Orientierungslauf in Deutschland


Schweiz und Norwegen holen Staffeltitel

In einer dramatischen Weltmeisterschaftsentscheidung sicherte sie die Schweizer Damenstaffel den Titel im Laufgelände rund um das beschauliche Turaida Museumsreservat. Ähnlich knapp war die Entscheidung bei den Herren, wo die norwegische Staffel über die Goldmedaille jubeln konnte. Die deutschen Staffeln beendeten die Rennen bei Außentemperaturen um die 30 Grad auf den Plätzen 16 und 23.

Die norwegische Staffel gewinnt vor der Schweiz und Frankreich.
Die norwegische Staffel gewinnt vor der Schweiz und Frankreich.  Foto: Fred Härtelt

Keine 10 km von Sigulda entfernt befindet sich das Museumsreservat inklusive ausgedehnter Parkanlage, Burg und weiteren historischen Gebäuden. Im umfangreich renovierten Areal war zur WM-Staffelentscheidung das Start- und Zielgelände. Nach dem Start mussten die Damen und Herren zunächst eine relativ kleine Schlaufe nördlich davon absolvieren. Auf diesem Teilstück galt es im dicht gesetzten Postennetz den richtigen Gabelposten anzulaufen. Im grünen aber verhältnismäßig flachen Gelände konnten hier schon wichtige Sekunden verloren werden. Nach dem Passieren der Pflichtstrecke ging es dann östlich vom Museumsareal in den bergigen Teil der Karte, bei dem sowohl die physischen als auch die technischen Fähigkeiten gefragt waren. Auf einer langen Routenwahl mussten die Damen und Herren dann gegen Ende der Bahn zu einem Posten an der Burg orientieren. Von dort ging es durch das offene und sehr gut belaufbare Parkgelände des Museumsareals zurück zum Ziel.

Beim zuerst gestarteten Damenrennen übergab Elena Roos für die Schweizer Staffel an der führenden Position, knapp gefolgt von Schweden, Estland, Russland und Finnland. Als zweite Läuferin gelang es Karolin Ohlsson (Schweden) und Julia Jakob (Schweiz) sich vom Rest des Feldes abzusetzen. Nachdem die meisten zweiten Läuferinnen der Spitzengruppe entweder läuferisch nicht mithalten konnten oder durch Fehler im Postenraum zurückfielen, verlor Tatyana Riabkina (Russland) aufgrund der Routenwahl zur Burg fast 2 Minuten auf die führenden Teams. Auf der Schlussstrecke kam es dann zu mehreren Führungswechseln zwischen Judith Wyder (Schweiz) und Tove Alexandersson (Schweden). Als die Schwedin in Führung liegend am vorletzten Posten beim Lochen zögerte, nutzte Judith Wyder die Chance und führte die Eidgenossinnen zum Sieg vor Schweden und der russischen Staffel.

Paula Starke zeigte ein konstantes Rennen.
Paula Starke zeigte ein konstantes Rennen.  Foto: Fred Härtelt

Bei den deutschen Damen lief Anna Reinhardt (USV TU Dresden) die Staffel an. Im ersten schnelleren Abschnitt versuchte Sie dem hohen Tempo des Feldes zu folgen. Nach der Sichtstrecke rächte sich das Anfangstempo, so dass ein mehrminütiger Fehler folgte. Paula Starke (USV TU Dresden) zeigte ein stabiles Rennen ohne größere Fehler und führte die Staffel von Rang 24 auf Rang 19. Susen Lösch (USV Jena) konnte auf der letzten Strecke zwar weitere Plätze aufholen, war aber sowohl läuferisch als auch technisch nicht optimal unterwegs. Im Gesamtklassement lief die deutsche Damenstaffel auf Rang 16.

Bei den deutschen Herren hatte Moritz Döllgast (TV Oberbexbach) ebenfalls das Problem dem hohen Anfangstempo der Spitze zu folgen. Im Gegensatz zu den deutschen Damen war beim Wechsel der Abstand zur Spitze mit unter 5 Minuten etwas geringer. Trotzdem lagen die Herren mit Platz 23 in einem ähnlichen Bereich wie die deutschen Damen nach dem ersten Wechsel. Christoph Prunsche (TuS Lübbecke) gelang an diesem Tag kein technisch guter Lauf. Nach einem mehrminütigen Fehler auf der langen Routenwahl ging Colin Kolbe (TuS Lübbecke) auf Rang 24 auf die Schlussstrecke. Dort zeigte der kurzfristig für Philipp Müller (Post SV Dresden) eingesprungene Junior ein Rennen ohne aus eigener Sicht größere Fehler. Im Gesamtklassement lief die Herrenstaffel auf Rang 23.

Lettische Emotionen im Zielbereich
Lettische Emotionen im Zielbereich  Foto: Fred Härtelt

Während bei den Damen im Gesamtklassement schon ab dem fünften Rang die Abstände zur Spitze fast 10 Minuten betrugen, entwickelte sich bei den Herren ein Rennen, bei dem bis zum Schluss 9 Staffeln um die Medaillen kämpften. Lange Zeit führten die lettischen Gastgeber unter tosendem Applaus der Zuschauer die Staffelentscheidung an. Erst auf der letzten langen Verbindung zur Burg konnte sich der Norweger Magne Daehli auf der nördlichen Routenwahl absetzen. Mit Ausnahme der später neuntplatzierten schwedischen Staffel wählten alle weiteren Schlussläufer die südliche Variante. Hier bewiesen Matthias Kyburz (Schweiz) und Frederic Tranchand (Frankreich) ihre physischen Fähigkeiten, so dass Norwegen vor der Schweiz und Frankreich gewann. Knapp dahinter folgten die Staffeln aus Österreich, Tschechien, Großbritannien, Finnland und Lettland.

In der Analyse nach dem Rennen stufte Jan Birnstock das Ergebnis der deutschen Damen als entsprechend der aktuellen Leistungsfähigkeit ein. Die Herren waren durch die kurzfristige Umstellung zwar die jüngste Staffel, hätten aber durchaus noch Potenzial gehabt.

Alle Teilnehmer hatten während des Rennens mit den Temperaturen zu kämpfen. Zur abschließenden Langdistanz am Samstag soll es dann kühler werden. Diese beginnt am Samstag ab 11 Uhr (MESZ) mit Ziel in derselben Arena.

Ergebnisse


Damen

1. Schweiz (Roos, Jakob, Wyder)			105:03 min
2. Schweden (Bergmann, Ohlsson, Alexandersson) 105:18 min
3. Russland (Rudnaya, Riabkina, Gemperle) 107:20 min
16. Deutschland (Reinhardt, Starke, Lösch) 135:25 min


Herren

1. Norwegen (Gaute, Kinneberg, Daehli)		107:26 min
2. Schweiz (Howald, D.Hubmman, Kyburz) 107:30 min
3. Frankreich (Rio, Basset, Tranchand) 107:36 min
23. Deutschland (Döllgast, Prunsche, Kolbe) 129:42 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 09.08.2018

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