Orientierungslauf in Deutschland


Die beste WM, die es je gab?

Schweden rüstet sich für die Weltmeisterschaften, die am nächsten Samstag in Västerâs eröffnet werden. Seit einigen Tagen ist das offizielle WM-Lied veröffentlicht und es beginnen die Aufbauten der Zielgelände.

Das Ziel für die Ausrichter ist, die beste WM zu organisieren, die es je gab. Soll heißen: Nachdem die internationalen Wettkämpfe der letzten Jahre vor allem auf Zuschauerfreundlichkeit ausgerichtet waren, wollen die Schweden auch für extrem schweres Gelände sorgen. Es soll gewinnen, wer der beste Orientierer ist. Schon jetzt sorgen die von den schwedischen Organisatoren gestreuten Gerüchte über die einmalige Schwierigkeit der Mitteldistanz für Spannung und Gerüchte. Sogar der Sprint wird in diesem Jahr im Wald stattfinden!
Dass die Zuschauerfreundlichkeit dennoch nicht zu kurz kommt betonen die Ausrichter unterdessen unermüdlich, denn die Stimmung bei einer WM lebt von den Zuschauern. Und die müssen auch in diesem Jahr wieder Eintritt zahlen (bei Staffel und Sprint), was auch in Schweden ungewöhnlich ist. Und gerade für die Zuschauer ist die WM diesmal nicht günstig gelegt- Västerâs kann man nicht gerade als Zentrum von Schweden bezeichnen. Die Kleinstadt liegt ungefähr 100km westlich von Stockholm und ist so zwar von überall eingermaßen gut zu erreichen, allerdings auch von nirgendwo so richtig toll. Hinzu kommt, dass auch in Schweden die Sommerferien zu Ende sind und wohl auch der Sommer.

Dennoch: Es wird wie bei der letzten WM Weltklasse- Speaker Per Forsberg zusammen mit Kjell-Erik Kristiansen kommentieren und natürlich gibt es eine Großbildleinwand mit allerhand Kameras im Wald. Außerdem starten die Läufer von der Zielwiese und es gibt Sichtstrecken, die neben schwedischen Top- Ergebnissen von Jenny Johannson und Emil Wingstedt für eine echte WM- Stimmung sorgen sollen.
Ob dies allerdings gelingt, wissen wir in einer Woche- zu den Zuschauerläufen sind bisher rund 3000 Läufer gemeldet. Für schwedische Verhältnisse ist das doch eine recht kleine Zahl.

So eine WM im „echten“ skandinavischen Gelände mit der schwierigen Belaufbarkeit durch Sümpfe, Steine und Heidelbeerkraut liegt den deutschen Orientierungsläufern an sich natürlich nicht so gut. Zu kurz sind die Zeiten, die die meisten Läufer neben Beruf oder Studium in dieser Art von Gelände trainieren können. Dennoch meint man, sich gut vorbereitet zu haben. Neben einem Trainingslager zum „Peaking“ vor vier Wochen waren die meisten Läufer im Team noch mehrere Wochen zum Techniktraining in Schweden. Denn auch für Deutsche gilt: Wer bei dieser WM im Heimatland des Orientierungslaufs gut sein wird, der kann sich als ein richtig, richtig guter Orientierer bezeichnen. Und das ist die höchste Weihe, die man als Orientierungsläufer erreichen kann...


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WM 2004

Autor: Ingo Horst
Eingestellt am 07.09.2004

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