Orientierungslauf in Deutschland


IOF wünscht sich einen starken deutschen Orientierungslauf

Das jährliche Treffen des Orientierungslauf-Weltverbandes International Orienteering Federation (IOF) fand dieses Mal in der polnischen Hauptstadt Warschau statt. Mit knapp 60 Vertretern aller Kommissionen, mit Ausnahme der saisonbedingt nur bedingt teilnehmenden Ski-Orientierungslauf-Kommission, wurden eine Vielzahl von Themen bearbeitet. Von deutscher Seite nahmen Anne Straube als Aktivenvertreterin TrailO und Björn Heinemann in der IT-Kommission teil.

Das Logo des Orientierunglauf-Weltverbandes.
Das Logo des Orientierunglauf-Weltverbandes.  Foto: IOF

Der IOF-Vorstand berichtete über die aktuellen Entwicklungen - dabei kann auf 67 aktive nationale Mitgliedsverbände verwiesen werden, wobei das Ziel von 75 in der näheren Zukunft nicht realistisch ist. Eine weitere Steigerung der Mitgliedsnationen bringt zwar Sichtbarkeit, aber die wirkliche Weiterentwicklung erfolgt nur durch mehr aktive Orientierungssportler. Die Ausrichtung auf die Austragung bei Olympischen Spielen steht immer noch auf dem Programm, aber nicht mehr so prominent, wie in den vergangenen zehn Jahren.

Zur Entwicklung des Orientierungssportes trägt in starkem Maße die öffentliche Sichtbarkeit bei. Im vergangenen Jahr gab es dazu einige Erfolge mit gelungenen Fernsehübertragungen von großen Veranstaltungen. Realistisch ist eine Live-Übertragung aufgrund der hohen technischen und finanziellen Anforderungen aber nur bei der WM und dem Weltcup im Fuß-OL. Die Nutzung der Platform LiveOrienteering für die anderen Veranstaltungen auf einem niedrigeren Niveau hat sich bewährt. Die Anzahl der Weltranglistenläufe soll wieder erhöht werden. Dafür wird höchstwahrscheinlich eine Reduzierung der Wettkampfabgaben für die Veranstalter vorgenommen.
Die finanzielle Situation der IOF stellt sich durch einige Korrekturmaßnahmen mit Reduzierung des Personals im vergangenen Jahr stabil und ausgeglichen dar. Es gibt keine großen Sponsoren, aber auf niedrigem Niveau konnten die externen Einnahmen gesteigert werden. Dies soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden und bis 2024 möglichst auf 50 Prozent der Gesamteinnahmen gesteigert werden.

Um international im Fernsehen und bei Sponsoren besser wahrgenommen zu werden, wäre ein starker deutscher OL extrem hilfreich. An dieser Stelle kommt wieder die Frage, wie das IOF-Gründungsmitglied Deutschland unterstützt werden kann. Andere Nationen sehen die Eingliederung im Deutschen Turner-Bund skeptisch. Ein eigener OL-Verband wird von den meisten als absolute Basis gesehen.

In der IT-Kommission steht weiterhin die Wettkampfqualität in Verbindung mit den IT-, Zeitnahme- und Kontroll-Systemen im Vordergrund. Die IT Quality Requirements und ein Dokument zu anwendbaren Zeitnahmesystemen wurden fertig gestellt. Die Funktion des IOF IT Assistant Senior Event Advisor (IT ASEA) als Unterstützung des Senior Event Advisors für alle diese technischen Fragen wird dieses Jahr erstmalig eingeführt.

Vom 4. bis 7. Oktober wird nach vielen Jahren der IOF-Kongress wieder unabhängig von der WM stattfinden. In diesem Jahr ist dieser in Prag.


Autor: Björn Heinemann & Eike Bruns
Eingestellt am 30.01.2018

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