Orientierungslauf in Deutschland


Acht Monate „OL in Großstädten und Ballungsräumen“

Was passierte nach der Förderperiode mit den drei Stadt-OL-Pilotprojekten in Bielefeld, Budenheim und Dresden? Die Ergebnisse sprechen für sich: Dort, wo OL-Enthusiasten etwas bewegen, zeigen sich auch Erfolge. Die Vorgehensweisen sind verschieden, aber alle sind gelungen und sollten zur Nachahmung anregen.

WOD am 25.5. in Budenheim bei Mainz
WOD am 25.5. in Budenheim bei Mainz  Foto: Klaus Wersin

Budenheim – Konzentration auf OL-Neulinge


Die erste Nutzung der neuen OL-Karte von Budenheim erfolgte direkt nach dem Förderabschluss beim JAKT 2017. Die TGM Budenheim verzeichnet seitdem bei den jüngeren OLern Zuwachs, die Teilnehmerzahl bei Wettkämpfen steigt. Da die vereinseigene Sporthalle im Gebiet der Karte liegt, ist OL-Training für den Nachwuchs nicht mehr auf die Halle beschränkt.
Es gibt Interesse von Seiten einer Schule für erste gemeinsame OL-Aktionen – voraussichtlich erstmalig im Herbst 2018. Erste Gespräche über ein Festpostennetz fanden mit dem Förderverein der Schule statt. Eine OL-AG im Rahmen der Ganztagsschule ist vorstellbar, es fehlen allerdings Übungsleiter, die dieses Angebot wöchentlich an Nachmittagen betreuen.
Der Verein plant einen Doppelsprint im Frühjahr 2019: Rheinlandpfälzer Meisterschaften im Sprint, zugleich Lauf im Rahmen der DPT.
Am 25. Mai fand eine WOD-Aktion mit über 250 Starts, ca. 70 Teilnehmern plus Eltern statt – teilweise Turngruppen aus dem Verein, aber auch andere Kinder und Familien aus Budenheim. Angeboten wurden Kinder-OL, Labyrinth-OL (3 Bahnen) sowie Sprint-OL (3 Bahnen).

Dresdner Stadt-OL-Logo
Dresdner Stadt-OL-Logo  Foto: Sabine Nieke

Dresden – offene Stadt-OL-Angebote für Schulen und andere Interessierte


Hier existiert seit September/Oktober eine Projektseite, die über Aktionen mit allen fünf frei zugänglichen OL-Angeboten berichtet.
Die innerstädtischen Angebote wurden bisher vielfach genutzt, sowohl durch Orientierungssportler, als auch durch eine Schul-OL-AG und von erwachsenen Schülern, die Deutsch als Zweit- oder Drittsprache lernen sowie anderen.
2018 kamen bisher zwei weitere breitensportliche Angebote hinzu, weitere sind in Planung bzw. in Erstellung. So soll es z.B. einen Trimm-dich-OL in Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum im benachbarten Waldpark geben. An Ideen mangelt es nicht, eher an Zeit und Unterstützern, selbst beim großen OL-Verein USV TU Dresden. Zwar erfordern die Stadt-OL-Angebote mit Denkmälern oder Ähnlichem als Festposten selbst kaum Organisationsaufwand, doch bedürfen gerade Stadt-OL-Karten immer wieder Korrekturen.
Besonders beliebt scheinen Foto-OLs zu sein, die ja keine neue Erfindung sind. Einige erinnern sich sicher an den Foto-OL in Waren Müritz, den man während des langen DM-Lang-Wochenendes 2016 mit einem Stadtrundgang verbinden konnte. Auch in Turnov, Tschechien, gibt es beispielsweise feste Foto-OL-Angebote. Die Dresdner Foto-OLs sind besonders auch für Touristen und Schulen gedacht. In der letzten (Schul-)Woche nutzten gleich zwei Schulen an drei Tagen zwei Stadt-OL-Angebote. Die Dresdner SI-Sets hätten wegen den parallel stattfindenden „klassischen“ Schul-OLs auch kaum für weitere Aktionen gereicht. Und das Wesentliche erfuhren die Schüler auch so – den Umgang mit Karte (und Kompass). Die Fragen bzw. Fotos waren Motivation genug, die Orte zu finden und zuzuordnen.

Training an der Sparrenburg in Bielefeld
Training an der Sparrenburg in Bielefeld  Foto: Farina Freigang

Bielefeld – Geduld für Festpostennetz an repräsentativen Orten


Das Festpostennetz in Bielefeld nimmt Form an: 25 Posten sind von der Lokalpolitik genehmigt worden, was unter öffentlichem Interesse verfolgt wurde, eine Lokalzeitung informierte darüber. Mit vorangetrieben und unterstützt wird das Projekt von dem Stadtsportamt, dem Umweltamt und dem Umweltbetrieb. Jetzt geht es langsam an die Installation: die Betonfundamente und die Postenschilder werden in nächster Zeit bestellt und sollen Anfang September eingegraben werden. Das erste Kartendesign und ein paar Bahnen stehen bereits. Die vom kartierten Areal her größere Karte – das höhenreiche Gelände rings um die Sparrenburg – wurde finalisiert und Ende Mai erfolgte ein erster Testlauf (noch ohne die Festposten, nur um die Karte auszuprobieren). Planmäßig wird die Eröffnung des Festpostennetzes noch im Herbst gefeiert werden. Bis dahin könnte eine vorläufige Homepage stehen. Angedacht ist, dass die Karten bei Touristeninformationen bezogen und an Schulen versandt werden. Doch vorher ist auch der westfälische OL-Verein mit anderen für die Ausrichtung der DM Mittel verantwortlich. Erfahrung mit dem Prozedere um Genehmigungen für ein Festpostennetz sammelte also vor allem und zuletzt die Bielefelder TG. Gelernt wurde, dass Geduld der beste Freund ist, um ein nachhaltiges Projekt wie dieses zu stemmen, was viele Instanzen durchlaufen und sämtliche Interessensgruppen rund um das Wahrzeichen der Stadt gewinnen musste.


Mehr:
Dresdner Stadt-OL-Blog
Ankündigung WOD
Handreichung Organisation von niederschwelligen OL-Angeboten

Autor: Wieland Kundisch und Hans-Joachim Bader
Eingestellt am 05.07.2018

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