Orientierungslauf in Deutschland


IOF Präsidentenkonferenz in Tartu

Die Weltmeisterschaften in Estland wurden auch in diesem Jahr genutzt, um auf internationaler Ebene Strategien zu diskutieren, die aktuellen Entwicklungen von Seiten der Internationalen Orientierungssport Föderation (IOF) darzustellen sowie die Zuschläge für die kommenden Welt- und Europameisterschaften zu verkünden. Die Senioren-Weltmeisterschaften im Mountainbike Orientieren werden im Jahr 2019 in Deutschland ausgetragen.

IOF Präsidentenkonferenz
IOF Präsidentenkonferenz  Foto: Daniel Härtelt

IOF-Präsident Leho Haldna eröffnete am Ruhetag der WM Punkt 9:30 Uhr die diesjährige Präsidentenkonferenz in Tartu. Als deutscher Vertreter nahm Fred Härtelt (Funktion Öffentlichkeitsarbeit im Technische Komitee) teil. Zu Beginn der Konferenz wurde ein Abgleich zwischen den eigenen Zielstellungen der IOF und dem aktuellen Stand durchgeführt. So wurden positive Aspekte wie der World Orienteering Day, die Anzahl der Fernsehübertragungen bei Weltmeisterschaften, die neuen Spezifikationen der Kartenzeichen (ISOM) oder die Anzahl von inzwischen 71 Mitgliedsstaaten in der IOF benannt. Selbstkritisch wurden die Potenziale bei der neuen Plattform LiveOrienteering oder bei den Teilnehmerstaaten im Rahmen einer WM (aktuell 50) aufgeführt.

Erneut vorgestellt wurde auch das neue WM-Format, welches ab dem Jahr 2019 umgesetzt wird. So wird es bei der reinen Wald-WM in Norwegen zunächst wieder eine Qualifikation und ein Finale über die Mitteldistanz geben. Ein Finallauf über die Langdistanz sowie die Staffel zählen ebenfalls zum Programm. Zur reinen Sprint-WM 2020 in Dänemark wird es jeweils eine Qualifikation und ein Finale über die Sprintdistanz geben. Neben der Sprintstaffel wird aktuell ein weiteres Einzel-Format getestet, welches voraussichtlich Ende des Jahres verkündet wird.

Beim Thema Doping hat die IOF in den letzten Jahren die eigenen Anstrengungen massiv erhöht, vor allem auch um den Anforderungen der Welt-Anti-Doping-Agentur und den aktuellsten Testszenarien gerecht zu werden und um die Fairness im als sauber bekannten Orientierungssport beizubehalten. Nach dem McLaren-Report, welcher weltweit für Aufmerksamkeit sorgte und über russisches Doping berichtete, wurden auch durch die IOF Kontrollen in Russland initiiert, welche negativ waren. Im Ski-Orientierungslauf wurde in diesem Jahr die russische Läuferin Polina Frolova bezüglich der Einnahme von Meldonium überführt. Neben dem Aberkennen sämtlicher Medaillen bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften im Jahr 2017, wurde auch eine Strafe von 4 Jahren ausgesprochen.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt auch auf internationaler Ebene eine sehr große Rolle. So wurden aktuelle Aktionen aus den unterschiedlichen Ländern vorgestellt und Möglichkeiten diskutiert, wie der ökologische Fußabdruck in Zukunft weiter verbessert werden kann. Die Durchführung von Wettkämpfen in Waldgebieten ist auch in weiteren Ländern mitunter problematisch.

Zum Ende der Tagung erfolgte die Verkündigung der Austragungsorte der kommenden internationalen Meisterschaften. Dies sind:

2018: Asiatische Meisterschaften OL: Hong Kong
2019: Jugend-EM OL: Weißrussland
2019: Senioren-WM MTBO: Deutschland
2020: Junioren-WM OL: Türkei
2020: WM MTBO: Tschechien
2020: Senioren-WM OL: Slowakei
2021: WM OL: Tschechien

Somit werden nach den Senioren-Weltmeisterschaften im Orientierungslauf und im Ski-Orientierungslauf als nächster großer Wettkampf die Senioren-Weltmeisterschaften im Mountainbike Orientieren in Deutschland stattfinden.

Nach deutscher Einschätzung werden auch auf internationaler Ebene ähnliche Ansätze wie in Deutschland verfolgt. Mit der Schaffung der Stelle für Umwelt- und Naturschutz im Technischen Komitee wurde auf die Veränderungen und Schwierigkeiten bei der Wettkampfvergabe reagiert. Auch das Thema lokale und möglichst ressourcenschonende Wettkampfausübung ist mit der Unterstützung, Stärkung und Darstellung lokaler und regionaler Strukturen ein zentrales Element der Öffentlichkeitsarbeit im TK. Als ein weiteres wesentliches Element hat die IOF die Öffnung des Orientierungssportes für Teilnehmer außerhalb der Szene benannt. Die Problematik wurde auch in Deutschland erkannt und benannt.


Mehr:
Homepage Internationale Orientierungssport Föderation

Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 05.07.2017

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