Orientierungslauf in Deutschland


Alm und Hubmann gewinnen die WM-Sprintdistanz

Ohne deutsche Beteiligung starteten am Samstagnachmittag die weltbesten Sprinter im Zentrum von Tartu. Auf sehr abwechslungsreichen Bahnen galt es in zwei Schlaufen durch einen Mix aus Stadt- und Parkgelände zu orientieren. Im Damenrennen verteidigte Maja Alm (Dänemark) überlegen ihren Titel. Der Sieg im Herrenrennen ging an Daniel Hubmann (Schweiz).

Siegerpodest der Herren.
Siegerpodest der Herren.  Foto: Fred Härtelt

Gerade bei den Herren ist die Sprintentscheidung immer eine hochgradig knappe Angelegenheit. So trennten im Ziel die Medaillenplätze insgesamt 5 Sekunden. Vorangegangen war ein Sprintrennen, welches bei feuchten Außenbedingungen durch das mit Höhenmetern gespickte Parkareal der Universität und durch die Altstadt führte. Auf einer Strecke mit verhältnismäßig wenig Posten musste die Konzentration auf die richtigen Routenwahlen gelegt werden. Erschwert wurde die Orientierung durch künstlich aufgestellte Zäune.

Schon früh im Rennen verabschiedete sich der hoch gehandelte Belgier Yannick Michiels aus dem Kreise der Medaillenkandidaten. Der Schwede Emil Svensk setzte auf der ersten Schlaufe die Bestzeiten. Im zweiten Teil der Sprintstrecke haderten nicht wenige Sprinter mit der korrekten Routenwahl vom 9. zum 10. Kontrollpunkt und den Folgeverbindungen. So wurde das Klassement im letzten Abschnitt nochmals durchgewürfelt. Daniel Hubmann passierte die ersten Zwischenzeiten jeweils in Reichweite zum Führenden. Beim Zieleinlauf lag der Schweizer dann drei Sekunden vor Frederic Tranchand (Frankreich) und weiteren zwei Sekunden vor dem Schweden Jerker Lysell.

Maja Alm gewinnt erneut.
Maja Alm gewinnt erneut.  Foto: Fred Härtelt

Im Damenrennen lief Maja Alm erneut in einer eigenen Liga. Nach einem kontrollierten Rennen konnte sich die Dänin damit über den dritten Titel in Folge auf dieser Distanz freuen. Selbstbewusst erklärte die 28-jährige Studentin im Ziel, dass Sie sich ihrer Laufgeschwindigkeit bewusst war und Sie daher in einem fehlerfreien Lauf die eine oder andere Sekunde in die Routenwahl investierte. Mit mehr als 30 Sekunden Rückstand gingen die Silber- und Bronzemedaille an Russland. Die zweitplatzierte Natalia Gemperle profitierte dabei vom Umstand, dass die drittplatzierte Galina Vinogradova auf der letzten Schlaufe noch Sekunden liegen ließ. Die als Mitfavoritin gehandelte Tove Alexandersson (Schweden) musste den Start im Vorfeld aufgrund einer Erkältung absagen.

Am morgigen Tag steht die Sprintstaffel auf dem Programm. Die Deutschen starten ab 16:05 Uhr (MESZ) in der Reihenfolge Paula Starke, Felix Späth, Marvin Goericke und Christiane Tröße.

Stimmung im Stadtzentrum von Tartu.
Stimmung im Stadtzentrum von Tartu.  Foto: Fred Härtelt

Am Vorabend wurden die Weltmeisterschaften im Areal des heutigen Zielgeländes feierlich eröffnet. In der Eröffnungsrede der Titelkämpfe zog die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid einen Vergleich zwischen der Entwicklung des 1,3 Millionen Einwohner zählenden Landes und der Sportart Orientierungslauf. So wurden die Themen „Laufen“ und „Denken“ auch direkt mit dem Prozess seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit in Verbindung gebracht. Gerade in den Bereichen der Digitalisierung und elektronischen Verwaltung nimmt Estland inzwischen eine Vorreiterrolle ein.

Ergebnisse


Damen (3,4 km; 65 Höhenmeter, 13 Posten)

1. M. Alm		Dänemark	13:55 min
2. N. Gemperle Russland 14:32 min
3. G. Vinogradova Russland 14:34 min


Herren (4 km; 85 Höhenmeter, 15 Posten)

1. D. Hubmann		Schweiz		14:30 min
2. F. Tranchand Frankreich 14:33 min
3. J. Lysell Schweden 14:35 min


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 01.07.2017

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