Orientierungslauf in Deutschland


Konstantins Lauf zur Goldmedaille

2008 wurde Christoph Prunsche (TUS Lübbecke) Jugendeuropameister im Sprint, vor 6 Jahren legte Dorothea Müller (Post SV Dresden) in der D16 als doppelte Vizejugendeuropameisterin in den Einzeldisziplinen nach. Und letzten Sommer freuten wir uns mit Colin Kolbe (TUS Lübbecke) über seinen Juniorenweltmeister-Titel – im Sprint. Und nun ...

der gekrönte Europameister
der gekrönte Europameister  Foto: Anne-Katrin Klar

Konstantin Kunckel (USV TU Dresden) fing im 2. Jahr H10 mit OL an, so richtig in der H12, ist also in seinem 6. Jahr Orientierungsläufer.

Seine Ziele für die Einzelläufe waren seit dem letzten Jahr Top10-Platzierungen. Bundesjugendtrainer und Vereinskamerad Karsten Leideck sprach auch von einem höheren Fokus Konstantins als noch bei seiner ersten JEM letztes Jahr. Dass eine Reihe an Trainern/Trainerinnen und Trainingspartnern zum Erfolg beitrugen, ist sich Konstantin sicher und weiß er zu schätzen, auch wenn er einige Trainingsläufe alleine absolvierte (zuletzt 10km in 37min) und es schließlich sein Lauf war, der ihm sehr gut gelang. Im Mai schaffte er die 3km angepeilt und „mit Hasen“ erstmals unter 10min. Er fühlte sich zur JEM läuferisch topfit und hätte kein Problem gehabt, das Tempo im 3. Rennen noch länger zu halten. Äußerst kurz war der Sprint nämlich mit seiner Siegerzeit von knapp unter 9min. Das Besondere war hier dann auch sein Vorsprung von 9s. Hinter ihm ging es bis zu den Plätzen 89./90. jeweils und meist wesentlich enger zu, so teilten sich dann auch gleich der Russe Stepan Aleksandrov und der Schweizer Pascal Schärer die Silbermedaille.
Bei der über 100m langen Startpflichtstrecke (länger als bei der Lang) hatte Konstantin kein Problem, die erste Postenverbindung durchzuplanen und gleich schnell ins Rennen zu starten. Aus der DM Sprint in Annaberg vor 3 Wochen, die ihm in der H-18 nicht so gut gelang, hatte er mitgenommen, nur so schnell zu starten, wie er sicher genug wäre. Dies schaffte im Sprint in der Altstadt Grodnos trotz – nach Konstantins Ausage – relativ einfacher Strecke mit verhältnismäßig leichten Routenwahlen nicht jeder/jede. Zum 2. und 3. Posten lief er (wie nur noch ins Ziel) Bestzeiten und behielt ab da (im Wesentlichen) die Führung. Seine Taktik und Erfahrung, auch eine recht einfach aussehende Orientierung nicht zu unterschätzen, zahlten sich aus: wie Dorothea Müller oft wandte er „Stop-and-go“ an, zumindest soweit, dass er das Tempo bis zum endgültigen Überblick von Durchgängen und zum Entscheid für eine Route stark reduzierte. Ein konstantes Rennen, wie man es auch vom Schweizer und mehrfachen Weltmeister Daniel Hubmann kennt, der läuferisch nicht der allerschnellste sein mag, war der Schlüssel zum Erfolg. Dass Sprint-OL-Routine, Orientieren bei hohem Lauftempo, durch die regionale Sprint-OL-Serie da ist, bejahte Konstantin klar. Eine Route lief er wie wenige, verlor dort aber keine Zeit. Beim Sichtposten, der nach 60-70% der Strecke folgte, staunte er, dass die „Schlussrunde“ doch noch relativ lang war. Voll auf die O-Aufgaben konzentriert lief er aber auch den letzten von drei, wenn auch nicht perfekten, so doch guten Wettkämpfen ins Ziel. Bei der Siegerehrung, meinte er, sei er vor Freude gerührt gewesen. Sein Team applaudierte und stand sonst wie eine ganze Menge an Menschen, besonders auch die aus seinem OL-Verein, sprichwörtlich hinter ihm.

Konzentration am Start
Konzentration am Start  Foto: Ausrichter

Auch bei der traditionellerweise etwas verkürzten Lang startete Konstantin in der letzten Startgruppe und konnte Platz 5 im Ziel nicht ganz glauben. Hier sprach er von einem großen Glück, dass er nach einem Fehler zum 1. Posten in der 2. Streckenhälfte (ab Posten 10) mit dem 8min vor ihm gestarteten Dänen Oscar David Brom Jensen in einer Tram lief. Während Oscar mutig quer lief, behielt Konstantin stets die Kontrolle und lief die Posten im Posteraum maximal mit kleinen Schlenkern an, vermied also große Fehler.

Für die Staffel wurde nach den Langergebnissen entschieden. Konstantin lief mit einem guten Gefühl und interessanterweise stellenweise mit dem selben Dänen wie zur Lang zusammen. Als sie einen falschen Gabelposten erwischten, war der Schlussläufer der Finnen allerdings weg. Für Großbritannien lief als 3. „Läufer“ eine Dame und fiel diese Staffel vom 4. auf den 7. Platz zurück.

Vergessen werden soll nicht ein anderes gutes Ergebnis im Sprint: Anselm Reichenbach (SSV Planeta Radebeul) belegte 27s hinter Konstantin (also 18s hinter Silber) Rang 12.
Ein paar wenige Deutsche liefen in die 1. Hälfte, gerade bei den jungen Männern war es ein sehr enges Feld. Die Dänin Malin Agervig Kristiansson lief dem D18-Feld mit einer halben Minute voraus und wird (läuferisch) schon als „2. Maja Alm“ gesehen. Insgesamt wurden die angegebenen Siegerzeiten zum Teil deutlich unterboten.
Anton Knoll und Till Geiler konnten wie bereits erwähnt zum Sprint leider nicht antreten.

Tränen der Freude
Tränen der Freude  Foto: Karsten Leideck

Ergebnisse Sprint



H16
1. Konstantin Kunckel 8:57min
2. Pascal Schärer, Schweiz 9:06
2. Stepan Aleksandrov, Russland 9:06
12. Anselm Reichenbach 9:24
46. Marek Pompe 10:13
Anton Knoll dns
H18
1. Stanislaw Kurzyp, Polen 11:37min
2. Marcell Szabo, Ungarn 11:38
3. Leo Johansson, Schweden 11:41
63. Lucas Imbsweiler 13:14
68. Konrad Stamer 13:23
86. Kolya Sass 13:57
Till Geiler dns
D16
1. Marketa Mulickova, Tschechien 9:05min
2. Hanna Sudol, Polen 9:11
3. Viktoria Mag, Ungarn 9:19
3. Anna Karlova, Tschechien 9:19
46. Marit Wersin 10:59
49. Emma Caspari 11:03
55. Julika Funk 11:23
79. Elsa Barthel 13:17
D18
1. Malin Agervig Kristiansson, Dänemark 11:12min
2. Yasna Petrova, Bulgarien 11:43
3. Olesia Riazanova, Russland 11:55
42. Lina Buchberger 13:31
57. Charlotte Leonhardt 14:13
67. Luise Steinert 14:44
88. Lisa Kästner 16:11


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Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 02.07.2019

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