Orientierungslauf in Deutschland


Harte Titelkämpfe in Abwesenheit der Favoriten

Sowohl die Deutschen Meisterschaften über die Ultralange Distanz als auch die Deutschen Bestenkämpfe über die Sprintdistanz fanden diese Wochenende im sächsischen Grillenburg, mitten im Tharanter Wald gelegen, statt – ein enormer Kontrast! Rund 300 Läufer waren jeweils am Start, wobei einige durchaus eine Disziplin ausließen, um sich voll auf ihre Spezialdisziplin zu konzentrieren.


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Hoffnungsvollster Junior Deutschlands, Patrick Hofmeister im Anzug seines neuen  Vereines am vorletzten Posten auf dem Weg zum Sprinttitel.
Hoffnungsvollster Junior Deutschlands, Patrick Hofmeister im Anzug seines neuen Vereines am vorletzten Posten auf dem Weg zum Sprinttitel.

Dabei mussten sich die Läufer beim Sprint am Samstag ganz rasant auf drei verschiedene Geländetypen einstellen: weitläufige Wiesenflächen, typische Waldpassagen mit nur sehr leichten Steigungen und das kompliziert zu orientierende, bebaute Areal des Grillenburger Schlosses. Gerade im Bereich des Schlossgeländes mussten die Läufer enorm konzentriert zu Werke gehen. Diverse Mauern waren als unpassierbar gekennzeichnet. Hier gab es Auflagen der Schlossverwaltung. Für einige Draufgänger gibt es die Eigenschaft unpassierbar natürlich nicht, denn zugegebener Maßen sahen die Mauern vor Ort eher verfallen und durchaus passierbar aus. Das Missachten der 0,4 mm starken, schwarzen Linie und damit einer Fairnessregel führte dann auch konsequent zur Disqualifikation. Auf die entsprechende Regelung wurde im Vorfeld durch den Ausrichter deutlich hingewiesen (siehe ISSOM - International Specification for Sprint Orienteering Maps, Abschnitt 2, Seite 4 und Symbol Nummer 521.1).
Wir sehen aber wirklich würdige Sieger: der zwanzigjährige Junior Patrick Hofmeister, der kürzlich erst zum lukrativen Bad Harzburger Verein wechselte, holte den Sprinttitel bereits vor zwei Jahren in Hannover. Kann Patrick Hofmeister später auch einmal zum internationalen Sprintstar aufsteigen?
Dagegen ist der Titelgewinn Cornelia Eckardts vielleicht eine Überraschung. Hier kam jahrelange Routine und Erfahrung zum Tragen.


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In jeden Schlosspark gehört ein ordentlicher Hirsch, der allerdings nicht wie vermutet bei jedem verbotenen Überqueren der dicken, schwarzen Linie anfing zu röhren.
In jeden Schlosspark gehört ein ordentlicher Hirsch, der allerdings nicht wie vermutet bei jedem verbotenen Überqueren der dicken, schwarzen Linie anfing zu röhren.

Beim ultralangen Lauf am Sonntag machten vor allem die vielen Gräben im Wald den Wettbewerb zu einer kräftezehrenden Tortur. Massenstart und Schmetterlingsposten ließen den Lauf für alle zu einem sportlichen Erlebnis werden. Immer wieder kommt es so zum Gegnerkontakt und es ist klar – wer als erster die Ziellinie überquert, hat gewonnen. Besonders bei der Herren Elite sah die A3 Karte und die Bahn, im sehr ungewöhnlichen Maßstab 1 : 10000, mit 55 Posten wie ein Irrgarten aus. Trotz der vielen Posten gab es auch die für die ultralange Distanz typischen „langen Schläge“.
Gunda Fischer rettete ihre Führung am Ende mit 2 Sekunden vor der immer näher kommenden Meike Jäger auf der bergan führenden Zielpflichtstrecke.
Nils Schmiedeberg machte seinen Sieg 4 Posten vor dem Ende klar. An einem leichten Anstieg konnte er ein ausreichendes Loch zwischen sich und seine Verfolger bringen. Sowohl Gunda als auch Nils trainierten speziell für den Ultralangtitel.

Einige Favoriten nahmen anderweitige Verpflichtungen wahr, entweder wie Karin Schmalfeld bei der wohl bedeutendsten Vereinsstaffel der Welt, der Tio Mila in Schweden oder Ingo Horst und Axel Fischer beim westfälischen Herrmannslauf. Interessant am Rande: Die Abwesenheit der Favoriten war für die geplante aber fehlende Fernsehberichterstattung verantwortlich, nicht wie gemutmaßt die verdiente aber fehlende Dusche für die Meisterschaftsläufer oder der Rechnertotalabsturz. Die letztgenannten Probleme bekommt der größte deutsche OL-Verein als Ausrichter beim nächsten Mal bestimmt in den Griff, denn ansonsten war es wieder ein gelungenes Wochenende.


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Das Grillenburger Schloss und damit auch das Wettkampfzentrum des Sprintwettkampfes ist umgeben von vier Teichen.
Das Grillenburger Schloss und damit auch das Wettkampfzentrum des Sprintwettkampfes ist umgeben von vier Teichen.


















Deutsche Bestenkämpfe Sprint, 23.04.2005
Damen 2.8 km Luftlinie, 14 Posten
1. Cornelia Eckardt 69 USV TU Dresden 15:23
2. Luise Kärger 78 USC Leipzig 15:51
3. Rebecca Reischuk 86 Lübecker Turnerschaft 16:31
Herren 3.0 km Luftlinie, 16 Posten
1. Patrick Hofmeister 85 MTK Bad Harzburg 15:41
2. Christian Roßnegger 72 Bielefelder TG 16:18
3. Nils Schmiedeberg 67 SV Turbine Neubrandenburg 16:29

Deutsche Meisterschaften Ultralange Distanz, 24.04.2005
Damen 16.8 km Luftlinie, 30 Posten
1. Gunda Fischer OLV Weimar 110:17
2. Meike Jäger Gundelfinger TS 110:19
3. Rebecca Reischuk Lübecker Turnerschaft 130:50
Herren 24.6 km Luftlinie, 54 Posten
1. Nils Schmiedeberg SV Turbine Neubrandenburg 147:24
2. Leif Bader Post SV Dresen 148:59
2. Ralph Körner TSV Grünwald 150:08


Mehr:
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Hier gibt es die ISSOM

Autor: Lutz Spranger
Eingestellt am 24.04.2005

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