und mit 350 hm gespickte Bahn. Die früh gestartete Norwegerin musste ganze 3 Stunden im Ziel um ihren Sieg zittern, bis feststand dass die erste Richtzeit vom Morgen durch niemanden mehr unterboten werden kann. Knapp geschlagene zweite wurde Fastings Landsmännin Elise Egseth während die Bronzemedaille nach Finnland zu Paula Iso-Markku geht.
Die deutschen Mädchen hatten mit den extrem harten Bedingungen zu kämpfen. Jitka Kraemer begann stark, lag weite Teile des Rennens um Platz 11, musste dann aber gegen Ende der Strecke der Hitze und dem physischen Anspruch Tribut zollen und verlor so noch recht viel Zeit. Heraus kam ein dennoch ausgezeichneter 25. Platz mit ca. 13 Minuten Rückstand zur Siegerin und nur ca. 6 Minuten zu einer Top10-Platzierung.
Ähnlich verlief das Rennen für Rebecca Reischuk. Gestern im Mitteldistanzfinale noch 37., musste auch sie heute etwas Lehrgeld zahlen. Vollkommen entkräftet und von Krämpfen geplagt kam sie auf den 45. Platz. Für sie war das jetzt bereits der dritte harte Wettkampf in Folge, zum Glück ist morgen ein Ruhetag bevor es am Samstag um Staffelmedaillen geht. Beide mussten nach dem Zieleinlauf zunächst ärztlich betreut werden. Das Küken im JWM-Team, Sandra Juras, hatte im steilen Tessiner Wald große Konditionsprobleme und wurde am Ende 106., für sie war der Wettkampf schlicht zu hart, aber sicher eine wichtige Erfahrung für die nächsten Jahre. Sandra feiert morgen am Ruhetag ihren sechzehnten Geburtstag, hoffentlich ist sie bis dahin wieder weitestgehend regeneriert.


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Patrick Hofmeister: 28. Platz auf der Langdistanz
Patrick Hofmeister: 28. Platz auf der Langdistanz

Was die Norwegischen Damen begannen, wurde von den Herren fortgesetzt, hier von Olav Lundanes. Der erst achtzehnjährige behielt trotz der hohen Umgebungstemperaturen einen kühlen Kopf und konnte sich in der Zeit von 72:39 über 9,5 km und 480 Steigungsmeter den Sieg sichern, 4:30 min. vor dem Zweitplazierten, Andreas Rüedlinger aus der Schweiz. Auf Rang drei lief der Franzose Philippe Adamski, der lange Zeit führte, jedoch von den beiden später startenden Lundanes und Rüedlinger doch noch überholt wurde.
Auch die Herrenstrecke war von Extremen geprägt, die Letzten der Kategorie haben mehr als die dreifache Siegerzeit gebraucht. Die Deutschen konnten sich aber auch hier gut behaupten. Patrick Hofmeister steigerte sich nach einem eher mittelmäßigen Beginn immer mehr und kam so mit 93:17 auf den sehr guten 28. Platz – nebenbei bemerkt dieselbe Platzierung wie bei der letzten JWM. Auch Philipp Müller zeigte seine Stärken und lief ein starkes wenn auch einsames Rennen, das in dem 44. Rang mündete. Seine Zeit: 97:42. Vier Minuten langsamer war Sören Lösch, Platz 68 das Resultat.

Trainer Jan Birnstock lobte nach dem Wettkampf vor allem das gute Mannschaftsergebnis. Trotz der Extrembedingungen fanden sich bis auf die Jüngste alle in der vorderen Hälfte ihres Feldes wieder. Bei bis zu 6 Startern pro Nation und damit insgesamt ca. 170 Junioren und 125 Juniorinnen ist das eine beachtliche Leistung. Ebenso beachtlich, dass alle fast durchgängig auf sich alleingestellt orientieren mussten, also keine Trams ausnutzen konnten. Gerade bei diesen schwierigen äußeren Bedingungen zeugt das von einer großen mentalen Stärke.


Morgen folgt wie schon erwähnt der dringend erforderliche Ruhetag bevor es am Samstag in den abschließenden Staffelwettkampf geht.

M20 (172), 9,5km, 480 hm
1 Lundanes Olav (NOR) 72:39
2 Rüedlinger Andreas (SUI) 77:16
3 Adamski Philippe (FRA) 78:12
4 Dent Julian (AUS) 79:52
5 Kovács Ádám (HUN) 81:23
6 Krajcík Michal (SVK) 82:57
28 Hofmeister Patrick (GER) 93:17
44 Müller Philipp (GER) 97:42
68 Lösch Sören (GER) 101:57

W20 (125), 6,5 km, 340 hm
1 Fasting Mari (NOR) 63:14
2 Egseth Elise (NOR) 63:31
3 Iso-Markku Paula (FIN) 65:47
4 Persson Anna (SWE) 66:55
5 Lüscher Sara (SUI) 67:01
6 A-Skantze Elin (SWE) 68:17
25 Kraemer Jitka (GER) 76:30
45 Reischuk Rebecca (GER) 84:47
106 Juras Sandra (GER) 126:46


Mehr:
Ergebnisse der Langdistanz
Homepage der JWOC

Autor: Tim Schröder
Eingestellt am 14.07.2005

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