Orientierungslauf in Deutschland


Skandinavischer Sommer für den D/C-Kader

Vom 18.-30. Juli war das Jugendnationalteam zunächst im norwegischen Halden und dann zu O-Ringen in Schweden unterwegs, wo auch die große Gruppe des sächsischen Landeskaders ihr Quartier aufgeschlagen hatte. In sechs Trainingseinheiten und fünf bis sieben Wettkämpfen konnten die jungen Läufer viele wichtige Erfahrungen für ihre weitere OL-Laufbahn sammeln.

In Halden wurde an der Technik gefeilt.
In Halden wurde an der Technik gefeilt.  Foto: Nina Döllgast

Das Kurztrainingslager in Halden diente zur Gewöhnung an das skandinavische Gelände, mit dem einige der jungen Athleten bisher noch nicht vertraut waren. Mit einem Linien-OL und einem geführten OL von der Vereinshütte des Halden SK (Høiås) aus startete das O-Technik-basierte Trainingslager direkt von der perfekt gelegenen Unterkunft aus. Das fast wegelose Gelände, das vor allem Höhenlinienlesen und einen hohen Kartenkontakt verlangt, stellte die Teilnehmer vor große Herausforderungen. Nach und nach gelang das Erkennen der Sümpfe und einzelner Steine jedoch immer besser. Weitere Themen der nächsten Tage waren die skandinavische Routenwahl sowie Vereinfachen, Verlängern, Vergrößern. Dabei konnten Trainings aus dem offiziell angebotenen Trainingspaket verwendet werden, die sicher auch einige Eliteteams zur Vorbereitung auf das Euromeeting 2017, den Weltcup 2018 und die WM 2019 noch laufen werden. In der Freizeit wurde das schöne Wetter zum Baden und Blaubeerensammeln genutzt und auch der Festung Fredriksten wurde ein Besuch abgestattet.

Das Sprintstaffelteam.
Das Sprintstaffelteam.  Foto: Margit Hertel

Am 22. Juli stand zunächst die gründliche Høiåsreinigung auf dem Programm, bevor die Weiterfahrt nach Arvika angetreten wurde. Das sächsische Team mit ca. 60 Mitgliedern und einige der anderen Teilnehmer waren schon etwas früher angereist, sodass bei der Ankunft auf dem Flugplatz, der zum Camping genutzt wurde, schon eine recht große Zelt- und Wohnwagenstadt zu bewundern war. Viel Zeit zum Zeltaufbau blieb nicht, da bereits am Nachmittag die bagheera-Sprintstaffel im Zentrum von Arvika stattfinden sollte. Mit geliehenen D/H14ern aus Niedersachsen und Sachsen traten zwei German Youth Teams an, Platz 34 stand am Ende zu Buche.

Ab Sonntag wurde es dann ernster, denn für einen Großteil des Teams stand der erste Wettkampf überhaupt in Schweden an. Schon der gut funktionierende Bustransport, der die Scharen von Läufern zur Arena brachte, war beeindruckend. Der Eindruck wurde aber beim Betreten der Zielarena nochmal überboten – so viele Orientierungsläufer auf einmal hatten einige bisher noch nicht gesehen. Spätestens bei der live gesungenen Hymne zur Nullzeit war dann Gänsehaut angesagt.

Kartenausschnitt des Mitteldistanztraining direkt an der Grenze zum Weltcupsperrgebiet.
Kartenausschnitt des Mitteldistanztraining direkt an der Grenze zum Weltcupsperrgebiet.  Foto: Nina Döllgast

Die Wettkämpfe selbst erwiesen sich als recht abwechslungsreich, jede Etappe hatte ihren eigenen Charakter. Die langen Wege zu den Starts wurden durch wunderschöne Natur belohnt – viel Zeit zum Genießen blieb jedoch nicht, wenn man es in den Jagdstart der letzten Etappe schaffen wollte. Trotz guter Ergebnisse einzelner Etappen lief das German Youth Team nicht konstant genug, um um die vordersten Plätze mitlaufen zu können. Das beste Gesamtergebnis erlief Hendrik Holzhauer (H18), er schaffte es auf Rang 11. Franz Gawlitza und Riccardo Casanova erreichten in der gleichen Klasse die Plätze 18 und 22. Martin Scheuermann und Matti Bruns erliefen knapp hintereinander die Plätze 42 und 46 in der stark besetzten H16 (hier gibt es noch keine Eliteklasse). Anton Silier, der auf Top20-Kurs lag, musste leider krankheitsbedingt die beiden letzten Etappen absagen.

Während der Sachsenkader noch eine weitere Woche in Schweden verbrachte, um bei Jönköping zu trainieren und an der Jugendtiomila teilzunehmen, trat der D/C-Kader nach der letzten O-Ringen-Etappe die lange Heimreise an. Trotz der Erschöpfung bleiben viele schöne Erinnerungen an sonnige Tage in der Zeltstadt, tolle Wettkampfbahnen und selbst gebaute trojanische Pferde. Außerdem die Erkenntnis, dass mit jeder Einheit in solchem Gelände die Erfahrung wächst und Auslandstrainingslager durch nichts ersetzbar sind.

Vielen Dank an Thilo Bruns und alle Helfer vor Ort, die zum Gelingen des Trainingslagers beigetragen haben! Besonderer Dank gilt auch dem Förderverein sowie einer Haldener Familie, die das tolle Trainingslager durch ihre Spenden erst bezahlbar gemacht haben!


Autor: Nina Döllgast
Eingestellt am 24.08.2017

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