Orientierungslauf in Deutschland


Schweden siegt zur Sprintstaffel in Grindelwald

Schon vor dem Start zur abschließenden Sprintstaffel im schweizerischen Grindelwald stand das Team aus Schweden als Gesamtsieger dieser Weltcupwertung fest. Spannend wurde es trotzdem, da während des Rennens sowohl die erste Mannschaft aus Schweden als auch der Schweiz aus der Wertung genommen werden musste. Deutschland lief auf den 12.Platz in der bereinigten Tageswertung.

Felix Späth lief eine starke Sprintstaffel.
Felix Späth lief eine starke Sprintstaffel.  Foto: Fred Härtelt

Punkt 14:25 Uhr begaben sich die Startläuferinnen von insgesamt 37 gemischten 4er Teams auf die Strecken der Sprintstaffel in Grindelwald. Vom abgesperrten Busparkplatz aus führten die ersten Meter über eine steile Rampe vorbei am mit Zuschauern gut gefüllten Marktplatz. Danach musste zunächst eine kürzere Schlaufe absolviert und dann der Marktplatz erneut passiert werden. Der technische Anspruch hielt sich bei der Sprintstaffel in Grenzen. Zahlreiche Höhenmeter forderten allerdings erneut sehr gute physische Fähigkeiten der Läufer.

Susen Lösch (USV Jena) lief für die deutsche Sprintstaffel auf der Startstrecke. Mit 1:43 Rückstand ging Felix Späth (OLG Siegerland) an Position 26 auf die zweite Strecke. Der Siegerländer Orientierungsläufer zeigte ähnlich wie der danach startende Oberbexbacher Läufer Moritz Döllgast eine bärenstarke Leistung. Beide verloren in ihren Rennen nur wenig mehr als eine Minute auf die jeweilige Bestzeit auf der zweiten und dritten Strecke. Das deutsche Team arbeitete sich somit Stück für Stück nach vorne. Moritz Döllgast übergab mit 3:22 Rückstand an Position 20 liegend auf Paula Starke (USV TU Dresden). Die Dresdner Orientierungsläuferin konnte das hohe Tempo nicht ganz mitgehen und lief auf den 24. Rang aller Staffeln ins Ziel. In der bereinigten Wertung der doppelten und nach Nationalitäten gemischten Staffeln bedeutete dies den 12. Rang.

Schweden gewinnt vor der Schweiz und Norwegen die Gesamtwertung des Weltcups.
Schweden gewinnt vor der Schweiz und Norwegen die Gesamtwertung des Weltcups.  Foto: Fred Härtelt

Bei besten äußeren Bedingungen hatten die Zuschauer auch bei dieser Sprintstaffel kaum Zeit die Schweizer Berglandschaft inklusive Aussicht auf Mönch und Eiger zu genießen. Auf der ersten Strecke konnten sich die Schweizer sowie schwedischen und norwegischen Staffeln ein wenig absetzen. Auch nach dem zweiten Wechsel lagen jeweils zwei Staffeln aus der Schweiz und aus Schweden sowie eine Staffel aus Norwegen an der Spitze des Feldes in unmittelbarer Schlagdistanz. Schon bald aber wurden die fünf Staffeln an der Spitze auf drei reduziert. Zunächst stellte sich heraus, dass Florian Howald als zweiter Läufer für die Mannschaft Schweiz 1 einen falschen Posten gelocht hatte. Wenig später musste auch Schweden 1 aus der Wertung genommen werden, da Startläuferin Karolin Ohlsson durch ein Sperrgebiet gelaufen war.

Somit bot sich den Zuschauern ein Finale, welches nach dem dritten Wechsel zunächst die norwegische Staffel mit 27 Sekunden Vorsprung auf Schweden 2 anführte. Wenige Sekunden dahinter folgte Norwegen 2 und das zweite Team aus der Schweiz. Nach mehreren Titeln bei Junioren-Weltmeisterschaften in der Vergangenheit zeigte Sara Hagström nun erneut im Erwachsenbereich ihre Fähigkeiten und lief für Schweden den Sieg in der Sprintstaffel nach Hause. Mit 9 Sekunden Rückstand sicherte Ida Marie Naess Bjoergul für Norwegen den zweiten Platz. Der dritte Platz ging an die zweite Schweizer Mannschaft mit Schlussläuferin Sarina Jenzer.

Wo laufen die deutschen Nationalläufer in Zukunft?
Wo laufen die deutschen Nationalläufer in Zukunft?  Foto: Fred Härtelt

Aus organisatorischer Sicht boten die Schweizer Organisatoren auch in diesem Jahr beim Weltcup fordernde Läufe in einer beeindruckenden Landschaft. Als IOF Senior Event Adviser trug auch Eike Bruns einen nicht unerheblichen Teil zum Gelingen der Wettkämpfe in der Schweiz bei.

Im Nachgang des Weltcups sollte sich allerdings jeder deutsche Orientierungsläufer die Frage stellen, ob es in den kommenden Jahren der richtige Ansatz ist im Nationalteam in der Elite keine Führung und Betreuung im Herren- und Gesamtbereich zu haben. Vielleicht können doch noch geeignete Personen für die Zukunft gefunden oder überzeugt werden. Die Denkansätze gehen dabei vom ehrenamtlichen Engagement bis zur Fragestellung, ob der deutsche Orientierungssport mit Hinblick auf die Finanzierung von möglichen Trainerstellen auf Bundesebene aktuell richtig aufgestellt ist. Zum Weltcup ist zumindest für die logistische Betreuung der deutschen Nationalmannschaft kurzfristig die Dresdner Orientierungsläuferin Corinna Nieke eingesprungen. Dass so in der Zukunft Top-Leistungen im Elitebereich noch schwerer möglich sind, sollte allen klar sein. Ansprechpartner zum Thema ist TK-Vorsitzender Steffen Lösch.

Ergebnisse


1. Schweden (Bergmann, Regborn, Sjöberg, Hagström)			57:48 min
2. Norwegen (Benjaminsen, H. Steiner, Kinneberg, N. Bjoergul) 57:57 min
3. Schweiz (Gross, Hubmann D., Hertner, Jenzer) 58:11 min
12. Deutschland (Lösch, Späth, Döllgast, Starke) 63:21 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 01.10.2017

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