Orientierungslauf in Deutschland


Gelungener SkiO-Saisonauftakt in Carlsfeld

Ein SkiO-Wochenende Mitte Dezember im Erzgebirge ist stets ein gewagtes Unterfangen, da die Schneesicherheit um diese Jahreszeit oft noch nicht gegeben ist. Umso besser, dass das Organisationsteam um Bernd Kohlschmidt, unterstützt vom Carlsfelder Ski-Club, am Donnerstag endgültig grünes Licht für den ersten Wettkampfblock der Saison 2017/2018 geben konnte und bis zum Samstag sogar noch etwas Schnee für rund 40cm gesamt hinzukam.

Blick auf die Kammloipe
Blick auf die Kammloipe  Foto: Kammloipenwebcam Schutzhütte Teichhäusel

Der erste Bundesranglistenlauf startete bei idealen Verhältnissen mit angenehmen Temperaturen im knappen Minusbereich und ohne Wind am oberen Ende des Carlsfelder Skihanges. Die Fahrt hinauf zum Start mit dem Schlepplift war inklusive, alternativ konnte man zur Erwärmung den Hang aber auch im Grätschschritt erklimmen. Da die Ausgabe der berührungsfreien SIAC-Leihchips und Abrechnung von Startgeldern vor Ort für einen Großteil der über 300 Teilnehmer recht aufwändig war, kamen die 30 Minuten Nullzeitverschiebung nicht ungelegen, so dass alle Teilnehmer es rechtzeitig zum Start schaffen konnten.

Die Bahnlegung der Mitteldistanz am Samstag nutzte vor allem die Carlsfelder Ortsloipen, wobei die Hauptklassen gleich zu Beginn einen langen Schlag auf weicher Scooterspur zu absolvieren hatten. Der orientierungstechnische Anspruch war nicht allzu hoch, dennoch gab es die eine oder andere Routenwahl und geschickt platzierte Posten in parallel getretenen Spuren sorgten für manchen Fehlstempel, wenn die Postencodes im Vorbeirauschen nicht kontrolliert wurden. Die Schlussschlaufe absolvierten alle Klassen auf den Hangwiesen oberhalb des Ortes, wo man die Übersicht behalten musste, weil zu den Spuren laut Karte noch einige weitere im Laufe des Wettbewerbs hinzukamen.

Kartenausschnitt am Samstag
Kartenausschnitt am Samstag  Foto: Ausrichter / Jens Leibiger

Dominiert wurden die Ergebnislisten vor allem auch in den Jugendklassen durch die große Zahl tschechischer Teilnehmer, die mit beiden Läufen Punkte für ihre Rangliste sammeln konnten. Aus Deutschland kamen nur knapp 60 der über 300 Teilnehmer. Wie erwartet konnte sich Anne Heinemann (SV Robotron Dresden) als Sechstplatzierte 7 Minuten hinter Siegerin Petra Hancová in der Damenelite den Titel der Sächsischen Meisterin über die Mitteldistanz sichern. Bei den Herren ist Sebastian Groß (für den SV Lengefeld startend) mit dem 13. Gesamtrang und ebenfalls 7 Minuten Rückstand zu Michal Drobník der neue Titelträger. In den Altersklassen konnte manche/r Deutsche aber auch mal die versammelte Konkurrenz hinter sich lassen.

Weiterer Schneefall in der Nacht und auch während des BRL-Langdistanzlaufes am Sonntag sorgten für eine leichte Pulverauflage auf den Hauptloipen und dafür, dass die eine oder andere Scooterspur über die Wiesen nur noch schwerlich erkennbar war. Die Bahnleger hatten sich eine anspruchsvolle Streckenlegung von bis zu 19 bzw. 16,3 km Luftlinie in den Eliteklassen ausgedacht, die die Teilnehmer mehrfach auf Routenwahlen am Stausee vorbei bis auf die Kammloipe führte. Dank eines wesentlich höheren Anteils breiter Loipen ohne allzu große Höhenunterschiede waren die Richtzeiten von den Spitzenläufern dennoch erreichbar.

Anne Heinemann (li.) bei der Analyse im Ziel
Anne Heinemann (li.) bei der Analyse im Ziel  Foto: Björn Heinemann

Die Herrenelite entschied diesmal Regimatas Kavaliaus aus der kleinen, aber starken litauischen Mannschaft vor seinem Teamkollegen. Sebastian Groß auf Platz 6 war erneut bester Deutscher. Auch Anne Heinemann konnte das deutsche Duell mit Anke von Gaza (OLV Uslar) wie am Vortag deutlich für sich entscheiden und platzierte sich auf Rang 5 hinter Helena Radáková.

Bleibt zu hoffen, dass die nächsten SkiO-Wettbewerbe in fünf Wochen bei Marianske Lazne und Silberhütte unter ähnlich guten äußeren Bedingungen und mit hoffentlich etwas größerer deutscher Beteiligung stattfinden können.


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Autor: Richter, Friedmar
Eingestellt am 18.12.2017

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