Orientierungslauf in Deutschland


Susen Lösch beendet Mitteldistanz auf Rang 18

34, 30 und 21 waren die Platzierungen von Susen Lösch (USV Jena) bei den Weltmeisterschaften 2015 bis 2017. Im Jahr 2018 lief die aktuell beste Orientierungsläuferin Deutschlands in einem hochgradig fordernden Rennen auf Rang 18. Mehrere Favoriten verabschiedeten sich beim Weltmeisterschaftslauf nahe Sigulda nach technischen Fehlern frühzeitig aus dem Kampf um die Medaillen. Die Titel gingen nach Russland und Norwegen.

Susen Lösch passiert Sarina Jenzer (Schweiz).
Susen Lösch passiert Sarina Jenzer (Schweiz).  Foto: Fred Härtelt

Bei guten Laufbedingungen mit angenehmen Temperaturen und dem ein oder anderen kurzen Regenschauer wurden westlich von Sigulda die Weltmeistertitel über die Mitteldistanz vergeben. Getrennt vom Fluss Gauja musste im nördlichen Teil der Karte vor allem durch oft dicht bewachsenes Gelände mit seitlich steil abfallenden Hängen orientiert werden. Nach der Flussquerung ging es zunächst durch einen flachen Abschnitt, bei dem hochgewachsene grasähnliche Flächen die Orientierung maßgeblich erschwerten. Im letzten Abschnitt mussten nochmal zahlreiche Höhenmeter, kurze Verbindungen und eine Arena-Passage absolviert werden.

Auf dem Weg zum ersten Kontrollpunkt fehlte Susen noch die absolute Sicherheit für das Gelände. Bei den kommenden Posten kam die Jenenserin aber immer besser ins Rennen. Die 2 Minuten nach ihr gestartete Schwedin Sara Hagström befand sich ab dem sechsten Posten in unmittelbarer Schlagdistanz, so dass ab dann gemeinsam eine zuvor gestartete Läuferin nach der nächsten eingesammelt wurde. Beim Anlaufen des vorletzten Postens gingen für die Nationalläuferin nochmals wertvolle Sekunden verloren.

Anna Reinhardt konzentriert im Wettkampf.
Anna Reinhardt konzentriert im Wettkampf.  Foto: Fred Härtelt

Im Ziel war die Freude über den 18. Platz zweigeteilt. Auf der einen Seite wurde bei einer WM die bisher beste persönliche Einzelplatzierung erreicht. Ein Rückstand von 15 Sekunden auf Platz 14 ließ aber auch erkennen, dass noch ein wenig mehr möglich gewesen wäre.

Nah am aktuellen persönlichen Optimum platzierte sich auch Anna Reinhardt (USV TU Dresden). In einem nahezu fehlerfreien Lauf konnte die Dresdner Orientierungsläuferin Rang 47 verbuchen. Einzig die frühe Startzeit, welche auf Basis der Weltranglistenpunkte gelost wurde, war mitunter ein Nachteil, da es keine Möglichkeiten gab auf nahezu gleichschnelle Läuferinnen zu treffen.

Dieselbe Problematik berichtete auch Christoph Prunsche (TuS Lübbecke), der im Herrenrennen die WM-Entscheidung eröffnete und als bester deutscher Herr auf Rang 51 lief. So berichtete er von einem sauberen Rennen ohne größere Fehler, gleichzeitig aber auch der Problematik als erster Läufer einen Wettkampf zu eröffnen und so zu wissen, dass während des Rennens im Normalfall keine anderen Läufer gesichtet werden können.

Moritz Döllgast (TV Oberbexbach) haderte im Ziel nach seinem 53. Rang mit seinen technischen Ausführungen einiger Postenverbindungen. Beim Lauf ohne richtig große Fehler führten mehrere kleinere Zeitverluste zum Gefühl, dass an diesem Tag nicht nur läuferisch mehr drin gewesen wäre.

Christoph Prunsche läuft auf Rang 51.
Christoph Prunsche läuft auf Rang 51.  Foto: Fred Härtelt

Dass an diesem Tag in alle Richtungen vieles möglich gewesen ist, zeigten die Ergebnisse in der Endabrechnung. Der Norweger Olav Lundanes verabschiedete sich als zwischenzeitlich Führender mit einem Fehler im flachen Gelände am 12. Kontrollpunkt aus dem Kampf um die Medaillen. Da auch Matthias Kyburz (Schweiz) auf dem Weg zum 7. Kontrollpunkt aufgrund der Routenwahl einen kaum einholbaren Rückstand aufgebaut hatte, entwickelte sich ein packendes Rennen zwischen Eskil Kinneberg (Norwegen) sowie Daniel Hubmann und Florian Howald (beide Schweiz). Der Norweger konnte ab dem drittletzten Posten die Führung übernehmen und dann auch vor Hubmann und Howald ins Ziel bringen.

Im Damenrennen jubelte Natalia Gemperle (Russland) nach einem überlegenen Sieg in der Damenkategorie. Beim ersten Einzeltitel im Rahmen einer WM konnte die Russin Marika Teini (Finnland) und Isia Basset (Frankreich) auf die weiteren Plätze verweisen. Titelverteidigerin Tove Alexandersson verabschiedete sich gleich zu Beginn mit einem 10-minütigen Fehler aus dem Kampf um die Medaillen. Die drittplatzierte Isia Basset jubelte im Zielgelände ausgiebig mit der französischen Mannschaft. In den vergangenen beiden Jahren platzierte sie sich bei internationalen Rennen noch mehrfach kurz vor oder hinter der deutschen Läuferin Susen Lösch.

Nach einem Ruhetag geht es am Donnerstag ab 13:20 (MESZ) mit der Staffel weiter. Deutschland wird durch Anna Reinhardt, Paula Starke (USV TU Dresden), Susen Lösch sowie Moritz Döllgast, Christoph Prunsche und Philipp Müller (Post SV Dresden) vertreten.

Nachträgliche Anmerkung: Colin Kolbe (TuS Lübbecke) wird Philipp Müller zur Staffel ersetzen.

Ergebnisse


Damen

1. N. Gemperle Russland 32:02 min
2. M. Teini Finnland 33:32 min
3. I. Basset Frankreich 33:56 min
18. S. Lösch Deutschland 36:12 min
47. A. Reinhardt Deutschland 43:01 min


Herren

1. E. Kinneberg Norwegen 32:59 min
2. D. Hubmann Schweiz 33:05 min
3. F. Howald Schweiz 33:13 min
51. C. Prunsche Deutschland 41:44 min
53. M. Döllgast Deutschland 42:04 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 07.08.2018

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