Orientierungslauf in Deutschland


Vorbereitungstrainingslager des Nationalteams für die anstehende Saison

In einer ungewöhnlichen großen Besetzung absolvierte das Nationalteam samt einiger (ausländischer) Gäste zusammen ein Trainingslager in der Schweiz. Ein interessanter und vor allem intensiver Mix aus Sprint- sowie Waldeinheiten mit dem gewissen Anteil an Höhenmetern ermöglichten gute Trainingsbedingungen für die Athleten. Zum Abschluss liefen die B- und C-Kader noch zwei World Ranking Events (WRE), die speziell für die B-Kader nominierungsrelevant für die European Orienteering Championships (EOC) waren.

Susen Lösch im Langstreckentestlaufgelände
Susen Lösch im Langstreckentestlaufgelände  Foto: Vít Zakouril

Start des Trainingslagers war in der Region Lörrach/Basel. Dort ging es für alle Athleten darum ein Programm von diversen Sprinttrainingsformaten zu absolvieren. Wie für Sprint üblich war das Ziel schnelle Routenwahlentscheidungen bei hohem Tempo zu treffen. Dafür wurden Trainings-Situationen mit „Über-Tempo“ und künstlichen Sperren erzeugt. Mit spannenden Karten und Geländen bot die Region um Basel mit verwinkelten Altstädten an Hanglagen dafür beste Möglichkeiten.

Nächster Zwischenstopp und vor allem Hauptziel des Trainingslagers für die B-Kader war das Tessin. Dort ging es darum Erfahrungen und Zeit in den Tessiner Wäldern und Dörfern zu sammeln, um eine möglichst gute Vorbereitung für die Europameisterschaften (5.-13. Mai 2018) zu erzielen.

Das Tessin zeichnet sich im urbanen Gelände vor allem durch verschieden schmale Gassen in verwinkelten und steilen Stadtkernen, aber auch durch Teile mit Neubauten aus. Im Wald entstehen durch steile Hänge sowie einem oftmals guten Wegenetz interessante Routenwahlen. Gleichzeitig wird eine präzise Feinorientierung benötigt um unnötige Höhenmeter in den Hängen sowie Fehlerzeiten in Stein- und Felsgebieten gering zu halten.

WRE Sprint in Novaggio
WRE Sprint in Novaggio  Foto: Gabriel Lombriser

Aber nicht nur für die Elite bot das Tessin gute Trainings. Auch die C-Kader sowie die D/C-Kader konnten Physis und O-Technik in für viele noch unbekannten Terrain trainieren und verbessern. Fehler zu erkennen und zu beheben, um eine sichere Routine für die kommende Saison zu entwickeln, war für viele Hauptziel bei den Einheiten.

An Höhenmetern wird es bei der Jugend-Europameisterschaft in Bulgarien auch nicht mangeln, im Gegensatz zur diesjährigen Junioren-Weltmeisterschaft in Ungarn, wo es deutlich flacher ist und ein hohes Tempo gefragt sein wird.

Die Stimmung unter den Athleten war wie immer motivierend, auch wenn jemand durch Verletzung bzw. Verletzungsprävention aussetzen musste. Zudem ist ein schöner Aspekt an Training in den Alpen die abermalige Belohnung der Anstrengung durch wundervolle Aussichten auf Berge und Seen. Speziell das „frühsommerhafte“ Wetter schaffte ein tolles Flair, welches alle zu genießen wussten.

Gruppenbild vor dem Schloss/der JH Laufen am Rheinfall
Gruppenbild vor dem Schloss/der JH Laufen am Rheinfall  Foto: Jan Erik Naess

Zum Abschluss galt es für die B- und C-Kader und die paar Gäste im Team noch zwei WRE-Wettkämpfe, welche gleichzeitig auch Teile der Selektionsläufe für die EOC des Schweizer Teams waren, zu bestreiten. Währenddessen liefen die D/C-Kader das Mittel-Finale der JWOC 2005 außerhalb Luganos. Das unter Wettkampfbedingungen stattfindende Training bereitete Einblicke in zukünftige Meisterschaftsbahnen und forderte zudem mit einem deutlich überhöhten Start die Athleten nicht zu wenig schnell und präzise zu orientieren.

Für den letzten Tag begab sich der Kader wieder Richtung Norden in die Region Zürich/Schaffhausen, um dort gemeinsam das Trainingslager mit einem nationalen Schweizer OL-Wettkampf zu beenden.

Ohne die intensive Vorbereitung und Arbeit während des Trainingslagers durch das Trainer-Team wären Trainingslager wie diese für die Kaderathleten unmöglich wahrzunehmen. Daher geht ein sehr großer Dank der Athleten an das Trainer-Team Thomas Meier, Jan Birnstock, Nina Döllgast, Anne-Katrin Klar und Karsten Leideck – sowie an die Postensetzer, Fahrer und Mitbetreuer Josef Neumann und Vít Zakouril.

Das Selektionsgremium nominierte zu den Europameisterschaften im OL 2018 folgende 13 Athleten:


Damen


Arntraut Götsch und Susen Lösch (beide USV Jena), Dorothea Müller (Post SV Dresden), Patricia Nieke, Anna Reinhardt und Paula Starke (alle drei USV TU Dresden)

Herren


Moritz Döllgast (TV Oberbexbach), Bjarne Friedrichs (MTV Seesen), Marvin Goericke (Berliner TSC), Wieland Kundisch (USV TU Dresden), Philipp Müller (Post SV Dresden), Christoph Prunsche (TuS Lübbecke) und Felix Späth (OLG Siegerland)


Mehr:
Homepage EOC
Ergebnisse WRE Middle Sonvico am 7.4.
Route WRE Middle Bojan Blumenstein

Autor: Colin Kolbe
Eingestellt am 12.04.2018

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