Orientierungslauf in Deutschland


Super-Gau zum Prager Ostern

Der 3-Tage Lauf Prager-Ostern im Kokorin Tal 50km nördlich von Prag wurde in diesem Jahr quasi in letzter Minute abgesagt. Fassungslos standen die Orientierungsläufer aus zahlreichen Nationen im Wettkampfzentrum. Die Posten für die erste Etappe waren schon gehängt, das Start- und Zielgelände aufgebaut.

Organisatoren Oster-OL
Organisatoren Oster-OL

Seit Jahren schon wurde der Prager-Oster-OL im Landschaftsschutzgebiet Kokorin Tal ausgetragen, bedeutete seit jeher einen der schönsten aber auch anspruchsvollsten Wettkämpfe in Tschechien. Die Absage traf damit in diesem Jahr nicht nur die von weit her angereisten Skandinavier, Belgier, Österreicher schwer, sondern auch die Liebhaber anspruchsvoller Strecken im Felsgelände. Ganz abgesehen vom Veranstalter, der sich sofort bereiterklärte die Startgelder zurückzuerstatten und auch weitere Unkosten zu übernehmen. Nach einer Stellungnahme kam vollkommen unverhofft drei Tage vor Start des Wettkampfes eine Entscheidung der Staatlichen Umweltinspektion das der Lauf aufgrund von seltenen Vogelarten nicht stattfinden kann. Mehrere Versuche diese Entscheidung zu revidieren schlugen fehl, so dass der Lauf abgesagt werden musste.

Kartenausschnitt Oster-OL
Kartenausschnitt Oster-OL

Der Veranstalter teilte nach der Absage im Wettkampfzentrum sämtliche Karten aus, so dass die Orientierungsläufer trotzdem auf den drei Etappen trainieren konnten. Positiv an diesem Wochenende ist das rege Organisationstalent der Dresdner Vereine festzuhalten. Nach der Absage der Läufe wurde schnell gehandelt und am Sonnabend eine eigene Bahn im 20km entfernten Doksy vorbereitet. Dieser wurde von vielen deutschen Vereinen genutzt. Kartenmaterial, Posten und SI-Stationen waren für das im Anschluss stattfindende Sachsentrainingslager vorhanden. Wie damals zum legendären Osterwanderpokal war auch diesmal Rainer Müller einer der Hauptorganisatoren des Laufes. Die Strecken waren auch bei Läufern der deutschen Nationalmannschaft sehr begehrt. Die Elitestrecke mit ca. 12 km gewann in 84 Minuten Tilo Pompe. Damit konnten viele Orientierungsläufer dann mit zumindest einem anspruchsvollen Wettkampf in Tschechien die Heimreise antreten.


Autor: Daniel Härtelt
Eingestellt am 11.04.2004

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