Orientierungslauf in Deutschland


Mozart und die OL-Jugend Europas

Die mittlerweile dritte offizielle Jugend-EM fand am vergangenen Wochenende im österreichischen Salzburg statt. Zwar blieb in diesem Jahr eine Podiumsplatzierung aus, jedoch konnte das deutsche Team mit einer ansprechenden Mannschaftsleistung aufwarten, die dann immerhin auch noch eine Top 10 und mehrere Top 20 - Platzierungen brachte.

Zum Auftakt stieg am Freitagnachmittag der Sprint in Salzburgs Altstadt, mit Start auf dem hoch über der Stadt tronenenden Mönchsberg. Eine Schwierigkeit bestand darin, den Wechsel zwischen waldähnlichem Parkgelände, das streckenweise sehr grün war, und den engen, mit Touristen verstopften Gängen der Mozartstadt korrekt umzusetzen. Zwei vollkommen unterschiedliche Gelände, und das bei einem Sprint von 2,0 bis 2,6 km Länge.
Die ergiebigen Regenfälle der vorangegangenen Tage (eine Viertelstunde vor dem Start ging noch ein Gewitter mit Sturzregen über Salzburg nieder) machten das Laufen auf dem Berg nicht unbedingt einfacher.
Vielen - auch deutschen - Läufern wurde insbesondere der anspruchsvolle erste Teil zum Verhängnis, trotz intensiver Vorbereitung auf den Wettkampf. Auch die vielen Gänge der Altstadt waren nicht immer so einfach zu finden, wie es die Karte erscheinen ließ. So mancher stand plötzlich in einer Pizzeria oder einem Friseurgeschäft.

Philipp bei der Normal Distance
Philipp bei der Normal Distance

Für ein positives Highlight aus deutscher Sicht sorgte Maike Brandt aus Ilmenau in der D 16. Sie wurde unter 70 gestarteten Läufern 12.. Am Sichtposten noch sehr aussichtsreich lag auch Esther Doetsch (Steinberg), die aber leider wertvolle zeit verlor, in dem Sie zunächst einen falschen Posten anorientierte, so wurde es "nur" Platz 33. Noch einen Platz besser als Maike - nämlich als 11. - kam JWM-Starter Philipp Müller (Dresden) ins Ziel.
Dass 9 von deutschen 15 Läufern den Sprint in der besseren Hälfte Ihrer Altersklasse beenden, zeigt mit Sicherheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Am Samstag ging es dann nach Henndorf, etwa 30 Kilometer von Salzburg entfernt. Hier stand die "Normaldistanz" auf dem Programm, dahinter verbirgt sich eine leicht verkürzte Langdistanz.
Das Gelände war bereits von einem Training und dem Model-Event bekannt, die Läufer wussten, was sie erwartet.
Steile Hänge, die aufgrund der schon beschriebenen Nässe äußerst schwer zu laufen waren, viele Gräben und einige schwere Routenwahlen machten den Wettkampf zu einem EM-würdigen Lauf.
Besonders hervor tat sich Esther Doetsch, die in der D16 sehr gute 10. wurde, der Abstand auf einen Podiumsplatz hielt sich erfreulicherweise in Grenzen. Nach einem verkorksten Sprint war die Normaldistanz für Sandra Juras (ebenfalls D16, aus Görlitz) fast so etwas wie ein Befreiungsschlag. Platz 16 machte vieles wieder wett.

Susann wechselt auf Sandra
Susann wechselt auf Sandra

Die Staffel am Sonntag - mit demselben Zielplatz wie am Tage zuvor - wurde noch einmal spannend. Den Knaller lieferte Sören lösch aus Jena, der die H18-Staffel anlief und als 2. zum Wechsel kam. Joel Schleeh (Lübeck) musste dann als zweiter Läufer Federn lassen, so dass die Staffel am Ende Platz 10 (von 20) belegte.
Besser machten es die gleichaltrigen Damen. Rebecca Reischuk (Lübeck) lief ein (fast schon gewohnt) souveränes Rennen und konnte als vierte mit sehr knappem Rückstand wechseln. Jenny Seib (Hannover) und Schlußläuferin Angela Hoke konnten diesen Platz zwar nicht halten, jedoch durch sehr kluge und taktische Läufe noch andere Läuferinnen abfangen und so mit dem 8. Rang das beste Reultat des Tages liefern.
Die beiden 16er-Staffeln konnten leider nicht überraschen und blieben im Mittelfeld, hervorzuheben wäre allerdings noch Esthers Startlauf, von dem sie als fünfte zurückkehrte.

Alles in Allem brachten diese Europameisterschaften zwar keine Überraschungen für Deutschland, jedoch wurde deutlich, dass der Rückstand zu den anderen Nationen nicht größer wird - im gegenteil. Zu beachten ist auch, dass die Resonanz auf die Jugend-EM in den europäischen Nationen immer Größe wird. Dieses Jahr äußerste sich das in 20 teilnehmenden Nationen, zudem wird die Spitze immer stärker. Und die Deutschen sind teilweise gar nicht so weit entfernt. Das macht Hoffnung auf die nächsten Jahre.



25.06.2004 - Salzburg
Result Sprint


Women -16 (73) 2.0 km 40 m 13 C
1 Oleynichenkova Nina 88 Russia 12:31,7
2 Machútová Lucie 88 Czech Republic 13:23,4
3 Rozova Tatiana 88 Russia 13:25,2
12 Brandt Maike 88 Germany 14:21,7
33 Doetsch Esther 88 Germany 15:46,8
41 Jahn Susann 88 Germany 16:18,2
68 Juras Sandra 89 Germany 24:16,1

Women -18 (69) 2.4 km 40 m 14 C
1 Wicha Iwona 87 Poland 15:03,3
2 Macinska Jana 86 Slovakia 15:46,6
3 Krafková Lucie 86 Czech Republic 15:52,7
27 Reischuk Rebecca 86 Germany 17:32,6
30 Seib Jenny 86 Germany 17:49,8
31 Hoke Angela 86 Germany 17:55,0

Men -16 (77) 2.4 km 35 m 14 C
1 Chromý Adam 88 Czech Republic 12:52,6
2 Szabo András 88 Hungary 12:54,8
2 Kodeda Stepán 88 Czech Republic 12:54,8
11 Müller Philipp 88 Germany 13:44,2
39 Brandt Christoph 89 Germany 15:42,9
49 Kluge William 89 Germany 17:30,4
52 Bergmann Florian 89 Germany 18:57,5

Men -18 (78) 2.7 km 75 m 16 C
1 Glibov Ruslan 87 Ukraine 15:33,6
2 Ryzhkou Siarhei 86 Belorussia 15:34,5
3 Krajcik Michal 87 Slovakia 15:37,1
24 Bergmann Sebastian 87 Germany 17:31,8
30 Lösch Sören 87 Germany 17:39,4
32 Gaedtke Max 86 Germany 17:41,0
46 Schleeh Joel 86 Germany 18:13,3



26.06.2004 - Henndorf/Neumarkt
Result Normal Distance


Women -16 (70) 4.8 km 200 m 15 C
1 Mendel Tatiana 88 Russia 45:52
2 Karochová Simona 88 Czech Republic 47:30
3 Rozova Tatiana 88 Russia 48:59
10 Doetsch Esther 88 Germany 51:46
16 Juras Sandra 89 Germany 54:00
36 Brandt Maike 88 Germany 61:40
39 Jahn Susann 88 Germany 62:47

Women -18 (65) 5.5 km 290 m 16 C
1 Würmli Sara 87 Switzerland 53:31
2 Goffre Anaïs 86 France 54:58
3 Knechtli Lilian 86 Switzerland 55:57
21 Seib Jenny 86 Germany 66:08
38 Hoke Angela 86 Germany 72:50

Men -16 (74) 6.4 km 250 m 17 C
1 Kodeda Stepán 88 Czech Republic 50:41
2 Rass Jonas 88 Italy 51:22
3 Meuli Jonas 88 Switzerland 51:34
23 Müller Philipp 88 Germany 59:58
39 Brandt Christoph 89 Germany 63:19
51 Bergmann Florian 89 Germany 67:22
58 Kluge William 89 Germany 69:01

Men -18 (75) 7.0 km 290 m 17 C
1 Krajcik Michal 87 Slovakia 51:06
2 Benes Jan 87 Czech Republic 53:38
3 Mazurek Filip 86 Poland 54:42
31 Gaedtke Max 86 Germany 64:25
35 Bergmann Sebastian 87 Germany 65:29
39 Lösch Sören 87 Germany 67:31
43 Schleeh Joel 86 Germany 68:40



27.06.2004 - Henndorf/Neumarkt
Result Relay


Women -16 (20)

1 16 Russia 1:29:41
2 4 Czech Republic 1:32:19
3 8 Hungary 1:32:30
12 7 Germany 1:50:36
Esther Doetsch 88 32:40 32:40 5
Susann Jahn 88 40:46 1:13:26 13
Sandra Juras 89 37:10 1:50:36

Women -18 (20)
1 39 Poland 1:52:47
2 29 Czech Republic 1:55:21
3 37 Lithuania 1:56:12
8 32 Germany 2:07:38
Rebecca Reischuk 86 38:26 38:26 4
Jenny Seib 86 43:43 1:22:09 7
Angela Hoke 86 45:29 2:07:38

Men -16 (20)
1 54 Czech Republic 1:34:50
2 58 Hungary 1:38:43
3 61 Latvia 1:41:00
13 57 Germany 2:00:43
Christoph Brandt 89 36:48 36:48 10
Philipp Müller 88 36:57 1:13:45 10
William Kluge 89 46:58 2:00:43

Men -18 (20)
1 93 Slovakia 1:43:19
2 79 Czech Republic 1:43:22
3 90 Romania 1:45:33
10 82 Germany 1:55:49
Sören Lösch 87 34:56 34:56 2
Joel Schleeh 86 42:28 1:17:24 11
Sebastian Bergmann 87 38:25 1:55:49


Mehr:
Ergebnisse, Karten, Routenwahlen...

Autor: Tim Schröder
Eingestellt am 01.07.2004

© 2001-2017 TK OLImpressum