Orientierungslauf in Deutschland


Beste deutsche WM-Platzierung

Bernd Kohlschmidt ist die beste Platzierung, die je ein deutscher Herr bei einer Ski-Orientierungslauf-Weltmeisterschaft erlangt hat, gelungen. Auf der Langstrecke am Sonnabend erreichte er den 20. Platz. Die Titel gingen an Schweden und Russland.

Massenstart der Herren zur Langdistanz, auf der Bernd Kohlschmidt das beste Deutschen Herren-Ergebnis überhaupt holt.
Massenstart der Herren zur Langdistanz, auf der Bernd Kohlschmidt das beste Deutschen Herren-Ergebnis überhaupt holt.  Foto: Foto-Team WSOC

Es war endlich der ersehnte erste Heimsieg für die Russen, für die es Gold bei den Damen gab. Aber es war nicht etwa Polina Frolova, die am Ende Bronze holte, sondern Mariya Kechkina, die sich den Titel sicherte. Mit 85:33 Minuten lief sie dabei auf der physisch sehr anspruchsvollen Strecke einen extrem deutlichen Vorsprung von 4:54 Minuten auf ihre Teamkameradin Alena Trapeznikova heraus. 14 Sekunden dahinter machte Polina Frolova den Dreifach-Erfolg für Russland perfekt. Profitiert hatten die Russinnen auch davon, dass Topfavoritin Tove Alexandersson aus Schweden krankheitsbedingt aus dem Rennen aussteigen musste. Auch die bisher auf Silber abonnierte Finnin Salla Koskela konnte das Rennen nicht beenden.

Im Fotofinish ringt der Norweger Lars Moholdt (re.) hauchdünn dem Russen Andrey Lamov die Bronzemedaille ab.
Im Fotofinish ringt der Norweger Lars Moholdt (re.) hauchdünn dem Russen Andrey Lamov die Bronzemedaille ab.  Foto: Foto-Team WSOC

Deutlich besser lief es für die einzige deutsche Dame. Rieke Bruns (MTK Bad Harzburg) holte als 22. ihr bislang bestes Ergebnis bei einer WM. Dabei hatte sie sogar das Problem, dass ihre SIAC ausgefallen war und sie daher viel Zeit verlor, weil sie an den Posten abbremsen und herkömmlich stempeln musste. "Da sie die Bahnen und Höhenmeter noch einmal verlängert hatten, hatte ich ziemlichen Respekt vor der Strecke. Mein Ziel war von Beginn an durchzuhalten - was sich ja im Endeffekt mit einem 22. Platz ausgezahlt hat", sagte die 24-jährige Sportstudentin.

Mit ganz deutlichem Vorsprung holt die Russin Mariya Kechkina Gold bei den Damen.
Mit ganz deutlichem Vorsprung holt die Russin Mariya Kechkina Gold bei den Damen.  Foto: Foto-Team WSOC

Insgesamt war es wieder recht eisig in den vielen schmalen Spuren. Einer, der damit gut zurecht kam, war Bernd Kohlschmidt (SV Robotron Dresden). Der hatte sich das Massenstartrennen sehr gut eingeteilt und konnte in der letzten Runde noch acht Plätze gut machen. Dass brachte ihm als 20. eine der besten deutschen WM-Platzierungen überhaupt ein. Nur bei den Damen war Antje Bornhak (OLG TSA Deggendorf) vor 17 Jahren ausgerechnet an selber Stätte als 19. auf der danmals noch ausgetragenen Kurzdistanz einen Platz besser. Das beste deutsche Herren-Ergebnis bei einer WM datierte bisher auf das Jahr 1982, als Henning Bruns (MTK Bad Harzburg) im österreichischen Aigen im Ennstal 22. im Einzelrennen wurde.
Die russischen Herren erwischten hingegen keinen optimalen Tag. Es waren wieder die Schweden, die den Titel entführten. Erik Rost hatte im Ziel nach 106:04 Minuten deutliche 78 Sekunden Vorsprung. Dahinter wurde es eng. Kirill Veselov sicherte den Russen noch Silber, aber fünf Sekunden dahinter entschied der Norweger Lars Moholdt den Kampf um Bronze im Fotofinish gegen den russischen Favoriten Andrey Lamov für sich.
Lamov hat damit nur eine Einzelmedaille mit Silber beim Sprint geholt sowie Silber in der Sprintstaffel. Doch dabei wird es nicht bleiben. Zum Abschluss am Sonntag steht die Staffel auf dem Programm, bei der die Russen eine Medaille nur durch einen Fehlstempel verpassen können. Doch beim Rennen um Gold haben die Schweden ein Wort mitzureden. Ähnlich ist das Bild bei den Damen, wobei fraglich ist, ob Tove Alexandersson binnen 24 Stunden genesen wird.
Ein komplettes deutsches Team geht nicht an den Start.


Mehr:
Ergebnisse der Langdistanz
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Homepage der Weltmeisterschaften im Ski-Orientierungslauf 2017

Autor: Eike Bruns  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 11.03.2017

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