Orientierungslauf in Deutschland


1700 auf Deutschlands grösster Insel

Bereits zum 30. Mal kam ein buntes, internationales Läuferfeld zum Ostsee-Orientierungslauf, diesmal auf Rügen und in Form eines 3-Tage-OL, zusammen. Der Lauf am Pfingstsonntag zählt gleichzeitig zur Weltrangliste und zur Bundesrangliste. Zu einem noch überraschenden Sieg kam es in der Herrenklasse.

Anke Zentgraf Jena und Susanne Bergmann aus Ilmenau versuchen gemeinsam im diffizilen, ehemaligen Militärgelände zurechtzukommen.
Anke Zentgraf Jena und Susanne Bergmann aus Ilmenau versuchen gemeinsam im diffizilen, ehemaligen Militärgelände zurechtzukommen.

Leif Bader (OLV Steinberg) konnte sowohl die skandinavische Konkurrenz als auch Ingo Horst, Christian Gieseler und Tilo Pompe in Schach halten. In der Damenkategorie siegte einmal mehr souverän Karin Schmalfeld von der BSV Halle-Ammendorf. Ihre Form ist im Hinblick auf die nahende EM und WM beeindruckend. Die heute nominierte deutsche EM-Mannschaft wird separat hier bekannt gegeben.
Das Laufgelände war detailreich und filigran strukturiert. Zahlreiche ehemalige militärische Anlagen wie Löcher, Gräben und Hügel sowie unregelmäßig bewachsene Freiflächen erforderten eine präzise Orientierung. Alle waren sich einig, dass OL eine wunderbar friedliche Nutzung des ehemaligen Truppenübungsgeländes darstellt. Nils Schniedeberg und Andre Kern leisteten hier professionelle Kartenaufnahmearbeit auf die sich Gesamtleiter Peter Hacker, der sich zu allem Überfluss zwei Wochen vor der Veranstaltung die Achillessehne riss und das Organisationsteam aus dem Lehnstuhl heraus steuern musste.

Auch für den 70-jährigen Sven Jonsson von der schwedischen PER NORDAHL AB ging es quer durch technisch und läuferisch anspruchsvolle offene Flächen.
Auch für den 70-jährigen Sven Jonsson von der schwedischen PER NORDAHL AB ging es quer durch technisch und läuferisch anspruchsvolle offene Flächen.

Auf die Fläche gerechnet ist der Orientierungslauf in Mecklenburg-Vorpommern personell unterentwickelt. Umso erstaunlicher, was die aus vielen Teilen Deutschlands zusammengetrommelten Organisatoren leisteten. Sicher waren hier und da kleine Unsicherheiten zu bemerken aber das Engagement und das tolle Wetter ließen keine schlechte Laune aufkommen. Immerhin wurde der in diesem Jahr größte OL Deutschlands abgehalten. Bei einer Meldezahl von 1700 wurde ein Anmeldeschluss ausgesprochen, weil die Karten sonst nicht gereicht hätten. Zur hohen Starterzahl haben nicht zuletzt allein 700 Schweden beigetragen In ihren Wäldern finden während einer Wildschonzeit keine Wettkämpfe statt.
Eine Chance verpasst haben die Norddeutschen sicher, dem OL zu einem Stück mehr Popularität zu verhelfen. Zu Plakaten, Transparenten oder ähnlichen Aktionen reichten die Kräfte des rührigen Teams am Ende doch nicht.
Kurios: ein Jäger versetzte seinen Hochstand in hochfrequentierter Zielnähe doch tatsächlich eine Woche vor dem Lauf – 20 kräftige Arme setzten ihn vor Wettkampfbeginn an seinen alten Platz und nach dem Lauf wieder zurück.

Friedlicher Hochbetrieb in alten Schützengräben.
Friedlicher Hochbetrieb in alten Schützengräben.















Bundes- und Weltranglistenlauf am 30.05.2004, Binz
Damen 8,3 km Luftlinie, 23 Posten
1 Karin Schmalfeld BSV Halle-Ammendorf 56:52
2 Meike Jaeger Gundelfinger Turnerschaft 1:02:32
3 Gunda Fischer OLV Weimar 1:03:20
4 Anke Xylander USV TU Dresden 1:04:02
5 Sieglinde Kundisch USV TU Dresden 1:05:34
6 Luise Kärger USC Leipzig 1:05:37

Herren 15,3 km Luftlinie, 33 Posten
1 Leif Bader OLV Steinberg 1:27:37
2 Truels Nielsen OK Pan 1:28:41
3 Hakan Svensson Bredaryds SOK 1:30:05
4 Ingo Horst TV 1898 Alsbach 1:34:11
5 Christian Gieseler OLG Siegerland 1:34:31
6 Tilo Pompe SV Robotro Dresden 1:34:39


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Autor: Lutz Spranger
Eingestellt am 31.05.2004

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