Orientierungslauf in Deutschland


Lösch und Kolbe souveräne Sprintmeister

Der Sieg von Susen Lösch (USV Jena) zu den Deutschen Meisterschaften über die Sprintdistanz am Wochenende war alles andere als eine Überraschung. Dass allerdings der Junior Colin Kolbe (TuS Lübbecke) im Herrenrennen den Meistertitel ähnlich überlegen gewinnt, hatten wohl die Wenigsten im Vorfeld vermutet. Zur Sprintstaffel am Samstagnachmittag stand der USV Jena in Senftenberg ganz oben auf dem Podest. Den Bundesranglistenlauf über die Langdistanz gewann erneut Susen Lösch sowie Felix Späth (OLG Siegerland).

Susen Lösch stand bei allen 3 Entscheidungen ganz oben auf dem Podest.
Susen Lösch stand bei allen 3 Entscheidungen ganz oben auf dem Podest.  Foto: Fred Härtelt

Während sich in einigen anderen Ländern Spezialisten ganz gezielt nur auf die Anforderungen einer Sprintdistanz konzentrieren und vorbereiten, so scheint dies in Deutschland aktuell noch nicht der Fall zu sein. Daher war es auch kein Zufall, dass im Damenrennen der Sprintdistanz drei EM-Starter auf dem Podest standen. Nach einem für ihre Verhältnisse eher durchwachsenem Sprintfinale zur EM im Tessin, konzentrierte sich Susen Lösch in den letzten Tagen vor der Meisterschaft in Schweden nochmals explizit auf diese Distanz. Ein fehlerfreier Lauf durch die Gartenstadt Marga in Brieske (Senftenberg) bedeutete in der Ergebnisliste einen Vorsprung von 40 Sekunden auf Dorothea Müller (Post SV Dresden). Paula Starke (USV TU Dresden) komplettierte das Podest.

Im Herrenrennen knüpfte Colin Kolbe an die Entwicklung vom vergangenen Jahr an, als in Regensburg ebenfalls ein Junior ganz oben auf dem Podest zur Sprintdistanz stand. Nach einem konzentrierten Start führte der Teilnehmer der kommenden Junioren-WM vom ersten Posten an. Lediglich auf der Verbindung vom Kontrollpunkt 13 zu 14 wurden 16 Sekunden zur Bestzeit verschenkt. Auf allen anderen kurzen und längeren Abschnitten durch die flache Gartenstadt mit vielen kleinen Wegen konnte der Junior aus Lübbecke entweder die Bestzeit setzen oder war nicht weit davon entfernt. Bojan Blumenstein (OSC Kassel) lief knapp vor Toby Scott (OLV Steinberg) auf den Silberrang.

Colin Colbe wird Deutscher Meister.
Colin Colbe wird Deutscher Meister.  Foto: Fred Härtelt

Die gemischte Sprintstaffel wurde am Samstagnachmittag dann direkt in Senftenberg gestartet. Punkt 16 Uhr begaben sich die 32 Staffeln der Eliteklasse mit den Frauen auf der Startstrecke auf die Bahnen. Von Anfang an entwickelte sich ein spannendes Rennen zwischen dem USV Jena und dem USV TU Dresden. Nach einer eher durchwachsenen Startstrecke konnte sich der MTV Seesen mit dem zweiten Läufer stetig nach vorne arbeiten und übernahm mit dem dritten Läufer schließlich die Führung. Somit ging Birte Friedrichs für den MTV Seesen mit 21 Sekunden Vorsprung auf Kerstin Uiboupin (USV TU Dresden) und weiteren 3 Sekunden vor Susen Lösch auf die letzte Bahn. Die aktuell stärkste deutsche Nationalläuferin übernahm relativ schnell die Führung und führte den USV Jena mit klarer Tagesbestzeit zum Sieg. 62 Sekunden trennten im Ziel den USV TU Dresden vom MTV Seesen, der sich im Gesamtklassement mit dem dritten Rang zufrieden geben musste.

Am Sonntag fuhr der OL-Tross dann ins 20 Kilometer entfernte Leippe zum Bundesranglistenlauf über die Langdistanz. Dort erwartete die 680 Teilnehmer dann ein glazial geprägtes Gelände mit mehreren überschaubaren aber tiefen Tälern. Der vielerorts verbreitete Unterbewuchs sowie vereinzeltes Bruchholz forderte im weit einsehbaren Nadelwald eine gute konditionelle Basis beim Querfeldeinlaufen. Technisch war es durchaus möglich an Höhenobjekten wie Kuppen oder Senken die eine oder andere Minute liegen zu lassen. Im Damenrennen stand erneut Susen Lösch ganz oben auf dem Podest. Bei den Herren konnte sich Felix Späth (OLG Siegerland) durchsetzen.

Massenstart und Anfeuerungen zur Sprintstaffel.
Massenstart und Anfeuerungen zur Sprintstaffel.  Foto: Fred Härtelt

Zum Rahmenprogramm zählte am Samstagabend eine stimmungsvolle Abendveranstaltung unter freiem Himmel im Hafen von Senftenberg. Zuvor tagten die Mitgliedsvereine und Gäste des Deutschen Orientierungsport-Verbandes (DOSV). Bei dieser Tagung wurde auch der Vertrag zwischen DOSV und dem Deutschen Turner-Bund (DTB) unterzeichnet. Dieser gibt den Orientierungssportlern in Zukunft mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung und legitimiert den DOSV als offiziellen Ansprechpartner in Bezug auf die Orientierungssportarten in Deutschland.

Mit dem Meisterschaftswochenende im Süden Brandenburgs hat der Post SV Dresden die Messlatte für kommende Bundesveranstaltungen einmal mehr sehr hoch gelegt. Viele Teilnehmer bedankten sich im Nachgang für die abwechslungsreichen und anspruchsvollen Läufe sowie das gelungene Rahmenprogramm.

Ergebnisse


Sprint

Damen

1. S. Lösch		USV Jena		14:16 min
2. D. Müller Post SV Dresden 14:56 min
3. P. Starke USV TU Dresden 15:25 min


Herren

1. C. Kolbe		TuS Lübbecke		13:19 min
2. B. Blumenstein OSC Kassel 14:02 min
3. T. Scott OLV Steinberg 14:08 min


Sprintstaffel

Elite

1. USV Jena (Winkler, P. & F. Pasda, Lösch)			58:08 min
2. USV TU Dresden (Flechsig, Leideck, Grätsch, Uiboupin) 58:42 min
3. MTV Seesen (M. & O. Hennseler, Döhler, Friedrichs) 59:44 min


Bundesranglistenlauf Langdistanz

Damen

1. S. Lösch		USV Jena		1:15:13
2. K. Uiboupin USV TU Dresden 1:18:14
3. L. Winkler USV Jena 1:20:25


Herren

1. F. Späth		OLG Siegerland		1:25:22
2. B. Blumenstein OSC Kassel 1:27:19
3. S. Lösch USV Jena 1:27:22


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 03.06.2018

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