Orientierungslauf in Deutschland


Blickpunkt Sprintdistanz

Orientierungsläufe in der Stadt erfreuen sich nicht nur durch die vielen regionalen Laufserien und dem oft überschaubaren technischen Anspruch zunehmender Beliebtheit. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen kommt es immer wieder zu Regelverstößen, welche vermutlich in den seltensten Fällen beabsichtigt sind. Da gleichfalls zum Jahreswechsel auf internationaler Ebene die bisherige Darstellungsvorschrift ISSOM durch die ISSprOM ersetzt wird, soll in diesem Artikel ein Überblick über das Format gegeben werden.

Hohe Geschwindigkeit bei der Sprintdistanz.
Hohe Geschwindigkeit bei der Sprintdistanz.  Foto: Fred Härtelt

Beschrieben wird die Sprintdistanz vom Internationalen Orientierungssport Verband als schnelles und einfach zu verstehendes Format, welches dazu geeignet ist, auch in stark bevölkerten Gebieten Orientierungslauf zu betreiben. Eine hohe Laufgeschwindigkeit auf Straßen, in Parks oder Wäldern kennzeichnen die Sprintdistanz.

Aufgrund der Laufgeschwindigkeit kommt der exakten Aufnahme der Karte gleichfalls eine wesentliche Rolle zu. Im urbanen Bereich sind mehrere Laufebenen zusätzlich keine Seltenheit. Über- und Unterführungen können vereinfacht dargestellt werden. Mit Hinblick auf die Fairness ist es für Kartenaufnehmer und Bahnleger somit noch wichtiger als bei Walddisziplinen zusammen zu arbeiten.

Die wesentliche Frage bei der Sprintdistanz besteht darin, ob ich ein Hindernis passieren darf oder nicht. Eine dicke schwarze Linie soll allen Läufern klar und deutlich zeigen, wann dies verboten ist. Signifikant dünnere schwarze Linien kennzeichnen hingegen passierbare Objekte.

Zuschauer beim Weltcup
Zuschauer beim Weltcup  Foto: Fred Härtelt

Ähnlich wie bei den Waldkarten existieren auch im Sprintbereich Farben, welche ein absolutes Betretungsverbot signalisieren. Beispiele dafür sind dunkelblaue Wasserkörper inklusive schwarzer Außenlinie oder oliv gekennzeichnete Bereiche. Im Gegensatz zur älteren Darstellungsvorschrift fällt bei der ISSprOM die schwarz-grün gekennzeichnete Vegetation weg. Die unpassierbare Vegetation wird nun komplett in Grün dargestellt, definiert aber gleichfalls einen Bereich, der nicht durchquert werden darf.

Die Darstellung von mehreren Ebenen ist auf einer Sprintkarte nur in Ansätzen möglich. Während bei Brücken oder Unterführungen noch visuell durch Farbgebung und Linien mögliche Passagen gekennzeichnet werden können, wird bei mehreren Etagen die Darstellung der Ebene empfohlen, welche für die Läufer wesentlich ist. Bei möglichen Unklarheiten wird ein Hinweis in der Ausschreibung empfohlen.

Von der IOF wird ab dem kommenden Jahr eine Darstellung im Maßstab 1:4000 mit einer Äquidistanz von 2 oder 2,5 Metern bei Sprintkarten gefordert. Aber auch ein Maßstab von 1:3000 und die Verwendung einer Äquidistanz von 5 Metern können laut IOF für bestimmte Anforderungen sinnvoll sein.

Was ist erlaubt beim Sprint?
Was ist erlaubt beim Sprint?  Foto: Swiss Orienteering

Die alte und neue Darstellungsvorschrift ist über die Seite der IOF abzurufen. Für Kartenaufnehmer, Bahnleger und Läufer von Sprintwettkämpfen sollte das jeweils aktuelle Dokument zum Standardwerk gehören. So gilt es auf der einen Seite aus Sicht des Kartenaufnehmers und Bahnlegers mögliche Probleme zu erkennen und im Vorfeld gleich auszuschließen oder zu minimieren. Jeder Läufer sollte sich gleichfalls im Klaren sein, wann ein Verstoß begangen wird.

Gerade in Stadt- und Parkgebieten können bei Nichtbeachtung große Schäden für alle Beteiligten und die gesamte Sportart entstehen. Das ist allerdings ganz das Gegenteil von dem, was bei einer der schnellsten und öffentlichkeitswirksamsten Form des Orientierungssportes erreicht werden soll.


Mehr:
Darstellungsvorschriften auf der Seite der IOF
Videoausschnitt Sprintfinale 2018
Videoausschnitt Sprintstaffel 2018

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 19.06.2019

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