Orientierungslauf in Deutschland


D/C-Kader zu Gast in Detmold

Keine drei Wochen nach dem Kickoff-Wochenende des Bundeskaders stand für den D/C-Kader ein fünftägiges Trainingslager im Raum Detmold auf dem Programm. Vom 14. bis 18. Februar feilten die 20 Teilnehmer vor allem an ihrer Sprint-OL-Technik und wurden durch vielfältige Theorieeinheiten gut auf die Saison vorbereitet.

Start zum O400-Test
Start zum O400-Test  Foto: Karsten Leideck

Als Mitte Januar aufgrund von Sturmschäden ein Waldbetretungsverbot u.a. für die Landkreise Lippe, Paderborn und Bielefeld ausgesprochen wurde, bestand zunächst noch Hoffnung bei den Bundestrainern und den örtlichen OL-Vereinen, einen Monat später das Technik-Trainingslager wie geplant absolvieren zu können. Nach der Besichtigung der Schäden und einer Verlängerung des Verbots stand jedoch fest, dass schnellstmöglich ein Ersatztrainingslager organisiert werden muss. Durch gute Zusammenarbeit mit den engagierten einheimischen OLern verschiedener Vereine konnte unter Zeitdruck doch noch ein stimmiges Gesamtprogramm auf die Beine gestellt werden, das trotz des hohen Sprint-OL-Anteils viel Abwechslung bot.

Kartenausschnitt Golf-OL in Detmold
Kartenausschnitt Golf-OL in Detmold

Gestartet wurde am Mittwochnachmittag mit einem Partner-Golf-OL mit virtuellen Mauern, bei dem das Kartengedächtnis geschult wurde. Die belebte Detmolder Innenstadt bot dazu schöne Routenwahlen und genügend leicht zu übersehende Gassen. Auf den Vortrag zu Technik und Taktik beim Sprint-OL folgte ein anstrengendes Kennenlernspiel, bevor die Betten der Jugendherberge Detmold erfreut in Empfang genommen wurden. Die nächsten beiden Tage starteten jeweils mit intensiven Bahneinheiten – donnerstags wurde ein 3000m-Test im Schnee absolviert, freitags der O400-Test. Als Nachmittagseinheiten wurden verschiedene Routenwahlen in Lage unter Zeitdruck entschieden, getestet und per Schrittmaß abgemessen. Bei der abendlichen Besprechung waren dann einige Athleten erstaunt, wie groß manche Längenunterschiede wirklich waren. Am Freitagnachmittag stand für die Meisten eine Premiere an: die erste Aquajogging-Einheit! Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wurden zunächst Intervalle gelaufen und danach verschiedene Laufstile getestet. Auch wenn nicht jeder direkt überzeugt war, haben nun immerhin alle eine andere Möglichkeit des Alternativtrainings kennengelernt.

Am Samstagvormittag lag der Fokus in Bad Lippspringe auf dem Vorplanen mehrerer Postenverbindungen. Die Athleten mussten sich beim Laufen zwischen verschiedenen Gabelposten entscheiden und planungstechnisch immer mehrere Schritte voraus sein. Intensiv wurde es dann am Nachmittag in Bad Meinberg, wo Sprintintervalle in kleinen Gruppen durchgeführt wurden. Als Abschluss wurde das Team von den einheimischen OLern zu einem gegabelten Doppelsprint mit zwei Massenstarts eingeladen, der rund um den Sportpark am Ölbach sogar den lang ersehnten Waldanteil bot. Zusätzlich zu den sehr abwechslungsreichen Praxiseinheiten wurden außerdem nach kurzem Input zur Bahnlegung Strecken für die Jugend-Europameisterschaft (EYOC) gelegt, über sportgerechte Ernährung diskutiert, Trainingsmittel erläutert, Trainer-Athleten-Gespräche simuliert und gebannt C-Kader Colin zugehört, der aus eigener Erfahrung lebhaft über Motivation referierte.

sonniges Abschlusstraining
sonniges Abschlusstraining  Foto: Karsten Leideck

Das Gesamtfazit fiel durchweg positiv aus: Auch ohne klassischen Wald-OL haben alle Teilnehmer viele neue Ideen für ihr Training und ihre Alltagsgestaltung gewinnen können, ihre Sprintroutine verbessert und ordentlich Motivation gesammelt. Ein riesengroßer Dank gebührt dem Helferteam um Peter Gehrmann, Nikolaus Risch und Volker Caspari, ohne deren Unterstützung das Trainingslager nicht möglich gewesen wäre. Es ist auch dieser unermüdliche ehrenamtliche Einsatz, der unseren Sport auszeichnet. Bleibt zu hoffen, dass die Wälder bald wieder nutzbar sind, damit der OL in dieser tollen Region weiterlebt!


Autor: Nina Döllgast
Eingestellt am 26.02.2018

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