Orientierungslauf in Deutschland


Stadt-OL in Dresden und anderswo

Im Mai fanden in Dresden mehrere, auch öffentliche Stadt-OL statt. In Bielefeld wird nach über zwei Jahren am Sonntag das Festpostennetz eröffnet, welches durch das DTB-Projekt „Orientierungssport in Großstädten und Ballungsräumen“ angegangen wurde. Und auch in der dritten Projektstadt Budenheim bei Mainz und mit der Rhein-Main-Rangliste tat und tut sich einiges.

Festposten in Bielefeld
Festposten in Bielefeld  Foto: Bielefelder TG

Der von uns Menschen beeinflusste Klimawandel ist in aller Munde. Gerade auch unsere Sportart OL ist zuletzt spürbarer von stärkeren Sturmschäden, anhaltender Trockenheit und größerer Hitze betroffen: Wettkämpfe fielen aus, mussten verschoben werden, Wälder waren gesperrt, auch schon wegen Waldbrandgefahr, oder umgestürzte Bäume stellten zumindest mehr und schwer fair zu kartierende Hindernisse dar. Auch der Borkenkäfer und tropische Zecken, die nach Angaben erstmals in Deutschland überwinterten, machen Wäldern und anderen Lebewesen zu schaffen.
Nicht zuletzt deswegen sollte OL naturfreundlich bleiben bzw. sein und einen Beitrag zur Sensibilisierung und zu Besserungen unseres Verhaltens in und mit der Natur leisten. Dafür sind mehrere Wege gangbar: kurze Wege und Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, also auch mehr OL in der Stadt; OL einem breiterem Publikum ermöglichen, damit dieses sich mehr oder überhaupt selbst bewegt und auch innerlich für Belange der Natur bewegt wird; Städte mit grünen Inseln als Orte des Lebens und Sports – anstatt nur für Autoverkehr und Konsum – fördern und erhalten.

(inter-)kultureller Stadt-OL-Spaziergang in Dresden
(inter-)kultureller Stadt-OL-Spaziergang in Dresden  Foto: privat

Was passiert konkret bzw. kann gemacht werden?


In Dresden wurden weitere offene Stadt-OL-Angebote erstellt und durch die Verknüpfung mit anderen Projekten und Stellen, voran Schulen, diese auch genutzt. So ging es Anfang Mai gleich 2-mal für internationale Gruppen im Rahmen des Jane‘s-Walk-Festivals spazierend durch ein Wohngebiet bzw. die Innenstadt. Beim ersten ging es thematisch um Persönlichkeiten, nach denen Straßen und Plätze, Krankenhäuser und Schulen benannt sind, und welche, die in der Gegend wohnten und nicht selten gewaltsam zu Tode kamen. Im zweiten Spaziergang wurde sich Geschichte allgemeiner gewidmet: von Aufständen über alte Regime bis zum Zweiten Weltkrieg und weiter. Hier ging es jeweils auch um aktuelles Zusammenleben, um Politik mindestens als Notwendigkeit für eine Gesellschaft, in der man leben kann und mag, und um die Menschen vor Ort, die mitliefen. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist angedacht.

Zum WOD-Auftakt folgten wegen Regen nicht so viele Leute der Einladung zu einem zentralen Stadt-OL, den Tourismus-Studentinnen mit Unterstützung durch drei Orientierungslaufende des USV TU Dresden erstellt hatten. Dieser OL soll aber ausgebaut und bald veröffentlicht werden.
Das dritte neue Angebot im Mai verwendeten einige Schüler erstmals zum WOD. Eine Art Brunnen-OL darf gerne auch verdeutlichen, wie kostbar Wasser ist. Eine Woche drauf nutzten weitere Gymnasialschüler, aus Heidenau, erfolgreich den „Insel-OL“, der auch den Fluß Elbe und ein Stück weit (Hoch-)Wasser thematisiert.
Zum Symposium „100 Jahre Physiotherapie“ warb die Carus Akademie Dresden auch für OL. In Zusamnenarbeit mit ihr wurde letztes Jahr der „Trimm-dich-OL“ in einem Park erstellt, der OL mit Kräftigungs- und Dehnübungen für Berufsschüler und -schülerinnen verbindet, aber natürlich auch gerne von Jedermann genutzt werden kann.

Weiter ging es Ende Mai mit einem Foto-OL zu einem Schulgeburtstagsportfest, der nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal absolviert wurde.
Und Anfang Juni wurde ein OL zum Thema Pflanzen im städtischen Botanischen Garten der TU Dresden eingeweiht.
Die Kontrolle des Postenanlaufs erfolgt meist über zu beantwortende Fragen oder auszufüllende Lückentexte. Die Aktualisierung der Karten bleibt Arbeit.

Werbebild fürs City Race in Darmstadt
Werbebild fürs City Race in Darmstadt  Foto: Ausrichter

Feierlich und mit Programm offiziell eingeweiht wird am kommenden Sonntag, den 23. Juni auch das Festpostennetz um die Sparrenburg in Bielefeld. Die OLer der Bielefelder TG luden ein.
Viel Aufwand floß hier u.a. in Abstimmungen für Zustimmungen. Wer also mit dem Gedanken, ein Festpostennetz zu errichten, spielt, kann sicher von Farina Freigang ein paar wertvolle Tipps erhalten.

Andere Städte böten sich dafür an, gerade welche, in denen OL zu Gast war, wie zuletzt in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge die DM Sprint und Sprintstaffel.
Oder die bayrischen Städte, die letztes Jahr mit nahen Wäldern die O-Tour bildeten.
Manche Städte wie das sächsische Meißen haben im Grunde ein städtisches „Stadt-OL“-Angebot (Fotos statt Festposten), wir OLer haben dagegen oft exakte, gut zu lesende Karten. Stolpersteine und vieles mehr bieten sich als lehrreiche Gedenkorte an.


Besonders auch in Budenheim ist OL keine unbekannte Sportart mehr und genauso ist der TGM Budenheim schon länger kein unbekannter, kleiner Verein beim OL mehr.
Wie letztes Jahr wurden durch OL-Aktionen zum WOD sehr viele Schüler/innen und Familien erreicht, so viele, dass die Betreuung der Trainings durch Übungsleitende schwer wird.

In der Region hat sich auch längst die Rhein-Main-Rangliste etabliert.
Am Freitag gab es auch endlich grünes Licht für die vier Läufe in Darmstadt im August. Nach Berlin zum Turnfest 2017 findet nun also wieder ein City Race in Deutschland statt.
Ein Wochenende vorher folgt in Hamburg zudem ein weiterer DPT-Doppelsprint und zuvor ein Prolog im Stadt-Sprint-Charakter.


Mehr:
Eröffnung Bielefelder Festpostennetz
Dresdner Stadt-OL-Blog mit freien Angeboten
RheinMainCityRace 23.-25. August

Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 17.06.2019

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