Orientierungslauf in Deutschland


„Berliner Sommer-OL“ und eine besonders lange Ultralang

Am Ende setzten sich dieselben Eliteläufer wie vor zwei Wochen bei der DBK Nacht durch: Sabine Rothaug und Sören Lösch gewannen die DBK Ultralang bei Märkisch Buchholz nordwestlich des Spreewaldes in einem äußerst flachen, weitläufigen Forst. Der BRL Mittel am Vortag wurde in etwas feingliedrigerem Waldgelände bei sommerlichen Temperaturen ausgetragen.

Herrenpodest am Sonntag: Sören mit Blumenkranz von Veit
Herrenpodest am Sonntag: Sören mit Blumenkranz von Veit  Foto: Friedmar Richter

Wie angekündigt war das Laufgelände mit düsterer Vergangenheit und niedrigem Höhenrelief größtenteils sehr offen, überraschte aber auch mit einigen dichteren Schonungen voller zahlreicher Schneisen. Moosiger Untergrund erschöpfte besonders auf den langen Strecken am Sonntag, so dass häufigeres Ausweichen auf die Wege mitunter vorteilhaft war, wenngleich dadurch mehr Umwege hingenommen wurden. Besonders wegferne, kleine Senken mussten von klaren Absprungpunkten mit dem Kompass angelaufen werden.

Am Samstag lief Veit Slodowski in gewohnt guter Frühjahrsform erneut allen davon und hätte fast die 30min auf den knapp 7km unterboten. Sören Lösch (ebenfalls USV Jena) belegte 9 Sekunden langsamer und wie beim 50. Berliner OL hinter ihm den 2. Platz in der Herrenelite. Auf den dritten Rang lief hier Matthias Kretzschmar (Post SV Dresden) mit Unsicherheiten zum Ende, wo noch einmal genau orientiert und die Konzentration hochgehalten werden musste, seines ansonsten stabilen Rennens. Auf dem 4. Platz folgte der zweite der vier C-Kader-Junioren.
Genauso setzte sich in der Damenelite wie beim Mittel-OL zum neulichen Winterende Sabine Rothaug vom OSC Kassel durch. Platz 2 und 3 errangen die Damen des USV TU Dresden Anna Reinhardt und Kerstin Uiboupin. Den (geteilten) 4. Platz belegte wiederum aus dem Juniorenkader eine Nachwuchsläuferin.

Damenpodest zur Ultralang: Gerhard Brettschneider gratulierte
Damenpodest zur Ultralang: Gerhard Brettschneider gratulierte  Foto: Friedmar Richter

Die Bestenkämpfe im Ultralang-OL waren mit jeweils 8 Platzierten und 2 Nichtstartern in den Eliteklassen eher typisch spärlich besetzt, obgleich auf Wunsch als zweiter Lauf des Wochenendes angesetzt.
Wie am Vortag wurde Sabine auf dem Siegerpodest grün gesäumt, allerdings platzierte sich diesmal Kerstin vor Anna. Selbstverständlich war Sabines Sieg dabei nicht, verletzte sie sich doch schon auf dem Weg zum 5. Posten, konnte aber ihren Lauf unbeirrt fortführen.
Hatte die DE im Vergleich zur HE und anderen Klassen scheinbar etwas weniger Überlänge, so bewiesen die ersten drei Eliteherren Sören Lösch, Immanuel Berger (Gundelfinger TS) und Moritz Döllgast (TV Oberbexbach), dass die obere Grenze der Richtzeit sehr wohl erreichbar war. Sieger Sören sprach dabei noch von ein paar wenigen Minuten Fehlern. Moritz, der den Winter über in Schweden studiert und trainiert hatte, lag lange in Reichweite von Sören und Immanuel – für den sich die langen Trainingseinheiten auszahlten –, aber meinte, dass er zum Ende der Bahn deren Länge Tribut zollen musste und dennoch sehr zufrieden mit seinem Lauf sei.

Der Kaulsdorfer OLV hatte auch neben den beiden Wettkämpfen an sich (parallel zur „mitteleuropäischen Jugendmeisterschaft“ in Polen) für gute Bedingungen gesorgt: vom Catering über die Unterbringung bis zum Kinder-OL am WKZ. Die Gegend animierte einzelne zu einem Kurzurlaub mit Boot. Das Wetter tat sein Übriges, ließ besonders am Sonnabend Sommergefühle aufkommen, Sonnencreme herausholen und lud bereits zum Eisessen ein.

Und unsere Hauptstädtler lassen nicht locker: Anfang Juni kann dann wirklich in Berlin OL gemacht werden.


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Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 03.04.2017

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