Orientierungslauf in Deutschland


Deutsches MTBO- Team mit guten Ergebnissen beim Weltcup in Polen

Am Sonntag und Montag fanden die Läufe der 2. Weltcup- Runde des Mountainbike- Orienteerings im polnischen Szklarska Poreba statt. Einigen Aktiven dürfte das Gelände am Fuße des Riesengebirges als Austragungsort diverser Ski- OL`s sicher ein Begriff sein. Was für den Ski- Ol offensichtlich gut geeignet ist, muß jedoch für Radfahrer nicht unbedingt genauso gut funktionieren. Obwohl die extremen Anstiege fehlten waren viele Pisten auf Grund der Wegebeschaffenheit so schwer zu befahren, dass Schieben oder Tragen oft die bessere oder einzige Alternative war. Die deutschen Teilnehmer kämpften alles in allem recht ordentlich und konnten auch für die eine oder andere Überraschung sorgen!

Das Damenteam mit Gerit Pfuhl, Anke Dannowski und Antje Bornhak erkämpfte sich einen Platz auf dem „verlängerten Treppchen“.
Das Damenteam mit Gerit Pfuhl, Anke Dannowski und Antje Bornhak erkämpfte sich einen Platz auf dem „verlängerten Treppchen“.

Natürlich waren es in erster Linie wieder unsere Damen, die mit guten Ergebnissen aufhorchen ließen. Allen voran Anke Dannowski vom ESV Dresden, die ihre sehr guten nationalen Ergebnissen nun auch im Vergleich mit den anderen Ländern bestätigen konnte. Nur knapp 2 Minuten (bei 125 min Siegerzeit!) am Edelmetall vorbei, belegte sie einen hervorragenden 4. Platz. Für Antje Bornhak, in Rom noch auf dem Podest zu finden, reichte es diesmal „nur“ zum 8. Platz. Die beiden anderen Starterinnen Sylvia Thomas und Gerit Pfuhl fanden sich mit doch schon deutlichem Rückstand leider in der zweiten Hälfte der Ergebnisliste wieder.
Neben den Kraftreserven auf dieser zu langen Strecke (die angestrebte Siegerzeit wurde um 30% verfehlt) waren letztendlich die Routenwahlen von entscheidender Bedeutung. Und die glichen einer Lotterie. Trotz zusätzlicher Wegesignatur konnte man nicht wirklich sicher sein, ob ein Weg befahrbar war, selbst wenn er als Weg mit mittelmäßiger Fahrbehinderung klassifiziert war. Diese Kritik müssen sich die polnischen Ausrichter ganz klar gefallen lassen, die es zudem nicht verstanden haben die Streckenlängen richtig zu timen (auch bei den Männern gab es statt 120 min eine 145er Siegerzeit).
Im Herrenwettbewerb setzte sich fast nahtlos fort, was schon in Rom im Frühling zu beobachten war: Die Finnen dominieren die Szene! In der Staffelkonkurrenz unschlagbar, belegten sie mit Mika Tervala und Jussi Mäkilä auch im Einzelrennen auf der langen Distanz die Plätze 1 und 3. Als Spielverderber auf dem 2. Platz fungierte der Australier Alex Randell, für den sich die weite Anreise mit Sicherheit gelohnt hat. Zwei unserer Herren, Axel Deinert und Holger Mager fuhren ein gutes Rennen und konnten auf den Plätzen 24 und 25 immerhin noch Weltranglistenpunkte abfassen. Für einen angestrebten Spitzenplatz unter den ersten 15 reichte es aber bei keinem, dazu hätte es in besagter Lotterie mindestens eines 5ers bedurft.
Die anderen 4 Starter begingen entweder große Fehler (Falk Wenzel), hatten technische Defekte (Harry Männel), kamen mit der Strecke nicht zurecht (Heiko Gossel) oder teilten sich ihre Kraft nicht richtig ein (Ronny Klinke).
Das Staffelrennen am darauffolgenden Tag zeigte jedoch, dass durchaus Potential in den deutschen Teams steckt: So war es fast eine kleine Sensation, dass Holger Mager als Startfahrer an dritter Position liegend noch vor den Tschechen und Franzosen an Harry Männel übergab. Eine falsche Entscheidung seinerseits ließ zwar die Träume vom Überraschungscoup platzen, aber auf Grund eines starken Schlussabschnitts von Axel Deinert wurde das Herrenteam am Ende noch 8.
Bei den Damen fuhren Gerit Pfuhl, Anke Dannowski und Antje Bornhak auf einen guten, wenn auch undankbaren 4. Platz. Für die Männer wäre dies ein Traumergebnis, bei den Damen löste es jedoch eher Spekulationen aus, was hätte sein können, wenn man den ein oder anderen Fehler nicht gemacht hätte, oder vielleicht in Bestbesetzung angetreten wäre...

Wahrlich keine Magerkost war Holger Magers Staffelfahrt auf den zwischenzeitlichen 3. Rang.
Wahrlich keine Magerkost war Holger Magers Staffelfahrt auf den zwischenzeitlichen 3. Rang.

Lange Zeit über die eigenen Fehler nachzudenken bleibt aber sowieso nicht, denn schon ab Freitag gibt es die 3. Weltcup- Runde im tschechischen Pilsen. Dann stehen 3 Einzel- Rennen auf dem Programm die sicherlich jedem/r Fahrer/in alles abverlangen werden. Man darf gespannt, ob sich unsere Damen wieder so gut in Szene setzen können, und ob es diesmal ein deutscher Fahrer unter die besten 20 der Welt schafft.

Heiko Gossel zog des öfteren  seine dynamische „Schiebetechnik“ der Buckelpisten- Holperei vor.
Heiko Gossel zog des öfteren seine dynamische „Schiebetechnik“ der Buckelpisten- Holperei vor.

Ergebnisse Langdistanz:

Frauen:
1.Coupat Laure FRA 125.38
2.Hrdinova Marie CZE 130.09 +4.31
3.Räber Christine SUI 130.57 +5.19

4.Dannowski Anke Dresden 133.07 +7.29
8.Bornhak Antje D.dorf 138.48 +13.10
23.Thomas Sylvia Wehrsdorf 163.25 +37.47
31.Pfuhl Gerit Dresden 173.03 +47.25

Männer:
1.Mika Tervala FIN 145.05
2.Alex Randall AUS 149.20 +4.15
3.Jussi Mäkilä FIN 153.12 +8.07

24.Deinert Axel Werdau 174.18 +29.13
25.Mager Holger Dresden 175.09 +30.04
34.Wenzel Falk Leipzig 182.14 +37.09
45.Mannel Harald Wehrsdorf 192.16 +47.11
47.Gossel Heiko Dresden 192.51 +47.46
58.Klinke Ronny Dresden 211.56 +66.51


Autor:
Eingestellt am 09.09.2003

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