Orientierungslauf in Deutschland


Vorbereitungen zum Rekordversuch

Seit 1976 hat es keiner mehr geschafft, schneller zu sein. 10:48min ist der magische Rekord, den der damals 37-jährige heutige Trainerratsvorsitzende Peter Gehrmann auf dem 3km-Luftlinienlauf durch den „Toten Gefreiten“ aufstellte.

„Toter Gefreiter“ nennt man in westfälischen Orientierungsläuferkreisen die Sandfläche auf dem riesigen Truppenübungsplatz „Senne“ zwischen Paderborn und Bielefeld, die als Panzerübungsplatz ohne scharfen Schuß benutzt wird.
Jetzt wollen es die „Jungen“ mal wieder wagen, den Rekord zu verbessern, nachdem vor ein paar Jahren ein ähnlicher Versuch motivierter und vor Kraft strotzender Nationalteam-Läufer kläglich scheiterte.

Die Strecke wird für den Rekordversuch nicht ausgeschildert, sondern die Läufer sehen am fernen Horizont ihr Ziel, einen Erddamm. Zuweilen verschwindet dieser hinter den sanft gewellten Hügeln der weiten Heidefläche, Kiefernwäldchen säumen oder versperren den Weg des Läufers, es gilt, die tiefen Fahrspuren und offenen Sandflächen schlau zu umlaufen. Der direkte Weg ist sowieso nicht am schnellsten, also hier kein Unterschied zum OL. Ein bisschen Erfahrung gehört deshalb auch hier dazu, wenn man die tiefen, sandigen Panzerspuren und die flachen Täler an den idealen Stellen queren will.

Übrigens: Der „Tote Gefreite“ scheint magische Heilungskräfte zu haben und wäre damit nach den zahlreichen Heilquellen Deutschlands die erste Heilfläche. Ingo Horst, der wegen einer Magen- Darm- Grippe zunächst die Strecke nur abwandern wollte, wurde im Anblick der Heidefläche plötzlich gesund. Spontanheilung. „Peter, ich glaube, ich bin gesund“, unterbrach er plötzlich den Trainerratsvorsitzenden in einer Erzählung über damals, riss sich Jacke, Pullover und warme Jogginghose herunter und rannte den anderen nach, ergriffen von der Jagd nach dem Rekord.

Selbstverständlich wird orientierungslauf.de aktuell über den Rekordversuch berichten.


Autor: Andreas Spengler
Eingestellt am 26.03.2003

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