Orientierungslauf in Deutschland


Inoffizielle Vereinsweltmeisterschaften bei Stockholm

25manna – „der weltbeste Verein gewinnt“. Und 2017 gewann der finnische Club Tampereen Pyrintö mit seinem markanten P auf dem Trikotrücken vor den schwedischen Vereinen IFK Göteborg und Södertälje-Nykvarn OF. Mit dabei waren wiederholt ein deutscher Verein und einige deutsche Nationalläufer, die um vordere Platzierungen mitkämpften.

offizielles Logo
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Jukola und Tiomila sind den meisten Orientierungsläufern auch hierzulande als große OL-Staffeln in Skandinavien bekannt, die schwedische tjugofem manna wohl wenigeren. Sie existiert seit 1974, wird jährlich im Herbst nahe Stockholm ausgetragen und zeichnet sich durch die Fülle an Staffelläufern und -läuferinnen aus. Diese sind allerdings nicht alle hintereinander einen ganzen Tag lang unterwegs, sondern zum Großteil parallel. Nachdem die ersten beiden und bevor die letzten drei Strecken klassisch nach einander gelaufen werden, laufen 5-mal vier Läufer auf jeweils gleichlangen, aber eben gegabelten Bahnen, wobei immer einer der vier auf einen der nächsten vier wechselt. Während Damen und/oder Herren als Start- und Schlussläufer von Jahr zu Jahr variieren, gibt es feste Regeln, wie mindestens sieben Damen, und eine leichte, kurze 4er-Bahn für Kinder (bis D/H14) oder auch für ältere Läufer. Während die Topteams keine großen Zeitabstände zwischen den Parallelläufern aufkommen lassen, müssen hintere Teams mehr mit ihren unterschiedlichen Leistungen taktieren – und vor der 23. Strecke notfalls auch etwas länger bis zum Letzten der letzten vier Läufer warten.

die Sieger mit ihrer Schlussläuferin Venla Harju
die Sieger mit ihrer Schlussläuferin Venla Harju  Foto: Veranstalter

Ziel eins für den USV TU Dresden, der nach 2007 und 2008 das 3. Mal teilnahm, war es die Staffel in Wertung zu absolvieren, Ziel zwei den Notstart zu vermeiden. Beides gelang – besonders auch durch gute Läufe der jüngeren Teilnehmer – und mit Platz 157 lief der mitgliedergrößte deutsche OL-Verein in die 1. Hälfte des Feldes. Die Platzierung war besser als vor 10 Jahren, der Zeitrückstand allerdings größer. Mit rund 375 Staffeln, wovon allerdings etwas weniger als 300 ohne Fehlstempel oder Ausfälle durchkamen, lag die Beteiligung hoch. Seit den 90er Jahren nehmen um die 350 Staffeln teil, wobei einzelne Vereine mitunter schon mal bis zu zehn und mehr Staffeln aufstellten. Zusätzlich zu den ersten zehn Staffeln wurde auch das beste 2. und 3. Team eines Vereins geehrt. Neben den drei großen skandinavischen Ländern blieben Vereine aus anderen jedoch Ausnahmen. Mit der schwedischen, finnischen, norwegischen und deutsche Fahne war noch die lettische gehisst worden. Die Veranstalter interviewten die beiden nichtskandinavischen Vereinsstaffeln im Vorfeld. Die Ehrung der Besten fand auf einer Tribüne statt, die bis zum Zieleinlauf der ersten Teams den Zieleinläufern als Brücke diente und somit auch attraktiv den Zuschauern und Wechselläufern.

Platz 8 mit Dorothea Müller
Platz 8 mit Dorothea Müller  Foto: Pan Kristianstad

Nichtskandinavier liefen dennoch viele mit – in ihren skandinavischen Clubs. So starteten gerade in den stärksten Teams auch namenhafte Weltklasse-Orientierungsläufer aus der Schweiz und anderswo – auch aus Deutschland, so die beiden aktuellen Deutschen Elitemeister im Lang-OL Susen Lösch und Bojan Blumenstein. Susen lief für Ärla IF die Schlussstrecke mit der 9.-besten Streckenzeit auf den 18. Rang und schrieb selbst einen Bericht. Einen Platz davor landete B-Kader Moritz Döllgast mit dem Linköpings OK. Bojans norwegischer Verein Nydalens SK zählte leider zu einem derer mit Fehlstempel – mit Staffel 1 und 2. Das beste Resultat mit deutscher Beteiligung erlief Noch-Juniorin Dorothea Müller mit dem OK Pan-Kristianstad, der damit sehr gut abschnitt, letztes Jahr mit Rang 16 bereits recht zufrieden war.

Das Wetter und die Teilnehmer verwandelten die Wettkampfwiese während des Wochenendes schnell in eine Schlammwiese. Das 29-köpfige Team des USV TU Dresden absolvierte in der Vorwoche aber ungetrübt ein sonniges Herbst-Trainingslager mit vielseitigen und schönen Orientierungsläufen bereits auf der Anreise und in der herbstlich gefärbten Umgebung Tyresös, wo Susen Lösch einmal teilnahm.

Der Wald, der für die 25er-Staffel diente, erwies sich als steinig und bis auf zeitweisen Regen für die schwedischen Sümpfe verhältnismäßig trocken. Die neuen Pfade durch die vielen Läufer machten es nicht unbedingt einfacher, mitunter rutschiger über die nassen Felsplatten. Am Sonntag folgte im selben Gelände bei Nässe und weiterer Abkühlung der Luft eine Mittelstrecke, der bei auch wieder einzelne Deutsche mit guten Läufen und Platzierungen glänzten.

Die Organisation – durch den IFK Tumba SOK – war mit bereits gewohnten Liveergebnissen im Netz wie so oft beeindruckend. Eine Vielzahl an Kampfrichtern sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Im Vorfeld war beispielsweise auf den Wasserschlauch der Feuerwehr für die zumeist warmen Freiluft-Duschen, der quer durch den Wald lag, hingewiesen worden – dass man nicht mit Dobb-Spikes auf ihn treten solle.


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Bericht USV TU Dresden von vor 10 Jahren

Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 11.10.2017

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