Orientierungslauf in Deutschland


Lundanes und Alexandersson holen Langdistanztitel

Zum abschließenden WM-Rennen über die Langdistanz dominierten Tove Alexandersson (Schweden) und Olav Lundanes (Norwegen) die Konkurrenz. Für Deutschland erzielten Susen Lösch (USV Jena) und Moritz Döllgast (TV Oberbexbach) mit den Plätzen 26 und 38 die besten Platzierungen. Bei wechselhaften Bedingungen endeten am Samstagabend im lettischen Turaida die 35.Weltmeisterschaften im Orientierungslauf.

Moritz Döllgast zeigt ein konstantes Rennen und wird 38.
Moritz Döllgast zeigt ein konstantes Rennen und wird 38.  Foto: Fred Härtelt

17 Grad Außentemperatur wies das Thermometer zum Start der Herren auf. Zu absolvieren waren über die Langdistanz eine Strecke von 16,1 km Länge mit 640 Höhenmetern – die Damen hatten zuvor 9,9 km mit 470 Höhenmetern abzulaufen. In beiden Kategorien führten die Bahnen zunächst durch ein relativ flaches Gebiet mit einem markanten Sumpf. Nach den ersten schnellen Posten ging es in das typisch bergige Gelände, welches durch zahlreiche Täler viele Möglichkeiten für Routenwahlen bot. Nach dem Erreichen der Sichtstrecke am Turaida Museumsareal mussten die Damen und Herren eine weitere Schlaufe im bergigen Gelände absolvieren. Trotz der vielen grün gekennzeichneten Bereiche in der Karte war der Wald oft gut belaufbar. Im Zielbereich des Museumsareals empfingen dann zahlreiche Zuschauer die WM-Läufer.

Bei den Damen startete Paula Starke (USV TU Dresden) als erste Deutsche konzentriert ins Rennen. Nach einem Einstieg ohne Fehler wurde auf der langen Routenwahl zum fünften Posten Zeit verschenkt. Im weiteren Rennverlauf blieb es im Postenraum bei wenigen Zeitverlusten. Nach der Sichtstrecke bestand für die Dresdner Orientierungsläuferin dann das Ziel mit den letzten Kraftreserven ohne Fehler das Rennen zu beenden. Ähnlich wie bei vielen weiteren Startern wurden bei den verschiedenen Routenwahlen nach der ersten Einschätzung nicht immer die bestmöglichen Entscheidungen getroffen. Im Gegensatz zur zweiten deutschen Starterin Susen Lösch zeigte sich Paula Starke zufrieden mit den Resultaten über die Langdistanz, da dies nach eigener Einschätzung dem aktuellen Leistungsstand entspricht.

Susen Lösch beendet die Langdistanz auf Rang 26.
Susen Lösch beendet die Langdistanz auf Rang 26.  Foto: Fred Härtelt

Susen Lösch haderte im Ziel mit ihrer Leistung. Sowohl bei den Routenwahlen als auch bei der läuferischen Komponente lief es über die Langdistanz nach eigener Einschätzung nicht optimal. Mit Rang 26 erreichte die Nationalläuferin an diesem Tag trotzdem erneut die beste deutsche Platzierung – wenn auch mit erheblichem Rückstand zur Spitze.

Nach den Damen gingen die Herren auf ihre WM-Bahnen. Von den deutschen Startern passierte Philipp Müller (Post SV Dresden) wenige Minuten vor Moritz Döllgast die Sichtstrecke. Im Ziel konnte der Dresdner Orientierungsläufer, der zur Staffel noch krankheitsbedingt passen musste, von einem guten Lauf entsprechend der Umstände berichten. Da der Posten beim Verlassen der Sichtstrecke nicht gestempelt wurde, konnte der Lauf allerdings nicht gewertet werden. Moritz Döllgast war mit Rang 38 somit der einzige deutsche Herr in der Wertung. Der Nationalläufer zeigte sich nach dem Lauf mit seiner physischen und technischen Leistung zufrieden, auch wenn sich gegen Ende des Rennens ein paar Unsauberkeiten einschlichen.

Olav Lundanes jubelt über den erneuten Titelgewinn.
Olav Lundanes jubelt über den erneuten Titelgewinn.  Foto: Fred Härtelt

Das Herrenrennen gewann einmal mehr ein überragender Olav Lundanes. Während andere Läufer durch Routenwahlen versuchten Kraft und Höhenmeter zu sparen, lief der Norweger nicht selten in der Nähe der Luftlinie. Ein Vorsprung von mehr als 2 Minuten auf Ruslan Glibov (Ukraine) und Fabian Hertner (Schweiz) bewiesen einmal mehr, dass es nach dem inzwischen fünften Titel aktuell nur einen König über die Langdistanz gibt.

Im Damenrennen holte Tove Alexandersson nach einer Langdistanz ohne nennenswerte Fehler den Titel. Auf den weiteren Podestplätzen folgten Maja Alm (Dänemark) und Sabine Hauswirth (Schweiz).

Mit dieser Entscheidung endeten die Weltmeisterschaften in Lettland. Die Teilnehmer konnten das Land aus den unterschiedlichsten Blickrichtungen kennenlernen. Sowohl orientierungstechnisch, landschaftlich als auch gastfreundlich wurde viel geboten. Das deutsche Team konnte eine WM entsprechend des aktuellen Leistungsstandes analysieren. Im kommenden Jahr geht es dann zur ersten reinen Wald-WM nach Norwegen.

Ähnlich wie in den vergangenen Jahren wurde das Presseteam auch in diesem Jahr maßgeblich durch den Förderverein Orientierungslauf sowie die Consulting Härtelt GmbH finanziell unterstützt.

Ergebnisse


Damen

1. T. Alexandersson Schweden 74:04 min
2. M. Alm Dänemark 75:31 min
3. S. Hauswirth Schweiz 76:30 min
26. S. Lösch Deutschland 96:12 min
53. P. Starke Deutschland 111:34 min


Herren

1. O. Lundanes Norwegen 97:43 min
2. R. Glibov Ukraine 100:20 min
3. F. Hertner Schweiz 100:47 min
38. M. Döllgast Deutschland 122:37 min
o.W. Philipp Müller Deutschland


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 11.08.2018

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