Orientierungslauf in Deutschland


Bulgarien bittet Deutschland um Schnee und Eis

Für die heute beginnenden Wettkämpfe zu den Weltmeisterschaften im Ski-Orientierungslauf im bulgarischen Borovets gibt es relativ wenig Schnee, im Gegensatz zu manchen Landstrichen in Deutschland derzeit. Aktuell gibt es aber auch Neuschnee.

Nichts destotrotz starten heute die Läufe über die Sprintstrecke. Dienstag soll die Staffel folgen. Das Wettkampfprogramm wurde erheblich umgekrempelt.
Sehr bedauerlich ist, dass die Staffel vorgezogen wird. Zumindest fuer unsere Damen, da sie kein komplettes Staffel-Team stellen koennen. Der Grund liegt darin, dass Katrin Renger urspruenglich mit zur WM fahren sollte, aufgrund einer nicht verschiebbaren Pruefung am naechsten Sonntag die anfangs fuer Sonnabend geplante Staffel aber nicht mehr mitlaufen konnte. Nun hat sie aber aus bisher noch nicht endgueltig geklaerten Ursachen ganz davon abgesehen, ueberhaupt mit nach Bulgarien zu kommen, was fuer unsere beiden Maedels nun um so bitterer ist, da nun die Staffel eigentlich doch zustande gekommen waere, was nicht gerade fuer grosse Freude bei Antje und Christiane sorgt.
Davon abgesehen ist das Team insgesamt sehr guter Stimmung. Auch wenn ihnen die Wetterverhaeltnisse vor ein paar Wachsprobleme stellen koennten, gehen sie frohgemut ins morgige Rennen,

Seit Sonnabend ist das deutsche Team vor Ort. Es besteht in diesem Jahr aus sechs Teilnehmern und damit wieder (vor allen Dingen aus finanziellen Gründen) aus zwei Teilnehmern mehr als noch vor zwei Jahren in Krasnojarsk in Sibirien.
Bei den Damen trägt Antje Bornhak (OLA TSV Deggendorf) die größten Hoffnungen im gesamten Team. Trotz ihr letztjährigen Abstinenz vom Ski-OL ist sie dieses Jahr wieder gut auf die "Bretter" zurückgekommen.
Bei ihr darf man gespannt sein, ob sie an ihre alte Leistungen anknüpfen kann und vielleicht sogar mit einer Topp-Platzierung unter den ersten 15 überraschen kann (ganz im Sog der deutschen Langlauf-Überraschungen in Soldier Hollow).
Als zweite Dame ist Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) mit dabei. Für sie ist es die erste "Erwachsenen-WM", dennoch verfügt sie schon über viel internationale Erfahrung. Gerade der Juniorinnen-Kategorie "entschlüpft", wird es interessant zu sehen sein, wie gut sie die Umstellung auf die physisch anspruchsvollen Strecken meistert.
Bei den Herren liegen die größten Hoffnugen aus deutscher Sicht auf Falk Hähnel (OL-Team Wehrsdorf). Nach seiner "WM-Pause" 1998 und 2000 darf man vom ihm sicherlich wieder gute Ergebnisse erwarten. Das hat seine ansteigende Form, seit er im letzten Winter seine langwierige, krankheitsbedingte Auszeit überwunden hatte, gerade in den letzten Rennen gezeigt. An seinen Spitzenplatzierungen, die mit z.B. Rang 22 1996 zu den besten Ergebnissen der deutschen Herren bei Ski-OL-WMs überhaupt gehören, darf man ihn aber sicherlich noch nicht messen.
Hoffnungsreich ist sicherlich auch Bernd Kohlschmidt (Chemnitzer Polizei-SV). Der jüngste Herr im Team gehört vor allen Dingen zu den laufstarken Ski-OLern, der in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht hat. Zwar haben ihn einige Prüfungen in letzter Zeit eingeschränkt, dennoch dürfte er bei seiner zweiten WM für ähnlich gute Ergebnisse wie Falk sorgen.
Ein in dem Sinne noch unbeschriebenes Blatt ist Bengt Hanßke (MTK Bad Harzburg). Für ihn es ist es das Debüt bei einer Ski-OL-WM. Dennoch verfügt auch er über eine gute internationale Erfahrung. Zudem gehört er als amtierender Deutscher Hochschulmeister im Skilanglauf und einer der besten 20 Skilangläufer Deutschlands zu den läuferisch stärksten im Team. Vor allen Dingen die Langstrecke ist sein Metier. Zudem wird diese im Massenstart ausgetragen, was gute Erfolgsaussichten für Bengt, der zuletzt sein beachtliches orienterieungstechnisches Talent bewiesen hat, in sich birgt.
Eike Bruns/MTK Bad Harzburg, vierter Herr, wurde vom Pech verfolgt. Nach zwei (!) durchlebten Magen-Darm-"De"fekten ist seine anfangs gar nicht so schlechte Form leider dahin, weswegen er sich bei den Herren zunächst hinten einordnen muss. Wichtig wird es daher für mich sein, in der Staffel so stabil aufzutreten, dass diese endlich wieder einmal Platz 12 (1998 und 2000) übertreffen kann. Zudem versucht er als "Spielertrainer" dem Team vor Ort die Steine aus dem Weg zu räumen und die geneigte Leserschaft - sofern ein Internetanschluss vorhanden ist - immer aktuell auf dem Laufenden zuhalten.

Noch ein Überblick, was uns die nächsten Tage erwartet:
Das WM-Programm ist seit diesem Jahr um die Mitteldistanz erweitert worden und daher mit nunmehr vier Wettkämpfen in einer Woche recht
anspruchsvoll.
Den Auftakt macht am Montag die Langstrecke, die mit 21 km und 42 (!) Posten bei den Herren sowie 16 km und 30 Posten bei den Damen in dem recht steilen Gelände physisch sehr anspruchsvoll werden wird. Am Mittwoch folgt dann ebendiese neue Mitteldistanz (11 km 28 P./8 km 19 P.). Zwei weitere Tage später steht der Sprint auf dem Plan, der mit 4,1 km/3,4 km mit jeweils 10 Posten eine eher übliche Postendichte aufweist im Verhältnis zu den beiden sehr postenreichen vorangegangen Wettkämpfen. Der Sprint ist durch die Mittelstrecke zudem eine deutlich kürzere Variante der bisher bei Ski-OL-WMs üblichen Kurzstrecke. Den Abschluss bildet schließlich am Sonnabend die Staffel. Hier wird leider nur eine deutsche Herrenstaffel laufen, die Damenstaffel kommt entgegen ursprünglichen Planungen leider mangels einer dritten Frau nicht zustande.


Eike Bruns / Lutz Spranger


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Autor: Lutz Spranger
Eingestellt am 25.02.2002

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