Orientierungslauf in Deutschland


Auf den Spuren der Weltelite

Im Anschluss an den Junioren-Europacup (JEC) bestritt der Nachwuchskader vom 30. September bis zum 6. Oktober ein Trainingslager rund um La Féclaz. In acht Trainingseinheiten waren vor allem eine gute Planung und viel Kartenverständnis gefragt, um in den komplexen französischen Geländen zurecht zu kommen.

Martin Scheuermann am Posten
Martin Scheuermann am Posten  Foto: Anne-Katrin Klar

Nach der Staffel an den Hängen der Ardèche hieß es erstmal Abschied nehmen von Temperaturen um 30 Grad, denn für das Trainingslager war das Massif des Bauges mit einer Höhenlage von 1300 bis 1500 m vorgesehen. Während die JEC-Starter einen halben Ruhetag genießen konnten, bevor das erste Training anstand, hieß es für die nachgereisten DM-Starter direkt vom Auto in den Wald. Die erste Einheit war eine Mitteldistanz auf der Karte „Montagne de Lachat“, die mehrere Postenverbindungen des WM-Mittelfinales von 2011 beinhaltete. So staunten einige der Athleten nicht schlecht, als am Abend bei der Auswertung deutlich wurde, welche Routen die Weltelite damals lief und welche Fehler dabei zustande gekommen waren.

Mit etwas mehr Vorsicht wurde dann das zweite Training (Grob- & Fein-O) angegangen. Der sicherlich gut bekannte erste Posten des WM-Langfinales stellte die erste Herausforderung dar, die aber im Großen und Ganzen gut gemeistert wurde. Wie anspruchsvoll die Aufgabe der Postensetzer in einem solchen Gelände ist, wurde spätestens bei der Nachmittagseinheit klar, bei der die Athleten ihrem Trainingspartner auf kleinen Schlaufen selbstständig Posten hängen mussten.

Kartenausschnitt Mitteldistanz
Kartenausschnitt Mitteldistanz

Aufgrund der aktuellen Jagdsaison wurden die nächsten beiden Vormittage sicherheitshalber nicht mit OL-Training verbracht. Mittwochs stand stattdessen eine Bahnlegungsaufgabe im Programm, an der in Kleingruppen mit viel Einsatz gearbeitet wurde. Bei der Auswertung zeigte sich, dass konzentrierte Teamarbeit sich auszahlt und die Vereine keinen Fehler begehen, wenn sie für regionale Läufe hin und wieder jungen Bahnlegern den Vortritt lassen! Etwas anders war das Bild bei der Kartierübung am Donnerstag, bei der klar wurde, dass zur Aufnahme solcher komplexen Gebiete, wie es sie in den französischen Kalkalpen nunmal gibt, viel Erfahrung und Zeit erforderlich ist. Nachmittags gab es dann wieder OL: Zunächst einen Vielposten-OL im Regen, bei dem uns der schöne Ausblick vom Posten am Gipfel des Mt. Nivolet durch den dichten Nebel leider verwehrt blieb. Donnerstags kam dann aber wieder die Sonne raus und der Partner-OL im etwas zugewachsenen Gelände „Creux de la Cavale“ konnte trockenen Fußes absolviert werden.

Bahnlegung als Teamaufgabe
Bahnlegung als Teamaufgabe  Foto: Nina Döllgast

Freitags warteten schon die letzten beiden O-Einheiten auf die Teilnehmer. Mit „Montagne de Bange“ ging es nochmal in ein anderes, sehr detailliertes und zerklüftetes Gelände, in dem mehrere Schlaufen zu bewältigen waren. Für den Nachmittag stand dann ein Rerun der Mitteldistanz vom ersten Tag als Wettkampfsimulation auf dem Plan. Nach ausschließlich extensiven Einheiten sollte diese Lernzielkontrolle nun so intensiv wie noch möglich gelaufen werden. Fast alle Nachwuchskader konnten ihre Zeiten vom Beginn des Trainingslagers deutlich unterbieten und sich damit selbst beweisen, welche Fortschritte sie innerhalb der Trainingswoche gemacht haben. Die beste Zeit des Tages hätte auch im damaligen WM-Feld gut ausgesehen!

Mit bis zu 155 angelaufenen Posten ging beim gemeinsamen Pizzaessen eine O-intensive Woche zu Ende, in der viele Erfahrungen in einem der anspruchsvollsten Gelände gesammelt werden konnten. Auch wenn die Fahrt weit war, ist das Massif des Bauges eine Reise wert! Nun ist für den Großteil des Teams erstmal eine Trainingspause angesagt, bevor dann mit dem Jugendanschlusskadertreffen Anfang November gemeinsam ins Wintertraining gestartet wird.


Autor: Nina Döllgast
Eingestellt am 13.10.2019

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