Orientierungslauf in Deutschland


Knapper WM-Sprint verlangte alles

Vier deutsche Starter im WM-Sprintfinale im schwedischen Västeras, wer hätte das vorher gedacht. Einige Träume der Anhänger flogen hoch, besonders Ingo Horst konnte man im Finale einiges zutrauen. Er, wie auch Axel Fischer, Anke Xylander und Meike Jaeger schlugen sich wirklich wacker - Gratulation!

Anke Xylander, hier am Start zum WM-Sprintfinale
Anke Xylander, hier am Start zum WM-Sprintfinale

Natürlich reichte es nicht zur Medaille. Aber Insider wissen, daß die Leistungen nicht hoch genug einzuschätzen sind.
Eins war allen Finalisten, Anke Xylander (Dresden), Meike Jaeger (Gundelfingen), Ingo Horst (Alsbach) und Axel Fischer (Bielefeld) alerdings gemeinsam: Sie leisteten sich bei dem Höllentempo durch den ansatzweise typisch schwedischen Forst zu viele kleine Fehler. Die Laufleistung erlaubte eher bessere Platzierungen. Die Ausnahmeathletin Simone Niggli-Luder, überragende Titelverteidigerin, führte als ihre Haupttaktik in diesem Wettkampf auch an, daß sie stets die Richtung ganz sicher zum nächsten Posten bestimmt, so entschied über ihren Sieg dann einzig ihre Laufleistung.
Interessanterweise unterliefen nämlich allen vier deutschen Läufern am gleichen Posten (Code 62 für diejenigen, die sich die Karte anschauen) Richtungs- und Unsicherheitsfehler.

Axel Fischer am Zuschauerposten
Axel Fischer am Zuschauerposten

Besonders bei den Herren war es ein äußerst knappes Rennen, die ersten sechs Plätze innerhalb von 8 Sekunden. Der Schwede Niclas Jonasson macht den ersten, so stark erwarteten Heimsieg für die Gastgeber klar. Ingo hat "nur" einen Rückstand von 66 Sekunden (Das verlieren viele Volksportler beim Bundesranglistenlauf auf einer Postenpassage, oder?) und wird gleich auf Rang 23 geschleudert. Axel ist nicht weit dahinter.
Anke durfte in der durch die heftigen Regenschauer eher mäßig gefüllten Arena, nur vielleicht 1500 zahlende Gäste konnten gezählt werden, das erste Zielinterview geben, weil sie als Zweite Startende, eine Weile führte. Sie führte aus, daß im Vergleich zum Vorlauf die Orientierungsanforderungen gestiegen waren. Besonders Meike klagte ein wenig, daß die kurze Zeit im Quartier, hier standen Aus- und Einlaufen, Essen und Bettruhe an, nicht ausreichte, um ihre Beine wieder fit zu bekommen. Sie gab im Vorlauf bereits alles und hatte schon vor dem ersten Posten schwere Beine.

Alles in allem: schöne Leistung! Und morgen stehen im Finale über die Langdistanz ab 9:45 Uhr ja schon wieder VIER (!) Deutsche im Finale - Anfeuerungsrufe vor Ort und per E-Mail sind willkommen!

Die deutsche Fahne läuft als eine der 39 Flaggen bei der Eröffnungszeremonie ins Ziel.
Die deutsche Fahne läuft als eine der 39 Flaggen bei der Eröffnungszeremonie ins Ziel.

WM 2004 in Västeras, Sprint Finale
15.09.2004, Västeras, Damen, 2560 meter
1.Niggli-Luder, Simone Sui 12:32.2
2.Höjsgaard, Karolina A Swe 13:01.1
3.Ingvaldsen, Elisabeth Nor 13:19.5
19.Xylander, Anke Ger 14:29.2
39.Jaeger, Meike Ger 16:08.7

WM 2004 in Västeras, Sprint Finale
15.09.2004, Västeras, Herren, 3060 meter
1.Jonasson, Niclas Swe 13:06.5
2.Omeltchenko, Yuri Ukr 13:09.0
2.Eriksson, Håkan Swe 13:09.0
23.Horst, Ingo Ger 14:12.7
35.Fischer, Axel Ger 14:59.9


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WM im Internet

Autor: Lutz Spranger
Eingestellt am 15.09.2004

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