Orientierungslauf in Deutschland


SV Nittendorf:
ein Jahr OL - ein voller Erfolg

Etwas verwegen erschien es schon als Lutz Spranger im Förderverein und im Technischen Komitee eine gemeinsames Programm zur Förderung neuer Orientierungslaufvereine initiierte. Schließlich sind die Geldmittel nirgends reichlich gesät und neue Aufgaben lassen den Papierstapel auf dem Schreibtisch auch nicht gerade schrumpfen. Aus den 5 Anträgen auf die vierjährige Förderung wurde Anfang 2002 der SV Nittendorf bei Regensburg mit Alexander Bauer an der Spitze als erster zu fördernder Verein ausgewählt.

Alexander Bauer - Abteilungsleiter des SV Nittendorf
Alexander Bauer - Abteilungsleiter des SV Nittendorf

Nach einem Jahr Förderung kann jeder feststellen, dass die ersten 1000 Euro des Förderverein Orientierungslauf e.V. perfekt angelegt wurden.
Martin Schubert, als Patenschaftsträger, Unterstützer vor Ort und Kontrollinstanz, zieht Bilanz:

Stützen der OL-Gruppe

Das Engagement der neuen OL-Gruppe lebt im wesentlichen von drei Leuten:

  • Alex Bauer, der über den BGS schon vorher sporadischen Kontakt zum OL hatte und die Abteilungsleitung übernommen hat

  • Stephan Schneuwly, ehemaliger Orientierer aus der Schweiz, der seit über 20 Jahren in Deutschland lebt und seither keinen OL mehr absolviert hat, also ein "Comebacker"

  • Christian Harms, ebenfalls ein früherer OLer aus Westfalen, der aber ebenso über 10 Jahre keinen Kontakt zum OL hatte

Darüber hinaus konnte sich die Abteilung einer nahezu uneingeschränkten Unterstützung durch den Hauptverein sicher sein. Hoffentlich bleibt das auch nach den Neuwahlen so (zwei der drei Vorstände werden nicht mehr kandidieren). Als Helfer waren auch Sportler aus anderen Abteilungen tätig, darunter auch ein Forstangestellter, der den guten Kontakt zu den Forstbehörden aufgebaut und mittlerweile auch selbst schon OLs absolviert hat.

Karten

Durch das Bayerische Landesturnfest lagen bereits drei Karten vor:
  • Die fünffarbige OL-Spezialkarte "Räuberhöhle"

  • Die Stadt-OL-Karte "Regensburg"

  • und die fünffarbige Karte "Stadtpark Regensburg"

Das Turnfest war auch der Auslöser für das Entstehen der OL-Gruppe in Nittendorf. Dadurch sind zum einen die oben genannten Ex-OLer sowie einige Neulinge auf den OL aufmerksam geworden, zum anderen konnte der SV Nittendorf, der seine Sportanlage als WKZ zur Verfügung gestellt hat, als "Mutterverein" gewonnen werden.
Vom Turnbezirk Niederbayern hat der Verein außerdem die schon 10 Jahre alte Karte "Frauenhäusl" im Nachbar-Landkreis Kelheim überlassen bekommen. Christian und Stephan verbessern gerade die schlechte Qualität der Originalkarte.


Wettkampf-Ausrichtung

Im Juli richtete der SV Nittendorf sogar die Bayerische Einzelmeisterschaft auf der "Räuberhöhle" mit 175 Teilnehmern aus. Auch Nationalläufer Robert Dittmann, Daniel Härtelt, Claudia Greiner und Trainer Maxim Reichardt waren auf der Durchreise zu einem Kader-Lehrgang am Start. Robert war von Karte, Gelände, Bahnlegung und der gesamten Veranstaltung sehr angetan.
Alex Bauer hat auch einen Oster-OL speziell für 28 Kinder organisiert. Für 40 Judokas richtete er auch einen OL aus.

Der Patenverein

Die TSG Creidlitz hat die Bayerische Meisterschaft maßgeblich unterstützt. Allen voran hat Michael Späth die gesamte EDV übernommen, Kerstin Huth und Martin Schubert übernahmen die Bahnlegung.

Training

Jeden Donnerstag findet ein Lauftreff mit bis zu 20 Teilnehmern im Alter von 15-60 Jahren statt. Auch die Bayerische Junioren-Meisterin über 800 m nimmt daran teil und startet ab 2003 für den SV Nittendorf. Vorerst aber nur in Laufwettbewerben. Mit Ausnahme der Ferienzeiten wurde darüber hinaus jede Woche ein OL-Training abgehalten, an denen im Schnitt zwölf Interessierte starteten.

Anschaffungen

Dank der Förderhilfe konnte der Verein eine komplette OL-Grundausrüstung anschaffen: Trainingsposten, Wettkampfposten, Kompasse, OCAD.- optimale Basis für eine langfristige Entwicklung des Vereins.

Medienresonanz

Der Oster-OL und die Bayerische Meisterschaft fanden reges Interesse in der Lokalpresse mit Vorberichten, Wettkampfberichten, Interviews, Vorstellung der Sportart und sogar den Weg auf die Titelseite der Mittelbayerischen Zeitung. Alle Neulinge, die an der Meisterschaft teilgenommen haben, wurden durch Zeitungsartikel auf den Lauf aufmerksam.

Oster-OL für die Jüngsten ein Abenteuer
Oster-OL für die Jüngsten ein Abenteuer


Ausblick

2003 wird der SV Nittendorf eine Vielzahl an Wettkämpfen durchführen:

  • Bayerncup am 13. September

  • Stadt-OL am 14. September mit einen Vergleich der aktuellen Bayerischen OL-Meister gegen die lokalen Laufgrößen mit Unterstützung eines Anzeigenblattes

  • Niederbayerische Meisterschaft am 12. Juli

  • Die Regensburger OL-Tour nach dem Vorbild des Münchner Sprintcups. 6 Läufe über das Jahr verteilt

Der Verein arbeitet mit Weitblick an der Erfüllung der Förderkriterien für die nächsten Jahre. Wichtigstes Ziel ist der Aufbau eines größeren OL-Stammes sein. Hier muss sicher noch einiges unternommen werden. Größtes Problem wird allerdings das Kriterium ÜL-Lehrgang. Eine Anfrage im bayerischen Fachausschuss ergab kaum Hoffnung auf die Mindestteilnehmerzahl von 15 zur Durchführung einer ÜL-Ausbildung. Der Fachausschuss wird auch einmal prüfen, ob trotz aller bürokratischen Hindernisse eine gemeinsame Ausbildung mit einem benachbarten Landesverband möglich wäre. 1-2 Nittendorfer würden sich gern dem Lehrgang anschließen.
Die TSG Creidlitz wird auch in Zukunft als Patenverein zur Verfügung stehen und hat für 2003 bereits die gleiche Unterstützung wie 2002 zugesagt.


Mehr:
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Autor: Lutz Spranger
Eingestellt am 24.02.2003

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