Orientierungslauf in Deutschland


Der nationale Höhepunkt
Weltcup und Deutsche Meisterschaften

In Cunnersdorf, in der Sächsischen Schweiz durften die knapp 800 Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr in schneller Gesellschaft laufen. Die besten Orientierungsläufer der Welt aus 19 Nationen - die Topathleten waren nahezu alle am Start - liefen direkt nach den Meisterschaftsläufern auf die Weltcupfinalbahnen über ebenfalls die Lange Distanz. Und das deutsche Team konnte einen wirklich großen Sieg feiern: Karin Schmalfeld läuft auf den grandiosen Bronzerang!

Karin Schmalfeld aus Halle an der Saale wird grandios 7 im Weltcupjahr 2004!!!
Karin Schmalfeld aus Halle an der Saale wird grandios 7 im Weltcupjahr 2004!!!

Karin ging das Rennen langsam an, was in dem "Stein-Reichen" Gelände der Sandsteinfelsen auf jeden Fall angebracht war. Ob der vielen steilen Anstiege ging sie diese durchaus, um Kräfte zu sparen. In den dichten Felsengebieten war die höchste Konzentrationsstufe angesagt. Entsprechend der IOF-Regulaarien müssen alle Karten 1 : 15000 gedruckt sein, auch bei diesem Weltcuplauf in der so detailreichen Sächsischen Schweiz. Dafür hatten die Ausrichter dei Detailauszüge im Maßstab von 1 : 7500 von besonders diffizilen Felsengebieten auf die Karte gebracht. Karin Schmalfeld aber zum Beispiel war so konzentriert, dass sie diese Detailauszüge vergaß und alles in 1 : 15000 absolvierte - vielleicht ein Vorteil, denn andere Läufer berichteten, dass sie mit der Maßstabsumstellung während des Laufes nicht zurecht kamen.
Die Schweizer Ausnahmeathletin Simone Niggli-Luder bewies ihre Vormachtstellung und siegte nicht nur mit sehr deutlichen 4:43 min vor der Russin Tania Ryabkina. Diese Platzierung nehmen diese Zwei jetzt auch in der Weltcupendwertung 2004 ein. Karin Schmalfeld erreicht hier einen phantastischen 7. Platz.
Auch bei den Herren heißt der Weltcupgesamtsieger genau so wie der heutige Sieger über den langen Kanten: Holger Hott Johansen aus Nowegen stieß auf der Ziellinie den doppelten Siegesschrei aus. Wieder einmal wird Ingo Horst bester Deutscher, heute mit Rang 25, dicht gefolgt von seinen 5 Teamkollegen, die alle noch Weltcuppunkte holen können. Ingo leistete sich einen mehrere Minutenfehler in einem der Schmetterlingspostengebiete. Fehlerfrei kam aber heute wohl keiner durch. Gleich 11 Herren gaben sogar wegen der harten Bahn auf.

Karin Schmalfelds Platz 7 in der Weltcupwertung 2004 gründet sich auch auf ihren tollen 3. Platz über die heutige Lange Distanz - auf dem Treppchen gemeinsam mit Simone Niggli-Luder (1., Schweiz) und Tatyana Riabkina (2., Russland)
Karin Schmalfelds Platz 7 in der Weltcupwertung 2004 gründet sich auch auf ihren tollen 3. Platz über die heutige Lange Distanz - auf dem Treppchen gemeinsam mit Simone Niggli-Luder (1., Schweiz) und Tatyana Riabkina (2., Russland)

Die Deutschen Meister heißen wie im Vorjahr Karin Schmalfeld (BSV Wagonbau Halle-Ammendorf) und Ingo Horst (TV 1898 Alsbach). Die Meisterschaftsbahn war mit der Weltcupbahn identisch. Ebenso wurde die Bundesrangliste mit diesem letzten nationalen Lauf der Saison entschieden.
Bei vielen Rahmenläufern herrschte im Wald ein teils lustiges Rätselraten, welche Felspassage wohl die Richtige sei, welche Felsnase wohl welchem kleine schwarzen Punkt auf der Karte entsprach usw. Die Posten standen richtig aber oft wirklich dicht an den Stein gedrückt, so dass erst genau der richtige Stein gefunden werden musste, bevor der Postenschirm leuchtete.
Die Karte war an manchen Stellen sehr detailliert. Kartenexperten sahen durchaus Generalisierungsbedarf, um die Lesbarkeit einer so schönen Karte zu erhöhen.
Die Zuschauerresonanz beim Weltcuplauf - vor allem die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften waren angesprochen - war, vielleicht typisch deutsch, etwas verhalten. Aber jeder Zielläufer erhielt seinen Applaus entlang des Zieleinlaufes und die internationalen OL-Stars wurden sogar von Autogrammjägern umlagert.
Nach diesem wunderschönen und so spannenden Lauftag geht es für Weltcupstaffeln in den Abschlußwettkampf. Hier möchten die Deutschen wieder solide Leistungen zeigen.

Die OL-Nation Deutschland ist auf dem richtigen Weg - eine sehr erfolgreiche internationale Saison liegt hinter dem Nationalkader mit seinen Trainern - auf nach Japan!
Die OL-Nation Deutschland ist auf dem richtigen Weg - eine sehr erfolgreiche internationale Saison liegt hinter dem Nationalkader mit seinen Trainern - auf nach Japan!

Weltcupfinale, Lange Distanz, Cunnersdorf, 23.10.2004
Damen
1. Simone Niggli-Luder Switzerland 1:16:41
2. Tania Ryabkina Russia 1:21:24
3. Karin Schmalfeld Germany 1:26:46
...
21. Anke Xylander Germany 1:38:17
30. Cornelia Eckardt Germany 1:44:19
31. Sieglinde Kundisch Germany 1:45:05
35. Elisa Dresen Germany 1:50:03
37. Meike Jaeger Germany 1:56:23
39. Gunda Fischer Germany 2:10:41

Herren
1. Holger Hott Johansen Norway 1:47:50
2. Mats Haldin Finland 1:49:17
3. Andrey Khramov Russia 1:49:48
...
25. Ingo Horst Germany 1:59:35
27. Leif Bader Germany 2:00:24
30. Tilo Pompe Germany 2:02:49
35. Axel Fischer Germany 2:08:28
39. Christian Gieseler Germany 2:11:45
40. Patrick Hofmeister Germany 2:17:34




Weltcup 2004 - Endstand
Herren
1. Holger Hott Johansen NOR 229
2. Andrey Khramov RUS 207
3. Øystein Kvaal Østerbø NOR 207
...
36. Ingo Horst GER 71
71. Leif Bader GER 33
82. Alexander Lubina GER 25
102. Axel Fischer GER 15
110. Christian Gieseler GER 12
112. Tilo Pompe GER 11
119. Christian Teich GER 7
129. Patrick Hofmeister GER 1

Damen
1. Simone Niggli-Luder SUI 286
2. Tatyana Riabkina RUS 251
3. Karolina Arewång-Höjsgaard SWE 232
...
7. Karin Schmalfeld GER 204
26. Anke Xylander GER 93
52. Meike Jaeger GER 33
55. Elisa Dresen GER 31
69. Cornelia Eckardt GER 23
76. Sieglinde Kundisch GER 18
91. Gunda Fischer GER 8


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Autor: Lutz Spranger
Eingestellt am 23.10.2004

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