Orientierungslauf in Deutschland


Schweden holt den bisher schier unerreichbaren Titel

Seit 2014 werden bei Weltmeisterschaften auch in der Sprintstaffel Medaillen vergeben. Im vierten Anlauf gelang der größten OL-Nation nun der langersehnte Sieg in diesem Format. In einem ganz speziellen Rennen waren zahlreiche Zuschauer in die sechstgrößte estnische Stadt gereist und sahen dabei packende Positionswechsel. Das deutsche Team beendete den Wettkampf in den Top 20.

Schweden gewinnt die Sprintstaffel
Schweden gewinnt die Sprintstaffel  Foto: Fred Härtelt

Was waren das für Dramen für die schwedischen Läufer in den vergangenen Jahren. Gleich bei der ersten Sprintstaffel im Jahr 2014 verlor Helena Jansson einen Schuh und musste nur mit einer Socke bekleidet ins Ziel laufen. Bei der darauffolgenden WM kamen die Schweden ebenfalls nicht in die Medaillenplätze. Im vergangenen Jahr wurde die Schlussläuferin Helena Jansson in Führung liegend dann von der überragenden Dänin Maja Alm und Judith Wyder (Schweiz) abgefangen.

Auch in diesem Jahr holte die Dänin auf der letzten Schleife noch sehr viel Zeit auf. Der Vorsprung der Skandinavier war aber einfach zu groß. Somit konnte die Schwedin Helena Jansson nach dem Zieleinlauf im Amphitheater von Viljandi, 80 km westlich von Tartu, gemeinsam mit den Teamkameraden Lina Strand, Jerker Lysell und Jonas Leandersson den ersten Sieg bei einer Sprintstaffel feiern. Die Siegerteams der vergangenen Jahre aus Dänemark und der Schweiz belegten die Plätze zwei und drei in der Gesamtwertung.

Vorangegangen waren für die Siegerteams 65 sehr intensive Minuten, bei denen auch das deutsche Team einen guten Einstieg in das Rennen fand.

Staffelstart aus dem Amphitheater
Staffelstart aus dem Amphitheater  Foto: Fred Härtelt

Beim Start aus dem Gelände des Amphitheaters reihten sich die Startläuferinnen der Mixed-Staffel zunächst wie an einer Perlenschnur gereiht ein. Im ehemaligen Festungsgelände des früher ansässigen Deutschen Ordens in Estland führten die Bahnen zunächst durch oder über die alten Festungsbereiche und Grabensysteme. Das erste gegabelte Postennest befand sich dann in den Ruinen der ehemaligen Festung. Von dort aus mussten die Läuferinnen und Läufer über die ehemaligen Wehrsysteme in Richtung und durch die Stadt orientieren, bevor es in der ersten Schlaufe zurück zum Kartenwechsel ins Amphitheater ging. Die Damen an der ersten und letzten Position der Sprintstaffel drehten dann eine kürzere Schlaufe, welche erneut zu den ehemaligen Gebäuden des Ordens und dann auf relativ kurzem Weg zurückführte. Die Herren, welche an Position zwei und drei starteten, mussten ausgehend von den Gebäuden noch in ein teilweise diffuses Waldgebiet abbiegen. Dort verloren nicht wenige Läufer wertvolle Zeit.

Für die deutsche Sprintstaffel begann Paula Starke (USV TU Dresden). Aufgrund der teilweise knackigen Anstiege, der Bahnanlage und der kurzen Gabeln zog sich das Feld zu Beginn des Rennens erst relativ langsam auseinander. So übergab die Wirtschaftsstudentin nach einer fehlerfreien Leistung an Position 16 liegend mit 1:28 min auf die Spitze an Felix Späth (OLG Siegerland). Der Deutsche Meister von 2016 über die Sprintdistanz übergab mit weniger als 3 Minuten auf die Spitze an Position 18 auf Marvin Goericke (Berliner TSC). Ebenso wie Schlussläuferin Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) kam der deutsche Sprintspezialist ohne große Fehler über die Bahn. Der Abstand auf die Siegerstaffel war bis zum Zieleinlauf allerdings auf mehr als 9 Minuten angewachsen. Dies bedeutete für das deutsche Team der 19. Platz.

Felix Späth im Rennen
Felix Späth im Rennen  Foto: Fred Härtelt

Nach den ersten Läuferinnen lagen die Teams aus der Schweiz, Dänemark und Österreich mit knappem Vorsprung an der Spitze. Bei den darauffolgenden Herren hatten sich dann die Teams von der Schweiz, Großbritannien, Tschechien, Österreich und Schweden mit einer Minute abgesetzt.

Martin Hubmann und Kristian Jones machten dann als dritte Läufer der Staffeln aus der Schweiz und Großbritannien im Waldgebiet am 14. und 15. Posten einen größeren Fehler, so das Schweden vor Tschechien und Russland auf die Schlussrunde ging.

Mit insgesamt 1:49 min Rückstand startete Maja Alm als Vierte auf die Schlussbahn des dänischen Teams. Bis auf 30 Sekunden konnte die dänische Überfliegerin den Rückstand noch verkürzen. Auch die Schweiz kam mit Sabine Hauswirth näher an die führende Schwedin heran, konnte diese und die Dänin aber nicht mehr abfangen. So bedeutete dies im Gesamtklassement Schweden vor Dänemark und der Schweiz.

Zahlreiche Zuschauer und Starter vom parallel ausgetragenen Mehrtagelauf erlebten bei sonnigen äußeren Bedingungen eine abwechslungsreiche und spannende Sprintstaffel, welche auch im Fernsehen entsprechend aufbereitet übertragen wurde.

Nach einem Ruhetag am Montag geht es am Dienstag mit der Langdistanz ab 10 Uhr mitteleuropäischer Zeit weiter.

Ergebnisse


1. Schweden (Strand, Lysell, Leandersson, Jansson)	63:32 min
2. Dänemark (Klysner, Boesen, Lassen, Alm) 64:02 min
3. Schweiz (Roos, Howald, M. Hubmann, Hauswirth) 64:26 min
19. Deutschland (Starke, Späth, Goericke, Tröße) 72:37 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 02.07.2017

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