Orientierungslauf in Deutschland


Deutsches Team mit bärenstarker Mitteldistanz

Zum Europameisterschaftslauf über die Mitteldistanz zeigten die deutschen Finalisten eine geschlossen starke Leistung im erneut technisch und läuferisch anspruchsvollen Geläuf bei Serpiano. Susen Lösch (USV Jena) gelang mit dem 15. Rang auf internationalem Parkett endgültig der Durchbruch im Konzert der Großen. Aber auch Dorothea und Philipp Müller (beide Post SV Dresden) liefen in der Schweiz mit souveränen Leistungen in die Weltcup-Punkte. Europameister wurden Marika Teini (Finnland) und Matthias Kyburz (Schweiz).

Susen Lösch läuft auf Rang 15.
Susen Lösch läuft auf Rang 15.  Foto: Fred Härtelt

Auch wenn das Waldgebiet unweit der gestrigen Qualifikationsläufe über die Mitteldistanz als besser belaufbar beschrieben wurde, so mussten alle Starter relativ schnell feststellen, dass diese Einschätzung wohl eher relativ zu sehen war. Sowohl der technische als auch der läuferische Anspruch war enorm. So galt es parallel zur physischen Belastung jederzeit die technische Souveränität zu behalten. Zeitverluste durch unsauberes Orientieren waren ähnlich schnell möglich, wie eine Verletzung aufgrund eines Fehltrittes.

Erschöpft aber glücklich analysierte Susen Lösch im Ziel einen sehr anstrengenden Lauf ohne Fehler. Auf dem Weg zum bisher besten Einzelresultat der Karriere galt es im oft grünen Gelände physisch topfit zu sein und viele Bäume zu übersteigen. Bei jeder Unsicherheit bestand die Devise „lieber stehen bleiben und genauer schauen“. So freute sich die Jenenser Orientierungsläuferin im Ziel zusammen mit dem gesamten Team über den 15. Rang.

Dorothea Müller zur Mitteldistanz
Dorothea Müller zur Mitteldistanz  Foto: Fred Härtelt

Weiteren Grund zur Freude hatte Damentrainer Jan Birnstock über den 39.Rang des Youngsters im Team. Bis zur Zuschauerpassage am 11. Posten lag Dorothea Müller sogar noch in den Top 25. Durch einen etwa 3-minütigen Fehler am 12. Kontrollpunkt wurde es am Ende eine Platzierung in den Top 40.

Das starke Teamresultat der deutschen Finalisten komplettierte Philipp Müller. Nach einem kontrollierten Beginn konnte sich der Dresdner Arzt im Laufe des Rennens Position für Position nach vorne schieben. Voraussetzung dafür war ein gutes Körpergefühl sowie ein sicherer Lauf.

Dass es viele Möglichkeiten gab richtig Zeit zu verlieren oder auszuscheiden, zeigte sich auch an den Resultaten im Damenrennen. Die Schwedin Tove Alexandersson sah bei den Zwischenzeiten lange wie die sichere Siegerin der Mitteldistanz aus. Durch einen Fehler am vorletzten Posten wurde es im Gesamtklassement am Ende die Silbermedaille. Die Freude von Julia Gross über die Tagesbestzeit währte ebenfalls nur kurz. So musste die vermeintliche Siegerin aus der Schweiz aufgrund eines fehlenden Kontrollpunktes im Nachgang disqualifiziert werden. Folglich jubelte am Ende die Finnin Marika Teini über den ersten Einzeltitel bei einer Europameisterschaft. Nachwuchsstar Simona Aebersold (Schweiz) holte trotz Fehler am 9.Posten ihre erste Medaille bei den Großen.

Philipp Müller mit einem starken EM-Lauf.
Philipp Müller mit einem starken EM-Lauf.  Foto: Fred Härtelt

Im Herrenrennen zeigten sich sowohl Matthias Kyburz als auch Florian Howald (beide Schweiz) mit ihrem ersten und zweiten Rang sehr zufrieden. Der drittplatzierte Norweger Olav Lundanes haderte hingegen mit seiner Leistung, die er auf eine unzureichende Vorbereitung auf das Gelände zurückführte.

Zur Siegehrung humpelten sowohl Marika Teini als auch Tove Alexandersson auf das Podest. Die Schweizer Daniel Hubmann und Andreas Kyburz fuhren nach dem Wettkampf ins Krankenhaus.

Am Donnerstag folgt ab 17 Uhr die Sprintstaffel in Tesserete. Deutschland startet in der Aufstellung Paula Starke (USV TU Dresden), Marvin Goericke (Berliner TSC), Felix Späth (OLG Siegerland) und Arntraut Götsch (USV Jena).

Ergebnisse


Damen

1. M. Teini (Finnland)		35:44 min
2. T. Alexandersson (Schweden) 35:52 min
3. S. Aebersold (Schweiz) 36:02 min
15. S. Lösch (Deutschland) 40:00 min
39. D. Müller (Deutschland) 45:02 min


Herren

1. M. Kyburz (Schweiz)		34:25 min
2. F. Howald (Schweiz) 35:35 min
3. O. Lundanes (Norwegen) 35:47 min
27. P. Müller (Deutschland) 41:49 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 09.05.2018

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