Orientierungslauf in Deutschland


Rennsteig-Staffellauf mit Orientierungsläufern erfolgreich

Bei der 21. Auflage der deutschlandweit größten Staffellaufveranstaltung – nicht der zeitlich längsten, das ist der Thüringer 24h-OL – durch den Thüringer Wald liefen kurzfristig vier Orientierungsläufer in einem Jenaer Team mit, welches den 2. Platz belegte.

Marvin Goericke mit Radbegleitern des Teams
Marvin Goericke mit Radbegleitern des Teams  Foto: privat

In der 20-jährigen Geschichte des Traditionslaufes ging es erstmals die 169km von Hörschel nach Blankenstein, d.h. der Lauf führt den gesamten Rennsteig, den wohl bekanntesten deutschen Weitwanderweg, vom einen Ende bis zum anderen Ende entlang.
Dass Orientierungsläufer mitlaufen, ist keinesfalls eine Neuheit. Auch diesmal gab es mindestens eine Familienstaffel mit OLern am Start.

Durch einen Ausfall fragte ein Lauffreund aus einem ambitionierten Team Philipp Müller (Post SV Dresden), ob er mitlaufen würde. Durch drei weitere Ausfälle gewann Philipp, für den es die 2. Teilnahme bedeutete, drei weitere Orientierungsläufer für das Team „X-Runners 1“: den BRL-Führenden Marvin Goericke (Berliner TSC), Markus Grätsch sowie Wieland Kundisch (beide USV TU Dresden).

Markus Grätsch am Wechsel auf den vorletzten Läufer
Markus Grätsch am Wechsel auf den vorletzten Läufer  Foto: Jürgen Voigt

Zehn Läufer*innen laufen Strecken zwischen knapp 14 und 20km. Gewertet wird in den Kategorien Frauen, Männer und Mix (mit mindestens 5 Frauen). Das Teilnehmerfeld ist auf etwas über 200 Staffeln limitiert. Neue Staffeln anzumelden, ist fast unmöglich. Die Frauen- und Mix-Staffeln starten 5 Uhr, die Männer 6 Uhr, Zielschluss ist 23 Uhr. Der Streckenrekord – in der Gegenrichtung – liegt bei knapp unter 10h.

Drei professionelle Leichtathleten, die gute Thüringer Wintersportler unterstützten, liefen auf den ersten drei Strecken für „Günters Männer“ einen Vorsprung von zwölf Minuten auf das nächste Verfolgerteam heraus. Gerade auch durch die Orientierungsläufer, von denen besonders Marvin viel auf seinen Vordermann auflief, schrumpfte der Vorsprung auf Sichtweite, um im Ziel nach einem sehr starken 9. Läufer (Sieger des Oberelbemarathons dieses Frühjahr in 2:22h) in der Siegerstaffel wieder 10min zu betragen, was nach über 10,5 Stunden Laufzeit nicht viel ist – allerdings deutlich mehr als die 9s zwischen dem 2.- und 3.-platzierten Mixteam. Das erste Team aus Erfurt gewann hier mit zwei schnellen Dresdnern und über einer Stunde Vorsprung.

Siegerehrung am Abend
Siegerehrung am Abend  Foto: Team X-Runners

Einige der Läufer staunten bzw. freuten sich, dass die „mit der Orientierung“ so sehr solide bis stark unterwegs waren. Zwar kennen einige Läufer in Deutschland OL, aber wissen nicht unbedingt von unseren läuferischen Qualitäten, gerade bei längeren Laufstrecken mit Höhenmetern auf teils schottrigen bzw. wurzeligen Wegen. In Ländern wie der Schweiz und Schweden sind einige Orientierungsläufer bei Leichtathleten und Bergläufern nicht nur bekannt, sondern in bester Konkurrenz mit ihnen. Dazu fehlt es bei deutschen Orientierungsläufern derzeit, verstecken müssen wir uns aber auch nicht.

Für die Zeitmessung beim Rennsteig-Staffellauf kam SPORTident zum Einsatz, welches seinen Sitz in Arnstadt in Thüringen hat. Neben einem SI-Chip wurde als „Staffelstab“ in einem Armband traditionellerweise auch ein kleiner Stein – diesmal von der Werra in die Selbitz, die kurz drauf in die Saale mündet, – überführt. Die 9. Strecke führte zum Großteil durch Bayern.
Der 22. Rennsteig-Staffellauf findet am 20. Juni 2020 statt, also genau zur Sommersonnenwende.


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Fernsehbeitrag

Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 24.06.2019

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