Orientierungslauf in Deutschland


Estland Trainingslager des Bundeskaders

Mit den Worten kalt, anstrengend und grün wäre das Trainingslager des B- und C-Kaders in Estland schon ganz gut beschrieben, jedoch gibt es deutlich mehr aus dem Baltikum zu berichten. Für die Erwachsenen des B-Kaders war das Ziel das estnische Gelände kennenzulernen und herauszufinden, worauf es bei der WM ankommen wird. Nicht weniger Ernst war der Anspruch der Junioren, die sich für die Junioren-WM in Tampere in Finnland vorbereiten.

Training Staffelstarts
Training Staffelstarts  Foto: Nationalteam

Treffpunkt war am Freitag der Flughafen in Riga, Lettland von wo aus es weiter nach Estland ging, um das Trainingslager mit einer lockeren Einheit einzuleiten. In Haanja wurde allen auch direkt das aktuelle April-Wetter Estlands bewusst, welches durch 5-10cm Schnee auf sich aufmerksam machte. Die Motivation der Athleten wurde dadurch aber nicht gedrückt, sodass alle die ersten Eindrücke vom estnischen Kartenbild als auch Gelände machen konnten.

Das estnische Gelände, welches durch verschiedene Grünstufen, detailreiche Höhenstrukturen, sowie Sumpflandschaften geprägt ist, galt es zu verstehen. Schnell wurde den Athleten klar, dass im Wald Kraft benötigt wird, um trotz des Unterholzes und der vielen übereinander liegenden Bäume schnell voran zu kommen.

Am Wochenende wurden dann mit einer Lang- und Mitteldistanz zwei Wettkämpfe in Obinitsa bestritten. Auf der Lang war Erik Döhler (TUS Rüppurr) mit einem dritten Platz Schnellster bei den deutschen Herren und Paula Starke (USV TU Dresden) mit einem fünften Platz die schnellste deutsche Dame. Bei der Mittel erreichten Arntraut Götsch (USV Jena) und Phillip Müller (Post SV Dresden) mit einem 7. und 8. Platz die besten Platzierungen des deutschen Teams.

Auswertung der Trainings mit Hilfe von 3DRerun
Auswertung der Trainings mit Hilfe von 3DRerun  Foto: Nationalteam

Von Obinitsa aus ging es dann am Sonntag weiter in die Sportherberge nach Otepää, wo das eigentliche Trainingslager schließlich beginnen konnte. Zur gleichen Zeit war auch das estnische Nationalteam dort, um sich mit einer Simulationswoche der WM vorzubereiten. Dies hatte den Vorteil gemeinsam zu trainieren, als auch sich auszutauschen, sodass es abends neben der Analyse der Trainings und der Besprechung des nächsten Tages auch viele Gespräche zwischen den estnischen und deutschen Athleten gab.

Die Woche setzte sich dann aus verschiedensten Einheiten mit unterschiedlicher Intensität zusammen. Von Korridortrainings über eine Sprintstaffel bis hin zur Wettkampfsimulation von Mittel- und Langdistanz zusammen mit den Esten gab es ein abwechslungsreiches und hartes Programm zu absolvieren. Aber nicht nur die Trainings selbst stellten eine Herausforderung dar, sondern auch das Wetter mit Temperaturen um null Grad und häufigem Schneefall bedingte ein ordentliches Warm-Up vor den Einheiten um Verletzungen vorzubeugen. Trotzalledem mussten manche Athleten Einheiten auf Grund von Verletzungsprävention auslassen.

Der deutsche Nachwuchs zum Langdistanz-Training zusammen mit den Schweizern.
Der deutsche Nachwuchs zum Langdistanz-Training zusammen mit den Schweizern.  Foto: Nationalteam

Daraus ergab sich ein typischer Trainingslagerablauf mit einer Vormittags- und einer Nachmittagseinheit sowie einer Analyse der Trainings am Abend. Speziell der Dialog mit den Esten brachte gute Einblicke zum Thema Orientieren in Estland, sodass unter anderem festgehalten wurde, dass man sich durch Grün einfach mit hohem Tempo „durchkämpfen“ muss um schnell zu sein und auch Umlaufrouten nicht zu vernachlässigen sind.

Ein schöner Abschluss des Trainingslagers war auf jeden Fall das Langdistanz-Training, bei welchem man zusammen mit den Weltmeistern Daniel Hubmann, Martin Hubmann, Matthias Kyburz aus der Schweiz trainieren und sich vergleichen konnte.

Insgesamt war es für alle Athleten eine harte, aber erfahrungsreiche Woche, sodass es für die Erwachsenen eine gute Vorbereitung auf die WM im Juli gab und auch die Junioren/-innen sich auf die Junioren-WM (JWOC) vorbereiten konnten. Der B-Kader wird in circa drei Wochen dann noch einmal nach Otepää kommen, um an den Feinheiten zu arbeiten und Qualifikationsrennen abzuhalten. Für den C-Kader geht es dann im Juni in Tampere, Finnland weiter um speziell für die Herausforderungen der finnischen Wälder bei der JWOC zu trainieren.


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Autor: Colin Kolbe
Eingestellt am 24.04.2017

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