Orientierungslauf in Deutschland


Internationales Jugend-Trainingscamp in China

Fast zeitgleich mit der Militär-WM und dem Weltcup-Finale der OL-Elite weilte ein kleines deutsches Jugendteam zum internationalen Jugendcamp „Belt and Road" im Osten Chinas. Mit Marlene und Julia vom OL-Team Filder, Merle vom Post SV Dresden, Till und Nico vom USV Jena und Josef sowie Betreuer Harry vom OL-Team Wehrsdorf waren wir eine motivierte und auf das neue OL-Land erwartungsvolle Gruppe.

Das Team beim Kung-Fu-Unterricht.
Das Team beim Kung-Fu-Unterricht.  Foto: Harald Männel

Im Vordergrund standen nicht unbedingt Spitzenleistungen bei den verschiedenen Trainings und Wettkämpfen, sondern das Kennenlernen verschiedener Trainingsmöglichkeiten, verschiedener Terrains, aber vor allem das Kennenlernen chinesischer Kultur, der Menschen, besonders der Jugendlichen, auch des Essens und natürlich das Knüpfen von internationalen Freundschaften mit den Sportlern aus 15 verschiedenen Ländern.

Eine Woche lang wurde am Vormittag entweder ein Trainings-OL oder ein kleiner Wettkampf organisiert, am Nachmittag und Abend erfolgten dann kulturelle Höhepunkte.

So gab es einen Team-OL im Bambuswald, einen Routenwahl-OL, einen Lauf zwischen Reisfeldern und Teichen oder einen Lauf durch ein uraltes Bauerndorf. Die drei Wettkämpfe fanden jeweils in neu angelegten Parks mit vielen kleinen Seen, Hügeln und Brücken statt, die Parkkarten waren sehr exakt und die Routenwahlen meist anspruchsvoll. Die Ergebnisse standen wie gesagt nicht im Vordergrund und so gab es bei uns keinerlei Gründe für Einsprüche oder gar Ausschlüsse. Zu den Wettkämpfen selbst starteten zusätzlich noch viele chinesische Läufer, aber auch Läufer aus mehreren OL-exotischen Ländern aus Südostasien und auch aus Afrika.

Teamfoto
Teamfoto  Foto: Harald Männel

Die kulturellen Ereignisse waren vielfältig. Es wurde die Gedenkstätte des Massakers in Nanjing besucht, wo 1937 die japanische Armee Ostchina überfiel und es allein in besagter Stadt 300.000 Tote gab. Weiterhin ein erdgeschichtliches Museum, mehrere historische Tempelanlagen, historische Märkte, die größte Essigfabrik Chinas mit Museum und die lange Fußgängerbrücke über den Jangtse, welche anlässlich der olympischen Jugendspiele 2014 gebaut wurde. Beim Besuch zweier Schulen konnten wir die verschiedensten Kulturprogramme mit Musikinstrumenten, Tänzen, Akrobatik, Aerobik und Gesang erleben. In verschiedenen Klassenzimmern wurde mit den Kindern traditionelle Kunst gebastelt, aber auch Tischtennis, Fußball und Basketball gespielt. Die chinesischen Kinder waren sehr begeistert über die ausländischen Besucher und wir konnten den Lerneifer, das Engagement und die Disziplin der Kinder bewundern. Ebenso spannend waren eine Tai-Chi-Lehrstunde und ein Kung-Fu-Lehrgang für uns, wobei vor allem die drei Mädchen glänzten.

Wettkampfkarte (direkt unter einer Autobahnbrücke)
Wettkampfkarte (direkt unter einer Autobahnbrücke)

An einem Präsentationsabend hielt jede Nation einen kleinen Vortrag über den OL im eigenen Land, verschiedene Events oder Trainings. Für uns stellten Nico und Till ihren USV Jena vor, die Geschichte, Tradition, Leistungen und Trainingsmöglichkeiten und natürlich den 24h-OL.
Unser Team verstand sich prima untereinander und auch mit den Sportlern aus den anderen Ländern, vor allem mit den Schotten, Engländern und den tschechischen Mädchen sowie den chinesischen Gastgebern gab es viele lustige Kontakte.

Ein besonderes Ereignis ist ja immer der Abschlussabend, wo alle Teilnehmer lange und ausgelassen die Bühne tanzend belagern.

Für unsere Gruppe waren es tolle Erlebnisse und bleibende Eindrücke - nochmals unser herzlicher Dank an die chinesischen Gastgeber.


Autor: Harald Männel
Eingestellt am 05.11.2019

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