Orientierungslauf in Deutschland


21. Thüringer 24-Stunden-OL in Etterwinden

Dass der 24-Stunden-Orientierungslauf als eine der größten deutschen OL-Veranstaltungen zum Zählen einlädt, machen schon sein Name und das Reglement deutlich: es siegt die Staffel mit den meisten gültigen Wechseln. 79 Mannschaften sind 2017 für die 24 Stunden, 75 Mannschaften für die halbe Distanz und 14 Mannschaften für die neu eingerichtete 4-Stunden-Jugend-Strecke gemeldet. Samstagmorgen werden also 168 Startläufer einen Tag-und-Nacht-Lauf mit ca. 1008 Teilnehmern „einlaufen“.

neuer Gesamtleiter Sören Lösch
neuer Gesamtleiter Sören Lösch  Foto: USV Jena

Dabei machen nicht nur Masse und Internationalität – auch diesmal sind wieder mit Mannschaften aus Ungarn, Tschechien, Norwegen und der Schweiz dabei – das Besondere des Laufes aus. Denn eigentlich beginnt der Wettbewerb schon lange vor dem Himmelfahrtswochenende: dann nämlich, wenn daheim am Teamnamen gebastelt wird. Die meisten Mannschaften firmieren unter phantasievollen Eigenkreationen. Den Hauptlauf 2015 gewannen so die „Nighthawks“ vor dem „Sommernachtstraum“ und dem Team „Geiler Scheiß“. Dass da im Siegerteam aktuelle und ehemalige Nationalläufer wie Esther Doetsch, Bojan Blumenstein, Alexander Lubina und Christoph Brandt am Start waren, zeigt, dass der 24-Stunden-OL durchaus auch eine Adresse für nationale und internationale Spitzenklubs ist.

kreative Teamnamen gefragt, nicht nur bei diesem reinen Damenteam
kreative Teamnamen gefragt, nicht nur bei diesem reinen Damenteam  Foto: USV Jena

Wie übrigens auch das Wettkampfgelände 2017 nahe der Eisenacher Wartburg. Denn hier war die DDR vor 47 Jahren Gastgeber der überhaupt erst dritten Weltmeisterschaft in der Geschichte des Orientierungslaufs. Damals, man schrieb das Jahr 1970, wurden die Orientierungslauf-Karten letztmalig im Maßstab 1:25.000 gedruckt …

Orientierungkompetenz gefragt auch in den Ruhepausen
Orientierungkompetenz gefragt auch in den Ruhepausen  Foto: USV Jena

Wie immer ist das Stattfinden eines solch aufwändigen Events keine Selbstverständlichkeit: Nachdem Mirko Hoppe 2015 nach vielen Jahren die Gesamtleitung abgegeben hatte, stand die Frage im Raum, ob der 24-Stunden-OL überhaupt weitergeführt wird. Aber das Team hat gemeinsam „Ja“ gesagt, Sören Lösch hat sich ein Herz gefasst, für alle Aufgaben wurde wieder jemand gefunden und seitdem liegen zwei Jahre Vorbereitungszeit hinter uns. Es wird wie immer crazy – und bei der Siegerehrung werden traditionell wieder nicht nur die Schnellsten geehrt!


Mehr:
Eierkuchenlegende Peter Vitzthum
Homepage 24h-OL
Einstimmung von Jens Rathmann

Autor: Matias Mieth
Eingestellt am 25.05.2017

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