Orientierungslauf in Deutschland


Deutsche Sprinter laufen am Finale vorbei

Zum Auftakt der Weltmeisterschaften im Orientierungslauf ging es für die Sprinter am frühen Nachmittag quer durch die Studentenstadt Tartu. Keiner der insgesamt vier deutschen Starter schaffte einen Platz in den Top 15 seines Vorlaufes, welcher zur Finalteilnahme berechtigt hätte. Felix Späth (OLG Siegerland) scheiterte denkbar knapp.

Felix Späth läuft knapp am Finale vorbei.
Felix Späth läuft knapp am Finale vorbei.  Foto: Fred Härtelt

Es scheint fast so als hätten die deutschen Orientierungsläufer beim Thema Sprint in den letzten Jahren den Anschluss verloren. Schließlich muss man inzwischen bis ins Jahr 2014 zurückschauen, um einen Finalplatz von Susen Lösch (USV Jena) beim Sprint in Venedig zu finden.

Im Detail zeigt sich aber ein anderes Bild. Felix Späth scheiterte in diesem Jahr mit 11 Sekunden denkbar knapp am Finale. Als Ursache dafür sah der Siegerländer Orientierungsläufer einen Routenwahlfehler auf dem Weg zum 11. Posten. Im oft schnellen Rennen mit hügeligem Beginn gab es zwar immer wieder kleinere Unsicherheiten, die aber aus Sicht des Nationalläufers auf die gute läuferische Form zurückzuführen waren.

Marvin Goericke (Berliner TSC) erwischte hingegen einen gebrauchten Tag. Nachdem es im Damenrennen zuvor noch vereinzelt tröpfelte, so öffnete der Himmel im Herrenrennen seine Schleusen. Eine beschlagene Brille war nach eigener Aussage aber nur eine Komponente im durchwachsenen Rennen.

Paula Starke bei ihrer ersten WM.
Paula Starke bei ihrer ersten WM.  Foto: Fred Härtelt

Die deutschen Damen schafften ebenfalls nicht den Sprung unter die Top 15 ihrer Vorläufe. Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) analysierte im Ziel die Laufgeschwindigkeit als ausschlaggebend für das verpasste Finale. WM-Neuling Paula Starke (USV TU Dresden) war im Ziel noch sichtlich begeistert vom ersten Start bei einem Sprint in einem so großen Rahmen. Aber auch bei der Dresdner Orientierungsläuferin hatte es aus läuferischen Gründen nicht für das Finale gereicht, da der Fokus in den letzten Jahren vor allem auf den Walddisziplinen lag.

Damentrainer Jan Birnstock analysierte einen durchwachsenen Auftakt dieser WM. Zur Sprintstaffel werden alle vier heute gestarteten deutschen Sprinter erneut am Start stehen.

Zielbereich mit Videoleinwand.
Zielbereich mit Videoleinwand.  Foto: Fred Härtelt

Beim Rennen durch ein abwechslungsreiches Park- und Stadtgelände war vor allem auf den Kopfsteinpflasterbereichen ausreichend Bodenhaftung gefragt. Ähnlich wie bei den Vorläufen in den vergangenen Jahren, hielten sich die technischen Anforderungen in Grenzen. Die Laufzeiten waren allerdings im direkten Vergleich teilweise verhältnismäßig kurz. Die möglichen Medaillenkandidaten gaben sich keine Blöße und zogen geschlossen ins Finale ein.

Gegen 18.30 Uhr Ortszeit findet später im heutigen Zielbereich rund um den Brunnen der küssenden Studenten die Eröffnungszeremonie der Weltmeisterschaften statt. Das Sprintfinale folgt am Samstag ab 14:40 Uhr Ortszeit. Dann können alle Athleten auch via GPS beobachtet werden. Am morgigen Tag beginnt ebenfalls der parallel ausgetragene estnische Mehrtagelauf.

Ergebnisse


Damen

Vorlauf A

1. M. Alm Dänemark 11:07 min
15. S. Grosberga Lettland 13:04 min
21. C. Tröße Deutschland 13:56 min



Vorlauf B

1. G. Vinogradova Russland 11:23 min
15. K. Yakubina Weißrussland 12:51 min
21. P. Starke Deutschland 13:36 min


Herren

Vorlauf A

1. Y. Michiels Belgien 11:01 min
15. N. Simonin Irland 11:45 min
19. F. Späth Deutschland 11:56 min


Vorlauf B

1. D. Hubmann Schweiz 10:33 min
15. M. Crone Südafrika 11:11 min
30. M. Goericke Deutschland 12:25 min


Korrektur: Entgegen der Vorankündigung ist Thomas Meier nicht nach Estland gereist. Er konzentriert sich als Trainer komplett auf die kommenden Junioren-Weltmeisterschaften.


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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 30.06.2017

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