Orientierungslauf in Deutschland


Tag und Nacht in Thüringen

Jahr für Jahr pilgern Tausende von Teilnehmern inklusiver zahlreiche Stars aus der gesamten Welt zu den großen Staffelentscheidungen nach Schweden und Finnland. Während bei diesen Großereignissen ganze Städte aus dem Boden gestampft werden, entsteht beim 24h-OL aller zwei Jahre irgendwo in Thüringen eine Zeltstadt mit Familienatmosphäre. Nach 2011 bot auch am vergangenen Wochenende das Freibad Herzog Ernst in Trockenborn-Wolfersdorf das passende Wettkampfzentrum der weltlängsten Staffelveranstaltung im Orientierungslauf.

Transport zum Wettkampf
Transport zum Wettkampf  Foto: Fred Härtelt

Die Eckpunkte aus Läufersicht sind kurz genannt: 185 Staffeln mit insgesamt 964 Läufern und knapp 7000 Wettkampfkarten. Gelaufen werden konnte im Nachwuchsbereich bei einer 6h-Staffel. Weiterhin war der Start in 12h- oder 24h-Teams mit insgesamt 6 Läuferinnen und Läufern pro Staffel möglich.

Ein ganz eigenes Flair kam bei dieser Auflage für die zeltenden Teilnehmer gleich nach der Ankunft auf dem Hauptparkplatz auf. Während die Caravanbesitzer direkt bis zum Bad vorfahren konnten, transportierten unzählige Camper mit Bollerwagen und sonstigem Transportequipment ihre benötigten Utensilien zunächst einen steilen Berg zum Bad hinunter. Nachdem tagsüber im Umkreis des Bades schrittweise eine Zeltstadt entstand, läutete eine Liveband am Freitag das Abendprogramm ein. Das stetig wechselnde Publikum im Dunstkreis des Festzeltes konnte sich dort auch erstmals vom sehr guten Getränke- und Speisenangebot des Wochenendes überzeugen.

Der Nachwuchs beim Zuschauen.
Der Nachwuchs beim Zuschauen.  Foto: Fred Härtelt

Nach einer mitunter für den ein oder anderen zu kurzen Nacht, fiel am Samstag Punkt 9 Uhr der Startschuss für alle Staffeln. Leicht irritiert suchte der Mitteldeutsche Rundfunk noch nach der Startnummer 1, was einzig und allein der Tatsache geschuldet war, dass in diesem Jahr verschiedene Mottobahnen gleich zu Beginn der Staffel gelaufen wurden. Nach dem Startschuss ging es für die ersten Läufer, welche in Richtung Bad starteten, zunächst einen steilen Hang hinauf. Andere Startläufer konnten die zahlreichen Höhenmeter gemächlicher absolvieren. Identisch war der oft nicht ganz einfach zu belaufende Wald mit viel Unterholz, Kraut und Forstschneisen.

Punkt 15 Uhr war dann für die neu eingeführten Kinderstaffeln Schluss. So blieb für alle interessierten Teilnehmer auch noch genügend Zeit sich für die später folgende Märchenstunde mit Hansi von Märchenborn umzuziehen. Während sich der Nachwuchs bei heißen Sommertemperaturen dann auch komplett den Schwimmbadfreuden hingeben konnte, mussten die 12h-Staffeln bis 9 Uhr zumindest noch ab und zu das kühle Nass verlassen.

Die Zeit gerade noch geschafft?
Die Zeit gerade noch geschafft?  Foto: Fred Härtelt

Für die 24er-Staffeln entfaltete die Zeltsauna dann in der Nacht die willkommene Abwechslung zum eiskalten Duschwasser aus der Brause. Viele Nachtläufer berichteten enthusiastisch von ihren Erlebnissen. Schluss war dann 9 Uhr unter tobendem Jubel mit den gerade noch rechtzeitig oder ein wenig zu spät einlaufenden Staffelläufern.

Zeitnah im Anschluss erfolgten die Siegerehrung der bunt gemischten Staffeln sowie der Dank an die Organisatoren, welche auch mit dieser Auflage ein ganz spezielles OL-Festival auf die Beine gestellt haben.


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Fernsehbeitrag MDR

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 05.06.2019

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